Nicht zu übersehen, wer heute im Publikum sitzt – der Flur im Bürgerhaus ist vollgeparkt mit riesigen Kinderwagen der Tagesmütter und Krippe. Die Allerkleinsten sind von der dänischen und der deutschen Bücherei in Tingleff zum Theater ohne viele Worte eingeladen.

„Hov?!“ heisst das Stück von Teaterblik von Fanø, was soviel wie „Huch?!“ heisst. Und „hov“ hörte man viel aus dem Publikum, denn die Einfrau-Theatergruppe zauberte mit Papier- und Origamifiguren.

Große Papiertüten enthielten immer kleinere Papiertüten – hov! Aus einer anderen zauberte sie immer mehr grüne Origami-Frösche hervor – hov! Und verschwand schließlich selbst in der Tüte – hov!

Papier in allen Formen und Größen wurde neu entdeckt und verwandelte sich in verschiedene Gegenstände. Die Kinder waren fasziniert und ließen sich in eine Fantasiewelt ohne viel Worte entführen. „Toll!“ „Das hat uns gefallen!“ so das einhellige Echo nach der Vorstellung. Und die Kinder selbst verließen ohne viel Worte, aber mit einem strahlenden Lächeln den Saal.

Alle Plätze sind bereits vergeben für das Kindertheater am Montag.

Nordschleswiger, 16.11.2018

Dramatische Musik durchflutete den Saal der Nachschule, in dem die 5. – 7. Klässler der Deutschen Schulen Pattburg, Tingleff und Buhrkall versammelt waren. Der Kölner Autor Markus Stromiedel war mit seinem Wohnmobil angereist, um vor versammelter Mannschaft aus seinem „Torwächter“ zu lesen. Im Rahmen der Kinder- und Jugenbuchwochen gastierte er im Norden und machte auch einen Abstecher nach Dänemark.

Das eindrucksvolle Titelbild stimmte, so wie die Musik, auf die spannende Geschichte ein, die Stromiedel auch mit Augenmerk auf männliche Wenigleser geschrieben hat. Einen Kniff, den er als versierter Drehbuchautor von „Tatort“ und „Großstadtrevier“ kennt, ist der Cliffhanger, mit dem seine Kapitel enden, so dass man „nur noch schnell weiterlesen muss, um zu sehen, ob es gut ausgeht“.

Danach war Fragestunde, in dem Stromiedel versprach, alle Fragen ehrlich zu beantworten, und zu begründen, wenn er Fragen nicht beantworten wollte. Das nutzten die Schüler ausgiebig. Besonders interessierte sie, ob man vom Kinderbuchautordasein leben könnte. „Nein“, so die Antwort, aber er sei ja auch Drehbuchautor und mache Lesungen. Sie bräuchten sich nicht zu sorgen. Ob seine Kinder seine Bücher auch lesen würden? „Ja“, sie seien die ersten, die die Manuskripte zu Gesicht bekämen. Ihre Kritik, positiv wie negativ, sei ihm sehr wichtig und würde in das Buch einfließen.

Auch die Nachschüler kamen in den Genuß der Lesung. Hier ging Stromiedel vermehrt auf das Dramaturgische ein. Wie schafft man es, Spannung zu erzeugen? Wie lange dauert die Szene, die sich im Buch über 6 Seiten erstreckt, in Wirklichkeit? Was bezweckt der Autor mit dem vorgelesenen Kapitel, warum beschreibt er die Situation auf diese Weise?

Die Lehrerin freute sich: „Das greifen wir morgen gleich im Unterricht auf!“ Und mit Autogrammkarten bewaffnet, verliessen die Schüler frohgemut den Raum.

Vielen Dank für einen unterhaltsamen, einfühlsamen, informativen Vormittag, Markus Stromiedel!

 

 

 

ACHTUNG BÜCHEREIEN KOMPLETT UND TOTAL GESCHLOSSEN

Die deutschen Büchereien in Nordschleswig stellen auf die neue Bibliothekssoftware Koha um. Dafür sind alle Büchereien vom 9. Dezember 22 Uhr bis 13. Dezember 7 Uhr  geschlossen. Weder ist die Offene Bücherei verfügbar noch unsere Website – also auch kein Munzinger, kein „Spiegel“, kein Onlinekatalog, keine Onleihe zwischen der Meeren usw.. Die Büchereien sind auch physisch nicht zu besuchen. Die Türen sind geschlossen.

Bitte bevorratet euch gut 🙂

Ladet Bücher oder Hörbücher in der Onleihe herunter, denn Streamen ist nicht möglich.

Wir hoffen, dass wir uns Euch am 13. Dezember digital in einem ganz neuen Gewand präsentieren – Schöner, bedienerfreundlicher und vor allem informativer. In der analogen Welt ändert sich gar nichts – wie immer sind wir als Menschen für euch da. Und wenn ihr ganz sicher sein wollt, dass am 13. Dezember alles wieder zur Verfügung steht (bei Computerumstellungen passieren ja bisweilen Dinge, die nicht passieren sollen) – ruft vorher an.

Wir freuen uns auf Koha, noch mehr aber auf jeden unserer Leser und Nutzer!

 

 

Fix und fertig eingearbeitet warten sie auf Ausleihe!

Ein bißchen ist es her, dass die 2. Klasse zu Besuch war. Zusammen mit Birte fingen wir mit Bilderbuchkino an.

Die Bücher von Schweinchen und Elefant sind unschlagbar. Kurze Dialoge, ausdrucksstarke Mimik, komische Geschichte unterhalten Kinder wie Erwachsene. Das erste Buch lasen Birte und ich im Dialog.

Viel zu schnell war das Buch zu Ende, wie gut, dass es noch ein zweites gab. Hier durften zwei der Kinder lesen und mit Birtes liebevoller Hilfe schaffte auch ein nicht so lesestarkes Kind, den Text zu lesen und am Ende selbstbewusst Applaus zu ernten. Ein schönes Erlebnis.

Währenddessen hatte Shrek Bücher ausgeräumt. Wie bei einem großen Memory sollten Bücherpaare gefunden werden. Doch was gehört zusammen?

Pferdebücher passen zusammen, Drachen- und Ritterbücher auch. Nach und nach kamen die Kinder darauf, dass das eine Buch eine Geschichte erzählt, das andere ein Sachbuch ist.

Das hat allen viel Spaß gebracht. Die Zeit reichte gerade noch für ein schnelles Ausleihen, bevor es zurück in die Schule ging.

 

Grauer Beton einmal ganz anders.

Farbenfrohe Hühner, Katzen, Pilze und Kürbisse bevölkern die Bücherei.

Gitte Matzen aus Skærbæk hat den formbaren Beton für sich entdeckt, der durch Farbe und Lack auch für draußen geeignet ist.

Die 44jährige Mutter dreier Kinder ist kreative Autodidaktin. Sie liebt es, Neues zu lernen. So häkelt und malt sie, restauriert alte Möbel und arbeitet, wie hier zu sehen, mit Beton. Meist lässt sie sich durch Bilder im Internet inspirieren und lernt durch Youtube-Videos, wenn es keine Kurse in der Nähe gibt.

So entstanden fröhliche Schneemänner und Weihnachtswichtel sowie bunte Hühner in allen Farben. Alle ausgestellten Stücke können käuflich erworben werden – wer also noch ein ausgefallenes Weihnachtsgeschenk benötigt, kann hier zuschlagen. Auf Facebook ist Gitte Matzen unter „homemade by Matzen“ zu finden.

Die Ausstellung ist noch bis zum 21.12.2018 zu sehen.