November 2013


13-auf-einen-streich

Das Forum „Erziehung-Online“ macht euch ein tolles, kostenloses Angebot – vielleicht braucht ihr ja noch ein kleines Geschenk für den Adventskalender?

Auf deren Homepage kann man sich kostenlos 13 Märchenklassiker downloaden, von den Gebrüdern Grimm und Hans Christian Andersen. Gelesen werden die Märchen von Jan Gebauer. Dauer ca. 2 1/2 Stunden.

Und wer sich die Märchen brennen möchte, kann sich auch gleich ein Cover dazu ausdrucken.

Und wenn die Kleinen dann erst mal auf den Geschmack gekommen sind – Nachschub gibt es in Eurer Bücherei….

Rumpelstilzchen

Maesmanns Mila

Jana Maesmanns: Mila und das Geheimnis der weissen Stute

In diesem Buch geht es um Pferde. Milas Eltern sind geschieden, ihre Mutter ist in die USA gezogen. Mila verbringt die ganzen Sommerferien bei ihrer Oma. Als Mila eines Tages in der Nähe einen Reiterhof entdeckt, möchte sie gerne Reitstunden haben, doch ihre Oma und ihr Vater sind völlig dagegen.

Mila sitzt die nächsten Tage in ihrem Zimmer und rührt sich nicht. Nach einiger Zeit entscheidet sich ihre Oma, ihr doch zu erlauben, den Reiterhof „Gut Sommerland“ zu besuchen.

Auf dem Reiterhof freundet sie sich mit David Sommerland an, mit dem sie durch dick und dünn geht. Neben dem Mädchen Brihanna gibt es auf dem Reiterhof auch noch den neuen Freund von Davids Mutter, der heimlich schlecht mit den Pferden umgeht…….

Ab 9 J.

Ich finde das Buch ganz okay, meiner Meinung nach ist es ein Buch für echte Pferdeliebhaber. Ich bin nicht die totale Pferdeliebhaberin, aber das Buch zieht mich in die Geschichte ein und ist sehr spannend.

Wenn du also Pferde liebst, dann ist das ein interessantes Buch für dich!

12.09.2013 007

Nicole, 7. Klasse

Kilifü 2013 004a

Lange erwartet – endlich ist er da: Der druckfrische Kilifü

– ein 192seitiger Almanach zu den aktuellen Kinder- und Jugendbüchern, dankenswerter Weise zugesandt von der Buchhandlung Schmitz junior aus Essen.

Allein schon vom Äusseren, genauso wie von dem lieben Postkarten-Gruss, bekommt man gute Laune und Lust aufs Lesen.

Im Kilifü sind dann über 300 Buchvorstellungen und Berichte gesammelt, die die eifrigen Schreiberlinge aus den mehr als 7800 Neuerscheinungen der Kinder- und Jugendliteratur des Vorjahres zusammen getragen haben.

Ich freue mich schon auf neue Inspirationen! Wer einen Blick hineinwerfen mochte, kann es gerne tun.

Kilifü 2013 002a

Und mit diesem lieben Gruß wünschen wir allen eine schöne Woche!

mit Brigitte Blobel nach der Lesung am 20.11.2013

Wie kamst Du dazu, Autorin zu werden?

Ich lag mit 12 Jahren längere Zeit im Krankenhaus. Damit ich mich nicht langweilte, haben meine Eltern mir eine Schreibmaschine geschenkt, womit ich meine ersten Geschichten geschrieben habe. Besonders lustige Geschichten waren das, über die ich lachen mußte.

Im „Hamburger Abendblatt“ wurden früher immer Kurzgeschichten bekannter Autoren veröffentlicht. Ich habe meine auch hingeschickt, bekam aber eine Absage, weil ich noch so jung und unbekannt war. Dann habe ich solange Briefe an die Zeitung geschrieben, bis sie sie veröffentlicht haben. Das war mein erstes Honorar.

Schreibst Du nur Jugendbücher oder auch für Kinder und Erwachsene?

