April 2018


Zentral gelegen in der Nähe von Bahnhof, Einkaufszentrum, Hafen und Fußgängerzone befindet sich die Stadtbücherei Kiel seit dem Jahre 2000 im Neuen Rathaus Kiel. Über die ganze Oberetage streckt sich die Bücherei, ein langgezogener Raum, der in einem lichtdurchfluteten Lesebereich endet. Hier sitzen die Besucher gerne auf den Logenplätzen mit direktem Blick auf den Hafen und den großen Fähren, die unmittelbar davor am Kai anliegen.

Ein langer, schmaler Raum bietet für die Innenarchitektur Herausforderungen. Hier hat man die langen Regalreihen unterbrochen durch Nischen, Sitz- und Computerarbeitsplätze.

Der Besucher wird automatisch vom Ende des Ganges, der Fensterfront angezogen.

Für unsere Leser in Dänemark ein Kuriosum,  Bestsellerservice gegen Bezahlung und mit verkürzter Leihfrist. Wir haben es gut, ruft man sich wieder ins Gedächtnis: Dank Bibliotheksgesetz gibt es keine Jahres- oder Entleihgebühren, nur wer nicht rechtzeitig abgibt, muss mit Mahngebühren rechnen.

Der Rundgang endet in der Jugendecke, die im Jahre 2013 von der Kieler Künstlerin Katharina Kierzek neu dekoriert wurde – ein wahrer Hingucker!

Wer möchte es sich da nicht gemütlich machen und in den Büchern stöbern?

 

Große Aufregung in Tingleff heute morgen. Nach einem Schusswechsel in der Nacht war ein Großaufgebot an Polizisten, Spurensicherung und Hundestaffel in Tingleff, die Hauptstrasse und umliegende Gebiete wurden abgesperrt und durchsucht.

Als ob es abgesprochen war, hatte sich die 2. und 3. Klasse der Deutschen Schule Tingleff zum Erste-Hilfe-Kursus in der Bücherei angemeldet. Lasse Andersen aus Flensburg führte die Kinder einen ganzen Vormittag lang gekonnt in die lebensrettenden Maßnahmen ein.

„Man kann nie zu früh damit anfangen“, so sein Credo. Und bei einem kurzen Austausch mit den Kindern stellte sich heraus, dass bereits viele Situationen in Familie und Bekanntenkreis erlebt hatten, wo schnelle Hilfe gefragt war.

„Was macht ihr, wenn jemand friert?“ – Die dünne Decke im Verbandskasten wurde ausprobiert.

Schön kuschelig unter dieser Decke bei den momentanen hochsommerlichen Temperaturen….

„Wisst ihr, was der Kreislauf ist?“ Sofort war der Witzeexperte der 3. Klasse auf dem Plan. Wie aus der Pistole geschossen kam die Antwort:“Warum läuft der Mann seit Stunden im Viereck? Weil er Kreislaufprobleme hat…..“

Verbände wurden fachmännisch angelegt. Und wenn man mit den Einweghandschuhen fertig ist:

Vollste Konzentration bei der Herzmassage und der stabilen Seitenlage:

Und abschließend wurde der „Hjertestarter“ ausprobiert…

Versehen mit einem Erste-Hilfe-Ausweis und mit vielen Verbänden um Arme und Beine ging es mittags zurück in die Schule. „Nicht, dass jetzt eine Schlagzeile in der Zeitung erscheint, dass viele verletzte Kinder in Tingleff herumlaufen!“ schmunzelte eine der Lehrerinnen angesichts des Polizeiaufgebotes in Tingleff.

Vielen Dank an Lasse für einen lehrreichen Unterricht!

Fröhliche bunte Stoffe leuchten in unserem Ausstellungsraum. „Kirsebærquilterne“ aus Apenrade, eine Gruppe fleißiger Patchwork-Damen rund um Kirsten Pioch, stellen ihre Quilts, Krabbeldecken, Deko- und Gebrauchsgegenstände im Patchworkstil aus.

Viele Monate lang saß Lilian Krohn und nähte diesen flotten Quilt per Hand. Die Nähmaschine kommt bei ihr nicht in Einsatz. Bei den Damen im Apenrader Aktivitätszentrum „Kirsebærhaven“, das sich mit Angeboten an die 60± wendet, fand sie Unterstützung und Inspiration, freute sich aber auch, mit ihrem gesammelten Wissen beitragen zu können.

