April 2014


Ein kleiner Fernsehtip, falls das Wetter zum Wochenende wieder schlechter werden sollte:

Wer die letzte Musikalische Kaffeetafel noch einmal Revue passieren lassen möchte, hat jetzt die Möglichkeit dazu:

ALT-TV (Aabenraa Lokal TV) hat den gesamten Abend gefilmt, das Filmmaterial ist jetzt auf den lokalen Sendern und auf Youtube zu sehen.

Das wöchentliche Programm und Archiv ist hier zu finden.

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Wir verabschieden uns jetzt in die Osterferien bis zum 23. April und wünschen allen unseren LeserInnen sonnige Ostertage.

Narzissen

Noch heute und morgen könnt ihr euch mit allem Notwendigen eindecken, was ihr für die Osterferien braucht:

spannende Krimis und rührende Liebesromane, falls es regnet

Gartenbücher und -zeitschriften für die Gartenarbeit

Kochbücher und-zeitschriften mit Inspirationen fürs Ostermenü

DVDs für einen gemütlichen Abend

Osterbastelbücher, falls ihr noch nicht angefangen habt mit den Osterbasteleien

Bilderbücher zum Vorlesen für die Kleinen und und und und und.

Ab nächster Woche sind wir dann in den Osterferien und die Bücherei hat geschlossen. Gutes Wetter und Sonnenschein ist bestellt.

 

Bücherbalkon

Brand Sonderburg

Sonderburg brennt, Bombardement am 3. April 1864

150 Jahre ist es her – der Deutsch-Dänische Krieg, der sich bei uns in der Gegend vorwiegend um die Düppeler Schanzen bei Sonderburg abspielte.

Anfang 1864 schickten die Preußen und Österreicher ihre Armeen auf den Weg nach Norden und überquerten am 1. Februar 1864 die Eider – der Start eines Krieges, bei dessen Ende Dänemark mit Schleswig-Holstein auch Nordschleswig abtreten musste.

Die dänischen Soldaten wurden bis nach Düppel zurückgedrängt, wo sie zur Verteidigung die 10 ringförmig angeordneten Schanzen errichteten. Angespitzte Holzpalisaden, Wolfsgruben, vergrabene Messer und Eggen sollten die Feinde abwehren.

Heftig war der Kampf, Sonderburg wurde bombadiert und brannte. Letztendlich mussten die Dänen die Niederlage anerkennen.

fluchtFlucht der Zivilbevölkerung aus Sonderburg mit Hab und Gut, 3. April 1864

Der Deutsch-Dänische Krieg erregte internationale Medien-Aufmerksamkeit. Englische, französische und sogar japanische Korrespondenten wurden ins Krisengebiet geschickt, zu den Kriegsreportern kamen die „Special Artists“, heute würde man Bildreporter dazu sagen. Sie sollten für die Mitte des 19. Jahrhunderts entstandenen Illustrierten das Bildmaterial liefern, Szenen des Krieges festhalten.

Ihre im Kriegsgetümmel entstandenen Zeichnungen wurden per Kurier an die Zeitungen in Paris, London, Leipzig und Wien geschickt. Holzschneider schnitzten dann Druckvorlagen in Holz für die Zeitungsausgabe.

Diese Illustrationen des Krieges 1864 rund um Düppel und Sonderburg sind jetzt hier in der Bücherei zu sehen. Die Original-Ausschnitte aus den Illustrierten aus 1864 stammen aus einer Sammlung, die uns Hans Joachim Kürtz freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Die Ausstellung ist vom 08.04. – 30.05.2014 in den Öffnungszeiten der Bücherei zu besichtigen.

Düppelmühle

Die zerschossene Düppeler Mühle

Tinglev Station før 1920Rund 80 interessierte Zuhörer kamen gestern zu einem spannenden Streifzug durch Tingleffs Geschichte, zu dem Tinglev Bibliotek und die Deutsche Bücherei eingeladen hatten.