Ich habe Drehbücher und einige Romane für Erwachsene geschrieben. Für Kinder habe ich eigentlich, bis auf die Süderhof-Reihe, nicht geschrieben. Als ich Kind war, hatte mein Vater zwar eine riesige Bibliothek zu Hause, aber Kinderbücher waren da nicht dabei. Ich habe mit 10 Jahren über archäologische Entdeckungen gelesen und wollte dann auch Archäologin werden.

Was war Deine erste Geschichte für Jugendliche?

Meine erste Geschichte habe ich für meine Tochter geschrieben. Sie lag krank im Bett und draußen spielten die Kinder auf der Straße Völkerball. Da bin ich runtergegangen und habe sie eingeladen zu Saft, Keksen und einer Geschichte. Zuerst kamen sie nur wegen des Safts und den Keksen, aber als sie die Geschichte gehört hatten, wollten sie auch die Fortsetzung hören. Da mußte ich mich dann abends hinsetzen und weiterschreiben.

Schreibst Du jetzt an einem Buch?

Nein, aber an einem Drehbuch für einen Kinofilm.

Schreibst Du Deine Bücher durchstrukturiert oder sind sie eher spontan?

Ich weiß, wovon das Buch handeln soll, aber nicht, wie es endet. Wenn ich das vorher weiß, wird es mir langweilig zu schreiben. Manchmal merke ich erst in der Mitte der Geschichte, daß mir der Anfang nicht gefällt und schreibe ihn dann neu.

Es dauert ungefähr 1 1/2 Jahre, bis ein Buch fertig ist, vom ersten Schreiben, bis es gedruckt im Buchladen liegt. Ich schreibe ca. ein Viertel Jahr an einem Buch, dann geht es an den Verlag.

Schreibst Du Deine Bücher per Hand oder auf dem Computer?

Ich schreibe meine Bücher auf dem Computer, weil meine Handschrift nicht lesbar ist, das haben mir damals schon meine Lehrer gesagt. Ich musste mit 16 Jahren sogar einen Schönschreibkursus belegen, das war sehr peinlich.

Meine Sekretärin hat danach sehr viel zu tun, weil sie meine ganzen Fehler berichtigen muß. Ich bin wohl halbe Legasthenikerin. Aber obwohl ich so viele Rechtschreibefehler mache und Buchstaben vertausche, bin ich doch als Autorin erfolgreich geworden.

Hast Du die Situationen in Deinen Büchern selbst erlebt oder woher bekommst Du Deine Ideen?

Auf meinen Reisen bekomme ich viele Ideen, meine Erlebnisse in Südafrika habe ich im Buch „Heart Crash“ benutzt. Als ich in den USA war, war Cyber-Mobbing in allen Talk Shows, in Deutschland war es noch nicht so bekannt. Da habe ich dann das Buch „Böses Spiel“ geschrieben, in dem es um Cyber-Mobbing geht. Oder manchmal erlebe ich Sachen in der Nachbarschaft, die ich dann in einem Buch verwenden.  So litt die Tochter einer benachbarten Familie an Magersucht und wurde immer dünner, mußte im Krankenhaus zwangsernährt werden, das habe ich im Buch „Jeansgrösse 0“ aufgegriffen.

Was machst Du in Deiner Freizeit?

Auf unserem Hof auf Mallorca bauen wir Wein, Oliven und Aprikosen an. Allein die Olivenernte dauert eine Woche, da helfen alle mit. Meine Gänse Gustav und Daisy patrouillieren alle paar Stunden um das ganze Gelände, da brauchen wir keinen Wachhund. Dreimal im Jahr kommen meine Enkelkinder zu Besuch.

Brigitte Blobel 013Anna, Ann-Sophie, Celine, Britt, Nicole, (Lærke) und Frederikke im Gespräch mit Brigitte Blobel

Die JugendBücherRedaktion in Aktion

(PS Es handelt sich um eine inhaltliche, nicht um eine wortwörtliche Wiedergabe des Gespräches, das die Mädchen mit ihr geführt haben.)