Neue Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen – aktuell sucht Kirsten auch noch Mitstreiter / Näherinnen für ein anderes Projekt, das ihr am Herzen liegt.

Christian Panbo aus Apenrade (Blockhäuser) ist seit Jahren Mäzen für die Erntedank-Konzerte (høstkoncerter) im Ort, die ein kostenloses Musikereignis für die ältere Generation sind. Zum 15jährigen Jubiläum erhielt er als Dank ein eigens für ihn gefertigten Quilt, der einen Ehrenplatz in seinem Büro einnimmt. Zum bevorstehenden 20jährigen Jubiläum soll wieder ein Quilt entstehen, diesmal mit maritimen Motiven. Wer Lust hat mitzumachen, kann sich am 30. April um 14 Uhr im Borgerhuset Rødekro näher informieren.

Unsere Ausstellung ist noch bis zum 31. Mai zu sehen.

 

 

 

Etwas ungeduldig saß die 0. Klasse im Nebenraum und wartete darauf, dass es endlich losging. Plötzlich klopfte es und ein Imker in voller Montur betrat den Raum. In der Ecke hatte er seinen Bienenkasten stehen, in der Hand den Smoker, mit dem er vorsichtig Rauch in den Einflugspalt und auf die Kinder pustete. Nach der langen Winterruhe musste er nach seinen Bienen sehen. Vorsichtig hob er den Deckel, um die einzelnen Tafeln herauszuheben.

Die Kinder hielten den Atem an – aber zum Glück war der Stock leer und unter dem Imkeranzug tauchte Mareike auf.

Um Bienchen und Blümchen ging es heute. Wie leben Bienen? 1 Königin im Stock, 40.000 – 60.000 Arbeiterinnen und ein paar Drohnen, die nur einmal gebraucht werden. Von Nektar und Pollen, von Larven und Honig handelte der Vormittag. Gespannt lauschten die Kinder und stellten Fragen.

Bienen sind wichtig für die Bestäubung – und Bienen brauchen Blumen, um zu überleben. Wie schön, wenn zwei Mädchen berichten können, dass ihre Mütter zu Hause einen großen Blumengarten haben!

so der Kommentar von einem der Schüler aus der Deutschen Schule Rapstedt, als er erfuhr, dass die Schule heute früh die Bücherei besuchen sollte. Alle Bücher, die sie beim letzten Mal geliehen hatten, sind schon längst gelesen, Nachschub ist fällig.

In Ruhe wird hier gestöbert und ausgewählt.

Jeder der Schüler durfte 5 Bücher mitnehmen, da soll sorgsam gewählt werden.

Pferdebücher, Warrior Cats, Marielle Meerjungfrau – bei den Reihen taten sich die Mädchen zusammen, so konnten mehrere Folgen mitgenommen werden.

Bei den Jungen standen Traktor Bücher, Comics und Fußball hoch im Kurs. Wer fertig war, konnte schon mal mit dem Lesen beginnen…

Mit knapp 90 Büchern im Gepäck ging die Reise zurück nach Rapstedt und Osterhoist. Bis zu den Sommerferien muss es reichen…..

 

Vor einer Woche erschien das Interview im Nordschleswiger, das Büchereidirektorin Claudia Knauer mit Autor Jens Henrik Jensen aus Esbjerg. Wer keine Zeit gehabt hat, den Artikel zu lesen, findet ihn hier. Heute kam Band 2 frisch ins Haus geliefert, Band 3 wird im September 2018 erwartet.

Drei weitere Bücher stehen neu im Regal – gespannt bin ich auf den Bodensee-Krimi!

Schon seit ein paar Wochen beschäftigt sich die 3. Klasse mit dem (Kreativen) Schreiben. Wurden beim letzten Mal eigene Geschichten mit freiem Thema vorgelesen, galt es zu diesem Mal, einen vorgeschriebenen Anfang fortzusetzen. Drei Schüler und Schülerinnen hatten sich der Herausforderung gestellt und lasen mutig ihre Texte vor. Michelles Geschichte durften wir veröffentlichen:

Knarr – knirsch – Rumpel

Was war das? Erschreckt fuhr Michaela aus dem Bett. Hatte sie das nur geträumt oder waren da wirklich Geräusche im Treppenhaus gewesen?

