Lässig schlenderte er durch den Saal auf die Bühne zu, mit lockerem Schlabbersweatshirt, ausgelatschten Turnschuhen, die Wollmütze tief ins Gesicht gezogen. Genüsslich fläzte er sich auf seinen Stuhl und begann übergangslos zu lesen.

Rasante Rollenwechsel, akrobatische Einlagen, ernste Szenen, russisch-deutscher Dialekt, cooles Jungengebaren – die Lesung wurde nie langweilig. Rainer Rudloff trat im Rahmen der Kinder- und Jugendbuchwochen in der Deutschen Nachschule Tingleff auf.

DSC_0977Gebannt folgten die 9. und 10. Klassen der Deutschen Nachschule in Tingleff dem Ein-Mann-Theater auf der Bühne. Ab und zu ein lautes Kichern bei einer besonders witzigen Stelle, ansonsten war es mucksmäuschenstill im Saal.

Nach ein paar der szenischen Lesungen erzählte Rainer Rudloff etwas zum tragischen Lebens des Autors und ging über zum nächsten Autor, der zeigte, daß man Sachbücher auch unterhaltsam schreiben kann. („Ein deutscher Autor hätte ein Thema wie Umwelt-und Artenschutz langweilig und bierernst geschrieben, dieses Buch sprüht vor britischem Humor“), wovon sich die Schüler überzeugen konnten, ging es doch um Kondomkauf in China (nicht zu dem Zweck, für den sie gedacht sind – wer hatte so etwas gedacht?), was etwas schwierig ist, wenn man die Sprache des anderen nicht versteht und man auf Mimik und Gestik übergehen muss…….

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Interessiert stellten die Lehrer und Schüler Fragen und verlangten zum Schluß noch eine Zugabe, die sie auch bekamen. Im Anschluß an die Pause bekamen die 9. und 10. Klassen der Deutschen Schule Tingleff noch die Gelegenheit, Rainer Rudloff in Aktion zu erleben. Ein kurzer Bericht im „Nordschleswiger“.

Vielen Dank an Rainer Rudloff für die lebendige Lesung und an die Deutsche Nachschule, die wieder hervorragend für die Räumlichkeiten und die Technik gesorgt hat!