Brigitte Blobel 006

”Alte Tussi” begeistert junges Publikum

Autorenlesung mit Brigitte Blobel an der DST am 20.11.13

”Ich bin steinalt, wie ihr ja seht, und ihr könnt ja später zu Hause sagen, euch hätte eine alte Tussi heute von ihren Büchern erzählt!”

Über diese Einleitung waren die Klassen 6, 7 und 8 der Deutschen Schule Tingleff so verblüfft, dass der 70-jährigen Brigitte Blobel von Anfang an die ungeteilte Aufmerksamkeit der knapp 60 Zuhörer gewiss war.

Es ist für eine als Lesung gebuchte Veranstaltung eher ungewöhnlich, dass eine Autorin zunächst eine halbe Stunde aus ihrem Leben erzählt, aber genau das schuf eine gewisse Vertraulichkeit. So erfuhren wir, wie Brigitte auf einer Finca auf Mallorca lebt, Olivenöl und eigenen Wein herstellt, dass sie ein Gänsepaar besitzt – Gustav und Daisy -, das alle 3 Stunden an den Grundstücksgrenzen der 30 Hektar patrouilliert, einen Kater, der sich für ein Huhn hält, und einen weiteren, der so außergewöhnlich prachtvoll aussieht, dass sie prompt ihr Handy rausholt und ein Foto rumgehen lässt.

Brigitte Blobel ist in dritter Ehe mit einem Journalisten (Politiksektor beim „Spiegel“) verheiratet, schreibt, seit sie zehn ist, ist Schöpferin einiger bekannter TV-Produktionen wie „Neues vom Süderhof“, „Mensch, Pia!“, „Der Weihnachtswolf“ und  „Kap der Guten Hoffnung“ – und sie liebt die dänische Serie „Borgen“.

Brigitte („wir sagen du – wie auf Mallorca, okay?“) berichtete von ihren vielen Reisen, unter anderem nach Südafrika, wo sie Nelson Mandela kennen lernte, und beschrieb, wie sie ihre Reise- und Lebenserfahrungen in ihren Geschichten unterbringt.

Hiermit war die Brücke zu ihrer eigentlichen Lesung geschlagen – und die Autorin führte uns in ihr vertrautes Südafrika.

Die Austauschschülerin Celia hat sich zu dem Aufenthalt in diesem Land, das immer noch Spuren der Apartheid aufweist, entschlossen, um der Enge ihres Heimatortes in Deutschland zu entfliehen und wittert die große Freiheit.

Sie wird schon nach drei Wochen eines Besseren belehrt, als sie in einer lebensbedrohlichen Situation Kontakt zu einem verfolgten jungen Schwarzen bekommt. Schnell wird Celia in das Gefüge zwischen Schwarzen und Weißen, zwischen arm und reich, zwischen mächtig und ohnmächtig gepresst – und entdeckt auf einmal ein ganz anderes Afrika.

Auch dem Leser des Buches „Heartcrash“ wird sich eine Welt erschließen, die auf authentische und spannende Weise von der Situation des Landes und der Bevölkerung berichtet.

Das junge Publikum folgte Brigittes Ausführungen, Erklärungen und Leseabschnitten gebannt, und im Anschluss bot sich die Gelegenheit für unsere von Mareike aus der Deutschen Bücherei Tingleff ins Leben gerufene Jugendredaktion (bestehend aus Schülern aller drei Klassenstufen), die charismatische Autorin zu interviewen.

Die Leselust ist geweckt!!!

Birte Kristensen (Deutsche Schule Tingleff)

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Und auch der Nordschleswiger berichtete in einem ausführlichen Artikel unter Mitarbeit der JugendBücherRedaktion.

Nordschleswiger

Brigitte Blobel 001

Am Wochenende noch in ihrem Haus auf dem frühlingshaft warmen Mallorca, gestern dann exklusiv bei uns im winterlich kalten Tingleff. Mit strahlendem Sonnenschein konnten wir sie hier in Dänemark in der Deutschen Schule Tingleff begrüssen. Ihr Publikum waren die 6. – 8. Klassen, die in den Sommerferien beim Ferienleseclub mitgemacht hatten, durch den wir die Lesung gewonnen hatten.