Sie hielt den Atem an und lauschte. War da jemand?

Ihre Eltern waren heute Nacht nicht zu Hause. Die konnten es also nicht gewesen sein. „Glaubst du, du kannst mal eine Nacht alleine bleiben? Du bist ja jetzt schon 10 Jahre alt.“ Natürlich konnte sie alleine sein, hatte sie behauptet. „Ich bin doch kein Kleinkind, das Angst hat!“

Nun war sie sich aber nicht mehr so sicher. Da- da war schon wieder ein Geräusch! War da jemand im Haus?

(Dies war der vorgegebene Anfang der Geschichte)

Michaela ging leise runter. Sie guckte runter und sah jemanden. Er schaute auf Michaela. Er ging leise zu Michaela hin. Sie lief schnell hoch und legte sich ins Bett, aber dann kam sie auf eine Idee. Sie holte das Telefon und rief die Polizei an. „Hallo, was ist?“ „Da ist ein Einbrecher im Haus!“ „Ok, wir kommen!“ Plötzlich hörte Michaela etwas. Knarr – knirsch – rumpel! Sie bekam Angst. Die Tür ging auf, Michaela sah ihn. Er hatte gelbe Augen und einen schwarzen Mantel an.

Dann kam die Polizei. „Ist da jemand?“ fragten sie laut. Michaela hat leise „Hier!“ gerufen. Die Polizei ging zu Michaela. Michaela sagte:“ Ich habe Angst!““Du brauchst keine Angst zu haben, wir sind jetzt hier! Aber wo ist der Einbrecher? – Psst, jetzt haben wir etwas gehört! Was war das?“ Die Polizisten gingen in eine Ecke. Plötzlich fiel die Tür zu. Jemand kam auf sie zu und hatte eine Pistole in der Hand. Er erschoß zwei Polizisten. Drei Polizisten waren noch da. Michaela und die Polizisten sprangen schnell aus dem Fenster und fuhren weg. Der Mann guckte aus dem Fenster.

Was war passiert? War es ein Traum?

Michaela ging runter. Da war ihre Katze. Was war mit Mama und Papa? – Sie waren auch da! Gut, es war nur ein Traum!

Nächsten Monat ist es bereits soweit, der Grenzlandchor hat seine drei Auftritte in Leck, Flensburg und Tingleff. Der Kartenvorverkauf hat begonnen. Erhältlich sind die Karten in den Büchereien oder online unter aabenraabib.dk.

Nordschleswiger, 08.04.2018

 

120 Zuhörer waren gekommen, um Ester Larsen aus Tingleff von ihrem tragischen Familienleben erzählen zu hören. „Manche Menschen ziehen das Unglück geradezu an“, flüsterte eine Zuhörerin ihrer Nachbarin zu, während sie verstohlen eine Träne wegwischte. Bereits im Kindesalter erkrankte Esters jüngste Tochter Jytte an Leukämie und kämpfte tapfer mit Unterstützung der Familie die nächsten drei Jahrzehnte, bis die schweren Nebenerkrankungen durch Medikamente und Chemo sie 2016 aus dem Leben rissen. Aber auch andere Familienmitglieder erkrankten schwer oder verunglückten.

Ester Larsen hatte bereits früh begonnen, Tagebuch zu schreiben, um die schweren Stunden zu verarbeiten. Diese bildeten die Grundlage für ihr Buch, aber auch für lange Gespräche mit ihrer Tochter Dorte, die über die Jahre hinweg ihr starker Halt war. Mit tränenreicher stockender Stimme las Dorte aus dem Buch vor, zu schwer war es, in der Öffentlichkeit über ihre widerstrebenden Gefühle ihrer Kindheit zu sprechen, die von konstanten Krankenhausaufenthalten der Schwester geprägt waren.

Minutenlangen stehenden Applaus gab es zum Abschluß für den bewegenden und mutigen Vortrag – und bewegt, aber auch gestärkt gingen die Zuschauer nach Hause. „Bliv nu ikke bitter, fru Larsen“, sagte Esters Mann kurz vor seinem Tod zu ihr und daran hielt sie sich. Nicht verzweifeln, nicht aufgeben und trotz aller Widerstände das Positive im Leben sehen. Das nahmen die Zuhörer als Mutmacher mit auf ihren Weg.

Vielen Dank für diesen Abend!

 

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