mit Brigitte Blobel nach der Lesung am 20.11.2013

Wie kamst Du dazu, Autorin zu werden?

Ich lag mit 12 Jahren längere Zeit im Krankenhaus. Damit ich mich nicht langweilte, haben meine Eltern mir eine Schreibmaschine geschenkt, womit ich meine ersten Geschichten geschrieben habe. Besonders lustige Geschichten waren das, über die ich lachen mußte.

Im „Hamburger Abendblatt“ wurden früher immer Kurzgeschichten bekannter Autoren veröffentlicht. Ich habe meine auch hingeschickt, bekam aber eine Absage, weil ich noch so jung und unbekannt war. Dann habe ich solange Briefe an die Zeitung geschrieben, bis sie sie veröffentlicht haben. Das war mein erstes Honorar.

Schreibst Du nur Jugendbücher oder auch für Kinder und Erwachsene?

Ich habe Drehbücher und einige Romane für Erwachsene geschrieben. Für Kinder habe ich eigentlich, bis auf die Süderhof-Reihe, nicht geschrieben. Als ich Kind war, hatte mein Vater zwar eine riesige Bibliothek zu Hause, aber Kinderbücher waren da nicht dabei. Ich habe mit 10 Jahren über archäologische Entdeckungen gelesen und wollte dann auch Archäologin werden.

Was war Deine erste Geschichte für Jugendliche?

Meine erste Geschichte habe ich für meine Tochter geschrieben. Sie lag krank im Bett und draußen spielten die Kinder auf der Straße Völkerball. Da bin ich runtergegangen und habe sie eingeladen zu Saft, Keksen und einer Geschichte. Zuerst kamen sie nur wegen des Safts und den Keksen, aber als sie die Geschichte gehört hatten, wollten sie auch die Fortsetzung hören. Da mußte ich mich dann abends hinsetzen und weiterschreiben.

Schreibst Du jetzt an einem Buch?

Nein, aber an einem Drehbuch für einen Kinofilm.

Schreibst Du Deine Bücher durchstrukturiert oder sind sie eher spontan?

Ich weiß, wovon das Buch handeln soll, aber nicht, wie es endet. Wenn ich das vorher weiß, wird es mir langweilig zu schreiben. Manchmal merke ich erst in der Mitte der Geschichte, daß mir der Anfang nicht gefällt und schreibe ihn dann neu.

Es dauert ungefähr 1 1/2 Jahre, bis ein Buch fertig ist, vom ersten Schreiben, bis es gedruckt im Buchladen liegt. Ich schreibe ca. ein Viertel Jahr an einem Buch, dann geht es an den Verlag.

Schreibst Du Deine Bücher per Hand oder auf dem Computer?

Ich schreibe meine Bücher auf dem Computer, weil meine Handschrift nicht lesbar ist, das haben mir damals schon meine Lehrer gesagt. Ich musste mit 16 Jahren sogar einen Schönschreibkursus belegen, das war sehr peinlich.

Meine Sekretärin hat danach sehr viel zu tun, weil sie meine ganzen Fehler berichtigen muß. Ich bin wohl halbe Legasthenikerin. Aber obwohl ich so viele Rechtschreibefehler mache und Buchstaben vertausche, bin ich doch als Autorin erfolgreich geworden.

Hast Du die Situationen in Deinen Büchern selbst erlebt oder woher bekommst Du Deine Ideen?

Auf meinen Reisen bekomme ich viele Ideen, meine Erlebnisse in Südafrika habe ich im Buch „Heart Crash“ benutzt. Als ich in den USA war, war Cyber-Mobbing in allen Talk Shows, in Deutschland war es noch nicht so bekannt. Da habe ich dann das Buch „Böses Spiel“ geschrieben, in dem es um Cyber-Mobbing geht. Oder manchmal erlebe ich Sachen in der Nachbarschaft, die ich dann in einem Buch verwenden.  So litt die Tochter einer benachbarten Familie an Magersucht und wurde immer dünner, mußte im Krankenhaus zwangsernährt werden, das habe ich im Buch „Jeansgrösse 0“ aufgegriffen.

Was machst Du in Deiner Freizeit?

Auf unserem Hof auf Mallorca bauen wir Wein, Oliven und Aprikosen an. Allein die Olivenernte dauert eine Woche, da helfen alle mit. Meine Gänse Gustav und Daisy patrouillieren alle paar Stunden um das ganze Gelände, da brauchen wir keinen Wachhund. Dreimal im Jahr kommen meine Enkelkinder zu Besuch.

Brigitte Blobel 013Anna, Ann-Sophie, Celine, Britt, Nicole, (Lærke) und Frederikke im Gespräch mit Brigitte Blobel

Die JugendBücherRedaktion in Aktion

(PS Es handelt sich um eine inhaltliche, nicht um eine wortwörtliche Wiedergabe des Gespräches, das die Mädchen mit ihr geführt haben.)