Gutgelaunt und unterhaltsam begann sie, aus ihrem Leben als Schriftstellerin und Journalistin zu berichten. Beeindruckend lang ist die Liste der von ihr geschriebenen Bücher („40? 50? Weiss ich nicht genau…“). Dazu kommen zahlreiche Drehbücher zu bekannten Serien und Filmen, Reisen und Reportagen aus dem Ausland, ob Südafrika oder Irak.

Mittlerweile lebt die gebürtige Ahrensburgerin auf einem kleineren Anwesen auf Mallorca, produziert ihr eigenes Olivenöl und Wein („600 Flaschen pro Jahr – aber nicht für den Verkauf“ – da konnte man einen der Lehrer schnell rechnen sehen – das sind ja 2 Flaschen am Tag!!!). Sie erzählte von ihren außergewöhnlichen Katern (die genaueren Einzelheiten behalten wir doch lieber für uns…) und hatte damit die Herzen und die Aufmerksamkeit der SchülerInnen gewonnen. Und als sie auch noch erzählte, dass sie Hühner hat, wieviel Hektar Land und welchen Traktor, war selbst N., der mit Büchern nicht so viel am Hut hat, begeistert.

Brigitte Blobel 004

Gebannt lauschten die Schüler, als sie aus ihrem Roman „Heart Crash“ vorlas, der in Südafrika spielt. Britt hat den spannenden Jugendroman ja schon in der JugendBücherRedaktion hier im Blog rezensiert, deshalb nur so viel: spannend, packend und authentisch schildert Brigitte Blobel das Südafrika von heute, gesehen mit den Augen einer jungen deutschen Austauschschülerin. Daß die Apartheid dort noch nicht verschwunden ist, erlebt sie an eigenem Leibe. Brigitte Blobel erzählte von ihren Aufenthalten in Südafrika und wie sie wahre Geschehnisse und Orte  in ihre Geschichte verwoben hat.

Brigitte Blobel 010

Natürlich war zum Schluss Zeit für Autogramme. Für unsere JugendBücherRedaktion hatte sie dann noch den Höhepunkt des Vormittages eingeplant. Nachdem alle anderen Schüler wieder in den Unterricht gegangen waren, stand sie den Mädchen für ein exklusives Interview zur Verfügung. Viele Fragen wurden ausführlich beantwortet – das Interview könnt ihr dann morgen im Blog lesen. Zum Abschluss bekam jedes der Mädchen ein Buch von Brigitte Blobel geschenkt – natürlich mit Widmung und Autogramm – da leuchteten die Augen!

Brigitte Blobel 011

Einen herzlichen Dank an Brigtte Blobel für diesen tollen Vormittag und an den Arena Verlag, dort Frau Zieker, die dies überhaupt ermöglicht haben, für die unkomplizierte und durchorganisierte Betreuung!

Wir haben uns sehr gefreut!

Fitzpatrick - Mein Sommer nebenan

Huntley Fitzpatrick: „Mein Sommer nebenan“

In „Mein Sommer nebenan“ geht es um die 17jährige Samantha Reed und Jase Garret.

Am Anfang des Buches bekommt man eine kleine Rückblende, wo man das erste Treffen der Garrets und Reeds sieht.  Samantha ist schon von Anfang an sehr beeindruckt von der liebenswerten Garret-Familie, die ganz anders ist als ihre eigene. Ihre Mutter verbietet ihr aber den Umgang mit den Garrets und deren 8 Kindern.

Jetzt, wo sie 17 Jahre alt ist, ist ihre Mutter Kandidatin bei der Senatorenwahl geworden und achtet die Garrets gar nicht mehr. Samantha beobachtet die Garrets aber weiterhin. Eines Tages klettert Jase, einer der Söhne der Garrets, auf ihre Dachterrasse und sie fangen an zu reden. Von dem Moment an beginnen sie, sich immer mehr anzufreunden, und verlieben sich ineinander.

Eines Tages begleitet Samantha ihre Mutter und deren Freund zu einer wichtigen Feier. Auf der Rückfahrt fährt ihre Mutter, leicht angetrunken, jemanden an……

Meinung:

Ich habe jetzt einen Cut gemacht, da ich finde, dass es sonst die Spannung aus dem Buch nimmt.

