Februar 2015


in den gut gefüllten Bürgersaal.

Gestern abend trat der Flensburger Chor „Sound of Gospel“ vor gespannt wartenden Tingleffer Bürgern auf. Die Bühne war leer, der Saal gefüllt. Leises Flüstern in den Stuhlreihen. Wo blieb bloß der Chor? Da hörte man vom Gang aus afrikanische Gospelklänge, die immer lauter wurde, als der Chor von hinten durch die Zuschauerreihen nach vorne zur Bühne zogen.

Schlagartig verstummten die Gespräche, alle Blicke wandten sich nach vorne, wo der in Schwarz-Rot gekleidete Chor sich auf und neben der Bühne aufstellte.

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Die Begrüssung und weitere Moderation des Abends wurde von unterschiedlichen Mitgliedern des Chores vorgenommen, mal auf dänisch, meist auf deutsch. Sie würden das erste Mal in Dänemark auftreten, verriet der Chorleiter Stephan Krueger dem Publikum. Extra deswegen hätten sie auch zwei Lieder auf dänisch eingeübt, was beim Publikum gut ankam. Ein harmonisches „Velsignelse“, der Segen am Ende des Gottesdienstes, liess die Zuschauer mitsummen.

Bekannte und unbekannte Gospelsongs waren auf dem Programm, traditionelle wie „Joshua fit the battle of Jericho“ wie auch modernere vom schwedischen Gospelkomponisten Joakim Arenius.

Speziell einige der Soli imponierten dem Publikum mit deren Stimmintensität. Als das „Küken des Chores“ Jasmin Sönnichsen mit ihrem Saxophon einzog, war das Publikum verzaubert. Am Klavier spielte Frank Schedukat.

tin_Gospel_Tonglev (2)Fotos: Karin Riggelsen

Anderthalb Stunden und drei Zugaben später brach das Publikum wohlgelaunt auf mit dem Hinweis auf die nächste gemeinsame Veranstaltung von Tinglev Bibliotek und Deutsche Bücherei Tingleff genau vier Wochen später: am 26.3., 19 Uhr, wird Rødkål og Sauerkraut serviert: „Rødkål&Sauerkraut steht für dänisch-deutsche Unterhaltung vom Feinsten. Schlagfertig und tiefgründig, lustig und informativ: musikalische Satire mit Hygge-Garantie!“

Vi ses, bis dann!

 

An einem Wochenende, an dem es draußen nass-kalt regnet und stürmt, verkriecht man sich am liebsten auf dem Sofa, ein warmes Feuer im Ofen, eine schnurrende Katze auf dem Schoß – und ein Wohlfühlbuch in der Hand……

Meines dieses Wochenende war:

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Beth Hoffman – Ein Laden, der Glück verkauft

Bereits der Titel macht neugierig und stimmt auf die kommenden Stunden ein: Charleston, USA. Teddi weiß bereits als Kind, dass sie mit dem Restaurieren alter Möbel ihr Geld verdienen will. Sie wächst mit ihrer Familie auf dem Lande in Kentucky auf, aber als ihre Mutter sie nach dem Schulabschluss dazu drängt, einen Sekretärinnenkurs zu belegen, um eine zukunftssichere Ausbildung zu bekommen, verlässt sie ihr Zuhause und zieht nach Charleston. Dort findet sie bei einem Antiquitätenhändler eine Anstellung und lernt von ihm das Geschäft.

Teddi kämpft sich durch, lässt sich in ihrem Traum nicht beirren und kann, mit Unterstützung eines reichen Kunden, den Laden nach dem Tod des Antiquitätenhändlers übernehmen.

Sie liebt das Sammeln, Ersteigern und Aufbereiten alter Möbel, gibt ihnen ihren alten Glanz und ihre Würde zurück, und schafft in ihrem Laden eine Atmosphäre, dass die Kunden gerne wiederkommen. Unterstützt wird sie von ihren beiden Mitarbeitern Albert und Inez und ihrer Freundin Olivia, die für sie wie eine Familie sind.

In Rückblenden erfahren wir mehr über Teddies eigene Familie: ihr Vater, der sie immer unterstützt hat, ist gestorben, zu ihrer Mutter hat sie ein zwiegespaltenes Verhältnis und ihr geliebter kleiner Bruder, der sich mehr zur Natur hingezogen fühlte als zu Menschen, verschwindet eines Tages spurlos. Dies belastet Teddie bis heute, sie weigert sich, an den Tod ihres Bruders zu glauben.