Bent Pawlowski und Leif Christiansen vom Lokalhistorischen Archiv in Tingleff wussten lebhaft und anschaulich zu erzählen, wie sich Tingleff von einer kleinen Ansammlung von Höfen rund um die Kirche (und dazu gehört auch das Gebäude der Deutschen Bücherei) zu einer Kleinstadt mit eigenem Bahnhof entwickelte.

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Von mysteriösen Moorleichen war die Rede, vom Brand des Kirchturms, der das Blei auf dem Dach schmelzen ließ, von einer Mühle auf dem heutigen Zentrumplatz, die Stein für Stein aus Sonderburg abgebaut und in Tingleff wieder aufgebaut wurde.

Im Mittelpunkt aber stand der Bahnhof, der vor 150 Jahren, am 15. April 1864, eingeweiht wurde. Leif Christiansen hatte in mühevoller Recherche und Kleinarbeit ein Modell des Bahnhofes nachgebaut, nur an Hand von noch wenig existierenden Fotos.

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Gut konnte man den Wasserturm erkennen, der für die Befüllung der damaligen Dampflokomotiven benötigt wurde. Auch von den „Schwellenhäusern“ wurde erzählt, die man, für damalige Verhältnisse mit 70qm relativ groß, aus gebrauchten Eisenbahnschwellen baute.

Viele Kindheitserinnerungen wurden beim vorwiegend älteren Publikum wach, die noch als kleine Steppkes in der Remise gespielt oder Verwandte in den Schwellenhäusern besucht hatten. Gerade solche Erinnerungen sind für das Lokalhistorische Archiv Gold Wert, so konnten auf alten Fotos von Post- oder Eisenbahnmitarbeitern Personen identifiziert werden, bei denen man sich nicht ganz über den Namen im Klaren war. Bent Pawlowski rief noch einmal dazu auf, bevor man irgendwelche alten Fotos oder Erinnerungsstücke wegwerfe, doch erst das Lokalhistorische Archiv zu kontaktieren, damit diese für die Nachwelt bewahrt werden könnten.

Dies, so waren sich alle Beteiligten, ob Zuschauer oder Veranstalter, einig, war wohl nicht der letzte historische Abend in gemeinsamer Runde, die Liste der möglichen Themen ist noch lang.

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Kurz vor den Sommerferien ist es wieder soweit, der Sonnenschirm wird aufgespannt und die neuen Bücher werden hervorgekramt. Der Ferienleseclub für SchülerInnen ab der vierten Klasse wird wie letztes Jahr eröffnet. Mehr dazu erfahrt ihr später.

Eine gute Neuigkeit erreichte uns bereits jetzt: Wie im letzen Jahr konnte der Arena-Verlag wieder als Sponsor gewonnen werden (ihr erinnert euch an unseren „Brigitte-Blobel-Lesungs-Gewinn“?).

Jede der teilnehmenden Büchereien erhält ein Buchgeschenk im Werte von über 100 €, insgesamt 7 Bücher aus dem aktuellen Arena-Programm. Da wird für jeden etwas dabei sein! Um welche Titel es sich handelt, wird aber nicht verraten…..  Kleiner Tipp, siehe Foto 🙂

 

Spende Arena-Verlag

Das Werbebild für den Ferienleseclub wurde auch aktualisiert. Nun hoffen wir, dass die Aktion von den SchülerInnen auch gut angenommen wird. Unsere JugendBücherRedaktion wird auf jeden Fall dafür werben!

Plakat

Gestern abend war es soweit – die dritte und vorerst letzte Musikalische Kaffeetafel wurde eröffnet – und das Publikum strömte erwartungsvoll herbei. Es hatte sich herumgesprochen, daß es sich sowohl wegen der geselligen musikalischen Unterhaltung als auch wegen der ausgesuchten Torten lohnte, dafür den Fernsehabend zu opfern. Das Ganze dann auch noch für einen guten Zweck.