Mir persönlich hat dieses Buch sehr gut gefallen, da ich solche Liebes-/ Spannungsromane sehr gerne mag. Es war von Anfang bis Ende sehr spannend geschrieben. Es wurden sehr viele tolle Details gesagt, wodurch man sich alles sehr bildlich vorstellen kann.

Ich würde es für Mädchen ab 13 Jahren aufwärts empfehlen, die auch gerne Romane mit Liebesgeschichten und Drama mögen.

Celine

Celine, 8. Klasse

Klöppelausstellung 2013 011a

Seit über 35 Jahren klöppeln Lene Holm Hansen und Mette Korsholm Jepsen schon, am Anfang jahrelang auf traditionelle Weise. Es entstanden Spitze, Borten, Engel und Herzen. Mit den Jahren kam etwas dickeres Garn oder etwas Farbe dazu, aber alles in allem war das Endresultat ähnlich, nämlich Spitze und Borte.

Durch einen mehrteiligen Kurs bei der Künstlerin Gry Hvidberg lernten sie, die Klöppeltechnik auf andere Materialien anzuwenden und verschiedene Handarbeitstechiken zu kombinieren.

Klöppelausstellung 2013 009In dem obigen Bild ist der Metalldraht geklöppelt, der Boden ist in Weide geflochten. Der Engel ist traditionell geklöppelt.

Auch geklöppelte Wolle gefilzt auf andere Stoffe oder nur gefilzt lässt Schals, Jacken und Kissen entstehen.

Klöppelausstellung 2013 004Aber auch ungewöhnliche Materialien wie Bast oder Borke lassen sich ver-klöppeln. Die Grundtechnik ist die Gleiche, aber die Arbeitsweise eine andere. Hat man vorher im Sitzen über die Rolle gebeugt geklöppelt, ist jetzt ein Klöppeln in der Senkrechten möglich. Gry Hvidberg hat sich auch mit Klöppel-Kombination in Raku (Töpfern) oder in Glas versucht, die Möglichkeiten sind also enorm.

Klöppelausstellung 2013 005

Gleichwohl haben Lene und Mette ihr Interesse an der traditionellen Klöppelarbeit nicht aufgegeben. Beide sind im Vorstand des Tonderaner Spitzenfestivals (Kniplingsfestival i Tønder), das im Jahre 2014 wieder stattfindet und Zuschauer von nah und fern anlockt.

Auch unterrichten beide an Abendkurse, um ihr Können weiter zu geben.

Bei Interesse kann man sich mit ihnen in Verbindung setzen, Mailadressen auf Anfrage in der Bücherei.

Die Ausstellung ist noch bis zum 20.12.2013 zu sehen.

KiJu 2013 Thorsten Nesch 002

Einfach nur mal raus aus dem Kaff, ein bisschen Freiheit spüren – Tarik und Jana haben sich nicht viel dabei gedacht. Da steht der Super-BMW an der Tankstelle, die Autoschlüssel hängen noch auffordernd im Zündschloss – also, die Gelegenheit lassen sie sich nicht entgehen. Nur eine kleine Spritztour soll es werden, dann wollen sie den Wagen wieder abstellen. Doch leider ist es ein Auto der Mafia, im Kofferraum ein gefesselter Mann….

Gebannt hingen die SchülerInnen der Nachschule Tingleff an den Lippen von Thorsten Nesch, der im Rahmen der Kinder- und Jugendbuchwochen aus seinem Buch „Joyride Ost“ mehr schauspielerisch erzählte als las. Lebhaft vermochte er die Schüler so zu fesseln, dass man fast den angehaltenen Atem zu spüren meinte.

KiJu 2013 Thorsten Nesch 004aGerade, als es richtig spannend wurde, stoppte er allerdings, um Raum für Fragen zu geben. Und davon gab es eine ganze Menge. Schliesslich ist es spannend, einem leibhaftigen Autoren gegenüber zu stehen, besonders, wenn er so freundlich, locker und entspannt auf alle Fragen antworten kann.

