Auf ein spannendes Kapitel des amerikanischen Büchereiwesens bin ich durch Zufall in den Weiten des Netzes gestoßen:

Die „Book Women“ (Bücherfrauen), die in den 1930er Jahren auf dem Pferderücken die entlegenen Bergdörfer Kentuckys mit Büchern belieferten.

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Die Bücherei auf Pferderücken wurde durch die „Works Progress Administration WPA“ finanziert, der Arbeitsbeschaffungsbehörde, die Franklin Roosevelt 1935 ins Leben rief, um der hohen Arbeitslosigkeit im Zuge der Depression entgegenzuwirken. Auffallend war an diesem Projekt, dass die Mehrzahl der berittenen Bücherlieferanten Frauen waren.

Bezahlt wurden nur die Arbeitskräfte, für die Bücher, Zeitschriften und Zeitungen mussten die örtlichen Verwaltungen selber aufkommen, weswegen man auf Spenden angewiesen war. So bekam man die ausgeschiedenen Bücher der öffentlichen Büchereien, alte Schulbücher, alte Zeitschriften. Die Nachfrage stieg so sehr, dass man kreativ wurde und sogenannte „Scrapbooks“ aus ausgeschnittenen Zeitungsartikeln, Rezepten usw. anfertigte, die reißenden Absatz fanden.

1943 fand dieses Projekt ein Ende, als die Finanzierung durch die WPA  stoppte.

Wer mehr zu diesem spannenden Kapitel lesen möchte, wird hier und hier fündig.

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