August 2019


Viele, viele Stunden verbrachte ich als Kind in der Gemeindebücherei, damals noch im schummrigen Keller unter der Sporthalle gelegen. Bergeweise Bücher habe ich dort Woche für Woche abgeschleppt, die Regel mit „Nur 3 Bücher pro Mal“ wurde bei mir gelockert. Ich las wahllos alle Bücher in der Kinderabteilung, nur, damit ich nie ohne Buch war. Manche Bücher hinterließen einen größeren Eindruck als andere. In den Genuß dieser Klassiker, insbesondere der Astrid Lindgren Bücher, kamen dann auch meine Kinder, denen ich jeden Abend vorlies. „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende öffnete die Tür zur fantastischen Literatur und beeindruckte durch die Verschmelzung von Inhalt und Aufmachung des Buches.

Die „Zeit“ hat in einem Artikel bekannte Deutsche gefragt, welches Kinderbuch bei ihnen einen großen Eindruck hinterlassen hat und was sie daraus gelernt haben.

Lindgren, Kästner und Ende sind mit dabei, aber lest selbst den Artikel.

Und wie sieht es bei euch aus? Welches Buch war euer Lieblingsbuch in Kindertagen?

 

Schnell und unkompliziert ließ sich diese Neuerung umsetzen:

Ab sofort ist die Eingabe des Passwortes bei der Ausleihe am Selbstverbucher nicht mehr notwendig. Man loggt sich wie gewohnt mit seiner Krankenversicherungskarte ein und kann danach sofort ausleihen.

Wir hoffen, ihr seid darüber genauso erfreut wie wir!

 

Was sich wohl in den Kisten mit den neuen Büchern verbirgt? Langsam werden die Bücher ausgepackt, angeschaut, eingearbeitet und dabei überlegt, für welche unserer Leser sie wohl in Frage kommen. Schließlich kennen wir die meisten unserer LeserInnen und deren Vorlieben und können entsprechend einkaufen und empfehlen. Habt Ihr Wünsche zu bestimmten Themen, dann sprecht uns an – fast alles lässt sich machen…..

Dieses Jahr sind wir schneller als die Supermärkte! Die ersten Weihnachtsbücher sind rechtzeitig eingetrudelt! Aber keine Angst, noch stehen sie im Lagerraum und warten auf ihren Einsatz in ein paar Monaten. Aber wenn ihr gerne schon loslegen wollt, bestellt sie entweder online oder bei uns vor Ort, dann suchen wir sie für euch heraus 🙂

„Hereinspaziert!“ Mit dem Bus kamen die großen Kinder des Kindergarten Bülderups zu Besuch in die Bücherei. Sie hatten viel Zeit mitgebracht. Und da sie schon früh unterwegs waren, gab es nach einer kleinen Begrüßung erst einmal etwas zu essen und zu trinken.

Gut gestärkt sahen sie Bilderbuchkino. Hase und Igel werden die besten Freunde, bis zu dem Tag im Herbst, wo der Igel verschwindet. Erst im Frühling taucht er gähnend wieder auf. Der Hase vermisst seinen besten Freund sehr, findet aber eine Lösung. Fragen wurden beantwortet, Dinge auf den Bildern entdeckt und der Geschichte zugehört.

Danach war noch viel Zeit, um sich in Bücher zu vertiefen oder

die längste Eisenbahnstrecke zu bauen. Mittags ging es dann mit dem Bus zurück in den Kindergarten.

 

Ganz begeistert berichtet Jørgen Nissen aus der Zentralbücherei Apenrade von dem Buch, das er in den Sommerferien immer wieder in der Hand hatte:

Mein summendes Paradies von Cynthia Nagel. Dieses Buch liegt ganz im momentanen Trend „Zurück zur Natur“ im Gartenbereich. Wie schwer ist es, den eigenen Garten in ein summendes Insektenparadies zu verwandeln?

Erstaunlich leicht, fand die Autorin, die seit 2005 dabei ist, ihren Schottergarten umzugestalten, um mehr Insekten einen Lebensraum zu bieten. Anhand von Fotografien führt sie uns durch die verschiedenen Bereiche ihres Gartens und zeigt die Verwandlung. Ökologisches Gärtnern, Verzicht auf Gift, das Anlegen eines Komposthaufens, all das ist selbstverständlich geworden.