„Wieviel Bücher hast du geschrieben?“ „Was verdient man an einem Buch?“ „Woher bekommst du deine Ideen?“

„Wielange dauert es, ein Buch zu schreiben?“

KiJu 2013 Thorsten Nesch 005Und so erfuhren sie mehr über einen Geschichtenerzähler, der mit dem Schreiben anfing, als er mit dem Spielen aufhörte. Der in Deutsch immer nur eine 4 hatte, der der Tradition seiner Familie folgte und eine Ausbildung machte und nie dachte, von seinen Geschichten leben zu können. Der merkte, dass ihm ohne Geschichten erzählen etwas im Leben fehlte und deshalb sein Schreiben mit allen möglichen Jobs finanzierte. Der sehr strukturiert arbeitet und sich seiner „Zeitfenster“ bewusst ist.

(Mehr zu ihm auf seiner Homepage).

KiJu 2013 Thorsten Nesch 008

„Weisst du am Anfang eines Buches, wie es ausgeht?“ „Wie veröffentliche ich am besten meine Geschichten?“ Auch für die angehenden Schriftsteller hatte er ausführliche Ratschläge dabei, von der Erstellung einer Storyline, über Exposés bis zur Teilnahme an Schreibwettbewerben, von denen es gerade für junge Autoren viele gibt.

Die Pause übersprang er gekonnt, um sich in kleinem Rahmen den Schreiblustigen zu widmen und im kleinen Rahmen weiterzuhelfen.

Die benachbarte Deutsche Schule kam mit ihren 8. – 10- Klassen im Anschluss auch in den Genuss der Lesung. Und das Bücher tatsächlich Spass bringen können, konnte man wunderbar an einem notorisch nicht-lesenden, bücherallergischen 8.Klässler beobachten, der sich die ganze Lesung über köstlich amüsierte.

KiJu 2013 Thorsten Nesch 007

Vielen Dank, Thorsten, für einen spannenden Vormittag!

P.S. Unser Exemplar von „Joyride Ost“ ist leider bereits ausgeliehen……….

Plakat

Gemeinsam mit vielen, vielen Bibliotheken in Skandinavien war es gestern, am 11.11. um 19 Uhr, soweit:

zur selben Zeit sollte die gleiche Passage aus dem Buch „Eis-Schloss“ des Norwegers Tarjei Vesaas vorgelesen werden, das Ganze in gemütlicher Stimmung bei Kerzenschein. So war die Grundidee, die wir in Zusammenarbeit mit der dänischen Bibliothek in Tingleff aufgriffen. Wir hatten im Vorfelde die Nachschule gebeten, uns bei dem Abend behilflich zu sein – was aber die beiden Lehrer Adeline Muntenjon und Jasper Andresen zusammen mit einer Auswahl Schüler gestern abend an Programm zusammengestellt hatten, war beeindruckend.

skumringstime 1

Skumringstimen 2013 011 Souverän moderierten, lasen und musizierten sie sowohl auf deutsch als auch auf dänisch. Die Zweisprachigkeit, die das Grenzland hier so prägen, war den ganzen Abend präsent, ob bei den gemeinsamen Liedern oder dem vorgelesenen Text.

Skumringstimen 2013 012

Gekrönt wurde das Ganze aber durch die Soloeinlagen mit Violine und Klavier,

Skumringstimen 2013 015

dem Vortrag eines selbstverfassten Gedichts

Skumringstimen 2013 002a

oder einem ausdrucksstarken Gesang

Skumringstimen 2013 007

Ein grosses Dankeschön an die Nachschule für einen wunderschönen Abend und – wie sie uns zusicherten – dem Auftakt einer neuen Tradition. Gerne wollen sie die „Dämmerstunde“ in den kommenden Jahren erneut ausrichten. Darüber freuen wir uns sehr – wer also dieses Jahr nicht dabei sein konnte, kann sich schon den nächsten November im Kalender vermerken. Es lohnt sich!

Skumringstime 3a

Nächste Seite »