Bereits in ihrem vorherigen Roman „Die Frauen von Savannah“ ist Beth Hoffman eine gefühlvolle Familiengeschichte von starken Frauen geglückt, der jetzige Roman steht dem ersten in nichts nach. In leise Tönen beschreibt Beth Hoffman Teddie und ihr Leben, lässt Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen,  Liebe und Nächstenliebe durchziehen den Roman, ohne allzu sehr ins Kitschige abzugleiten. Die 450 Seiten sind schnell verschlungen, ohne dass man es so richtig merkt. Ein warmherziger Familienroman für dunkle Wintertage.

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Dieses Angebot machte Claudia Knauer, seit Beginn des Jahres im Chefsessel des Verbandes Deutscher Büchereien in Nordschleswig, unseren LesernInnen und Nutzern. Nachdem sie bereits in Apenrade, Sonderburg, Hadersleben und Tondern gewesen war, kam gestern die Reihe an Tingleff. Und die Tingleffer nahmen das Angebot gerne an.

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Auf interessante Weise berichtete Claudia aus ihrem Lebenslauf und gab Einblicke in ihre geplanten Ideen für die zukünftige Bibliotheksarbeit. Anklang fand der Vorsatz, Veranstaltungen an unterschiedlichen Tagen und auch mal zu einem früheren Zeitpunkt stattfinden zu lassen. Die Unterhaltung wurde lebhaft, als es auf das politische Forum kam, was unter Claudias Leitung bereits einmal erfolgreich stattgefunden hat. Da waren viele Themenideen dabei, aus denen für künftige Foren ausgewählt werden kann.

Dass es bei der Zukunftsbibliothek nicht nur um Ausleihzahlen gehen kann und darf, machte Claudia sehr deutlich. Bibliotheken sollen zu Begegnungsstätten werden, wo man sich ungezwungen und auch ausserhalb der mit Personal bemannten Öffnungszeiten treffen kann. Es ist ausdrücklich erwünscht, dass Tingleff und Tondern auch zu einer „Offenen Bücherei“ werden sollen, so wie es bereits in Sonderburg, Hadersleben und Apenrade der Fall ist, das machte Claudia bei dem Treffen gestern deutlich, der Antrag für Tingleff ist gestellt, nun liegt es an den Geldgebern….

 

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 Ein gemütlicher, auch lebhafter Nachmittag für alle!

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Ein herzliches Dankeschön an unsere treuen Leser 🙂

 

Freundlicherweise wurden wir durch einen unserer Leser auf folgende Anzeige aufmerksam gemacht, mit der  1890 das neue Buch von Frl. Johanna von Sydow in einer Zeitschrift beworben wurde:

„Dieses reizende Buch verkörpert auf das glücklichste den Gedanken:“ Jeder Mutter ein ansprechendes Buch zu bieten, aus dem sie ihren kleinen Lieblingen herzige kleinere Gedichte oder Geschichten selbst vorlesen und dem Auge des Kleinen zugleich die entsprechende bildliche Darstellung zu weisen vermag.“ – Die zahlreichen hübschen Kinderbilder, die glückliche Wahl des textlichen Stoffes, das ansprechende Aeußere empfehlen das Buch vor vielen anderen ähnlicher Richtung ; es ist in der That ein Schatz für die Kleinen, deren Lieblingsbuch es sicher bald sein wird.“

 

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Nebenbei angemerkt:

Johanna von Sydow war unverheiratete Tochter aus einer adligen Offiziersfamilie, geboren 1850. Sie verfasste Texte für Zeitschriften und war ihrer Zeit weit voraus. Waren es erst Ratgeber zu Mode, Hausfrauentugenden und Kinderbücher, die sie veröffentlichte, forderte sie bereits 1881 in dem Ratgeber „Behalte mich lieb! Mitgabe beim Eintritt in die Welt und an das gesellschaftliche Leben“, der sich an 16jährige Töchter der gehobenen bürgerlichen und adligen Schichten richtete, eine „praktische Tüchtigung“ für ebendiese Mädchen und listet eine Reihe der beruflichen Möglichkeiten auf. Die Mädchen sollten im Falle der Not sich selber versorgen können und nicht dem nichtstuenden „Tantendasein“ ausgeliefert sein, ein sehr emanzipatorischer Aufruf in adligen Kreisen der damaligen Zeit!

behalte mich lieb

 

 

 

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Mats Wahl: Emma und Daniel

Emma hat sich auf ein paar Wochen Ferien mit ihrem Vater gefreut. Sie wollten ein Anglercamp besuchen, nur sie beide. Doch ihr Vater hat eine neue Frau kennengelernt und die soll zusammen mit ihrem Sohn auf Urlaub kommen.

