„Haus Brigitta“ liegt idyllisch gelegen nördlich von Sundsvall in Schweden. Hier werden schwer erziehbare und suizidgefährdete Mädchen betreut. Aber die Idylle trügt: Brutal werden die 12jährige Miranda und die Erzieherin Elisabeth erschlagen, Miranda danach liebevoll aufgebahrt. Ein weiteres Mädchen ist im Laufe der Nacht verschwunden. Damit nicht genug, eine aufgelöste Mutter alarmiert die Polizei, weil ihr Auto gestohlen wurde, auf dessen Rücksitz ihr 4jähriger Sohn schlief. Für die Polizei ist der Zusammenhang eindeutig: nach den Morden an den beiden Mitbewohnern ist Vicky geflohen und hat den kleinen Jungen entführt. Als dann das Auto in einem Fluss wiedergefunden wird, werden die Ermittlungen eingestellt. Joona Linna, der als Berater hinzugezogen wurde, hat seine Zweifel. Der sympathische, sturköpfige und doch verletzliche Ermittler lässt nicht locker, auch wenn er eigene Wege gehen muss.

Wieder ist dem Autorenehepaar Ahndoril, das unter dem Pseudonym Lars Kepler schreibt, ein packender Krimi in bester skandinavischer Tradition von Stieg Larsson, Jussi Adler-Olsen oder Henning Mankell gelungen. Nach „Der Hypnotiseur“ und „Paganinis Fluch“ ist dies der dritte Fall für Joona Linna, der auch vor unkonventionellen Methoden nicht zurückschreckt. „Flammenkinder“ ist theoretisch unabhängig von den Vorgängern lesbar, macht aber mehr Vergnügen, wenn man die ersten beiden Bücher kennt – besonders, da dieser Band wesentlich dichter und flüssiger geschrieben ist als seine Vorgänger, die Spannung das ganze Buch über aufrecht erhalten wird, so dass man es nicht mehr weglegen kann. Auch erfahren wir etwas mehr über die schmerzvolle Vergangenheit des schweigsamen Finnlandschweden, die vorher nur angedeutet war.

Leicht irritiert haben mich die sehr kurzen Kapitel, die den Lesefluss etwas störten – und den allerletzten Absatz im Buch, einem Cliffhanger, der einen auf die Fortsetzung fiebern lässt.

Trotzdem – eine eindeutige Empfehlung von mir!

Der erste Band „Der Hypnotiseur“ ist vom schwedischen Regisseur Lasse Hallström verfilmt worden und am 28. September 2012 in Schweden angelaufen. Wir warten gespannt darauf!

Homepage von Lars Kepler