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Der Saal füllte sich schnell und die letzten mussten im Gang stehen – oder sich, wie diese nicht bezahlenden, aber sehr neugierig- interessierten Zaungäste, vor dem Fenster den Schnabel platt drücken.

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Hinrich Jürgensen, Hauptvorsitzender der deutschen Minderheit in Dänemark, hielt die Eröffnungsrede – und, wie es sich hier im Grenzland gehört und passend zur Intention der Veranstaltung, unterhaltsam auf deutsch und sønderjysk.

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Die Minikonfirmanten der Tinglev Skole sangen den Frühling ein,

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gefolgt von den „Solstrålerne“, einem Chor von jungen Menschen mit Behinderung, die ihrem Namen alle Ehre machten und voller Enthusiasmus ihre Lieder vortrugen.

 

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Ruhiger ging es zu, als Bodil Eskildsen ihr Cello hervorholte und begleitet von Judith Brandenhoff am Klavier drei Stücke spielte.

026Dann war es aber auch mit der Ruhe vorbei, denn nach der traditionellen humoristischen Einlage von Arne Lunding (ohne geht es nicht bei einer echten Musikalischen Kaffeetafel) kam QuerBlech hereinspaziert. Und wer so langsam begann, vor sich hin zu schlummern, wurde jetzt schlagartig wach. Das deutsch-dänische Blechensemble aus dem Grenzland wusste durch eine bunte Mischung ihres Repertoires zu glänzen, das von kirchlicher Musik bis zu Procol Harum reichte. Sie begleiteten die gemeinsamen deutsch-dänischen gemeinschaftlichen Lieder, die das Publikum gerne mitsang und untermalten ein gekonnt vorgetragenes „Capri-Fischer“-Solo.

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Und was wäre die Musikalische Kaffeetafel ohne Ines´ berühmte Torten, von denen reichlich da waren? Da lief einem schon beim Hinsehen das Wasser im Munde zusammen.

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Wohlgesättigt ging es in die zweite Runde. Die neue Pröbstin Kirsten Sønderby hielt eine kurze Ansprache, die Tingleffer Pastorin Trine Parbro beglückwünschte die Leiterin des Tingleffer „Kirkens Korshær“ zum 25jährigen Bestehen des gemeinnützigen Geschäftes.

 

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QuerBlech forderte die Zuschauer noch einmal heraus zu einem musikalischen Quiz, einem dänischen und einem deutschen Potpourri aus bekannten Liedern, die erraten werden sollten. Das weckte Begeisterung, es wurde geraten, mitgesungen und geschunkelt.

Der krönende Abschluß war wieder einmal das Tingleffer Feuerwehrorchester, das das Publikum mitriss.

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Bürgermeister Thomas Andresen war leider durch eine akute Sitzung verhindert, deswegen übernahm Trine Parbo die ehrenvolle Aufgabe, den Scheck mit dem Überschuß der drei Veranstaltungen an das Pflegeheim Grønningen zu überreichen.

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Wir Veranstalter (Tinglev Bibliotek, Deutsche Bücherei Tingleff, Ines Jensen und Lars Myhre) sind überwältigt von dem Erfolg der drei Veranstaltungen, der unser aller Erwartungen bei weitem überstiegen hat. Die gute deutsch-dänische Zusammenarbeit ist gerne vom Publikum beider Volksgruppen angenommen worden. An dieser Stelle noch einmal ein Dank an alle, die durch ihr ehrenamtliches Auftreten am Erfolg beteiligt waren, sowie an alle, die durch ihr Erscheinen einen Beitrag dazu geleistet haben, dass den Bewohnern von Grønningen eine Freude gemacht werden konnte!

Zum Abschluss noch ein paar Stimmungsbilder:

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als Ankündigung zu unserer nächsten Veranstaltung „Als die Eisenbahn nach Tingleff kam“ am Donnerstag, 3. April, 19 Uhr im Bürgersaal.

Alle sind willkommen, der Eintritt ist frei.

Nordschleswiger