Daniel ist das totale Gegenteil von Emma, er findet angeln doof und ausserdem gibt es im Camp keinen Strom für seinen Laptop. Als Emma ein Zimmer mit Daniel teilen soll, packt sie ihre Sachen und zeltet vor ihrer Hütte. Da hofft sie, weit weg von Daniel zu sein. Aber zwei Tage später soll er auch mit auf einen Ausflug zum Ovansjø und irgendwann sind sie ganz auf sich gestellt……

Empfehlung:

Ich fand das Buch spannend und mochte nicht wieder aufhören zu lesen. Mir gefiel die Geschichte zwischen Emma und Daniel.

Ab 12 Jahren.

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Emma, 6. Klasse

„Sound of Gospel“ – seit über 30 Jahren besteht der Flensburger Gospelchor schon, der mit viel Begeisterung und Elan die englisch-amerikanischen Sprituals und Gospel zum Leben erweckt. „Wir möchten unsere Zuhörer bewegen, berühren, anstecken lassen von Spirit, Soul und Groove der Musik. Alle sind eingeladen mit zu klatschen und zu schnipsen, zu tanzen und mit zu singen!“ so die Aussage des Chores.

Wer Lust hat, dies live zu erleben, ist herzlich eingeladen, am

Donnerstag, 26.02.2015

19 Uhr

im Bürgerhaus Tingleff

mit dabeizusein, wenn der Flensburger Chor bei uns zu Gast ist. Tinglev Bibliotek und die Deutsche Bücherei Tingleff freuen sich auf ein mitreißenden Abend.

Eintritt: 30,- Kronen

Alle sind willkommen!

Sound of Gospel

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Fletcher Moss: Der Giftschmecker

Eigentlich ist Dalton Fly ein gewöhnlicher Giftschmecker, der bei reichen Familien als Vorkoster eingesetzt wird. Er kennt jedes Gift und deren Wirkung. Doch eines Tages wacht er auf und hat keinerlei Erinnerungen an seinen letzten Auftrag. Er weiß nur eines, sein Freund und Kollege Bennie ist tot und er selbst wird gesucht.

Zusammen mit seinem besten Freund Sleepwell und seiner letzten Auftraggeberin Scarlet Dropmore flieht er durch die Stadt. Es werden noch weitere Giftanschläge auf Adlige in der Stadt verübt. Die drei Verfolgten kommen in den Besitz einer besonderen Karte und nach und nach entdecken sie den Grund für die Verfolgung und Ermordungen in der Stadt….

Empfehlung:

Ich fand das Buch wirklich gut, weil es eine mitreißende Story hat. Das Umfeld und die Situation sind sehr gut beschrieben und es ist einfach schwer, das Buch wieder wegzulegen. Ich würde das Buch Kindern ab 12 Jahren empfehlen, die sich auch von einer spannenden Geschichte begeistern lassen.

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Celine, 9. Klasse

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mit Bilderbuchkino und Schatzjagd – ein geglückter Vormittag für alle Beteiligten.

Sonnabend waren die Eltern des Kindergarten Tingleff eingeladen, mit ihren Kindern die Bücherei zu besuchen, um zu sehen, was die Kinder da eigentlich machen, wenn sie einmal im Monat ihren Büchereitag haben.

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Auch die Püppi durfte mit.

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Nach einer kleinen Begrüßung bei Kaffee, Saft und Kuchen ging es auf Schatzjagd. Shrek hatte wieder zugeschlagen: die Schatzkiste war verschwunden….

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An verschiedenen Stationen mussten Aufgaben gelöst werden, um an Hinweise auf das Versteck der Schatztruhe zu kommen.

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Es war schon ganz gut, dass die Kindern den Eltern dabei helfen konnten!

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Zwischendurch tat eine kleine Stärkung gut…

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Groß war die Freude, als die Schatzkiste gefunden war – da war für jedes Kind eine kleine Überraschung dabei!

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Auch das Bilderbuchkino kam gut an – nicht zu vergessen der obligatorische Stempel auf der Hand beim Abschied – DER kam den Eltern doch bekannt vor!

Wer ist diesmal nicht geschafft hat, dabeizusein: Wir wiederholen den Schnuppertag im Oktober!

 Danke für einen schönen Vormittag!

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