Komplette Pflanzenlisten laden zum Nachkaufen ein, detailgetreue Fotografien von Insekten machen das Bestimmen einfach.

„Den ganzen Sommer bin ich mit der Kamera im Garten gewesen“, so Jørgen, „um die verschiedenen Insekten zu fotografieren und anhand des Buches zu bestimmen.“

Blumen und Sträucher mit Blüten voller Pollen und Nektar, dazu etwas Mut zur Unordnung: Das genügt, um Wildbienen und Schmetterlinge anzulocken, so die Autorin in einem Interview.

Moesgaard Museum, Aarhus ©mpote

Empfehlen möchte Jørgen einen Ausflug ins Moesgaard Museum. Südlich von Aarhus liegt das architektonisch in die Landschaft verschmelzende Museum, ein Spezialmuseum für Archäologie und Ethnografie, das die Geschichte von der Steinzeit bis zur Eisenzeit, von der Bronzezeit bis ins Mittelalter zeigt.
Bereits auf der Treppe wird man von Steinzeitmenschen empfangen. Die verschiedenen Ausstellungen sind multimedial erlebbar. „Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus“, so Jørgen. Ein Höhepunkt ist der „Grauballemann“, eine der weltweit am besten bewahrten Moorleichen.
Auch die Umgebung mit Wald und Parklandschaft laden zum Verweilen ein.
Bildergebnis für slesvigske vognsamlingOder wie wäre es mit einem Besuch im Kutschenmuseum in Hadersleben? Die Schleswigschen Wagensammlung beherbergt die grösste Fuhrwerk-Sammlung Nordeuropas. Angeschlossen ist eine Werkstatt mit Werkzeug. Über 200 Wagen, Fuhrwerke, Kutschen und Droschken gibt es zu bestaunen.

 

 

 

In der Schule malte und zeichnete sie lieber, als nur stillzusitzen und zuzuhören. Erika Jessen aus Baistrup bei Tingleff experimentiert gerne mit Farben und Techniken, wie man an den unterschiedlichen Bildern sehen kann, die sie in der Bücherei ausstellt.

In den 1980ern besuchte sie ein paar Abendkurse, die sich hauptsächlich auf die Ölmalerei konzentrierten. Gerne malt sie heute noch in Öl, eines der ausgestellten Bilder ist mit dem Finger, statt mit dem Pinsel gemalt.

In den letzten Jahren ist die Akrylmalerei dazu gekommen. Hier kann sie mit Formen und Farben experimentieren. Faszinierend findet sie „Acrylic pouring“, bei der man Akrylfarbe mit wasserlöslichem Leim mischt und die Farben ineinander verlaufen lässt.

Auch mit Schnüren oder anderen ungewöhnlichen Gegenständen als Malwerkzeug experimentiert Erika.

Erike liebt die Natur, die sie zu ihren Gemälden inspiriert. Die Kamera ist immer dabei, damit schöne Motive verewigt werden können.

Lasst euch überraschen! Die Ausstellung ist noch bis zum 26. September zu sehen.

 

 

Viele kleine Zwerge kamen heute morgen trotz Regen in die Bücherei. Für einige ist es das erste Mal, denn sie sind – stolz werden 2 Finger hochgereckt – fast drei Jahre und damit von der Krippe in den Kindergarten aufgerückt.

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Alles ist neu und deshalb gibt Andrea kleine Verhaltensregeln, bevor es zum Bilderbuchkino geht. Und wie gut, dass es die Max-Bücher von Barbro Lindgren-Eskrog aus den 80er Jahren noch gibt. Kurz und witzig, verständlich für die Kleinsten, egal ob auf Dänisch oder Deutsch – alle konnten dem Geschehen folgen.

Danach durfte gespielt und gemalt werden, schnell fanden sich die Kinder in den Räumlichkeiten zurecht.

Vor dem Nachhauseweg gab es den obligatorischen Stempel auf die Hand – das lernten die Kleinen schnell von den älteren Kindern. Und nachdem alle in Gummistiefel , Regenhose und -jacke sowie Sicherheitsweste verpackt waren, ging es im Regen zurück in den Kindergarten. Bis nächste Woche!

Ein kleiner Gruß aus dem Sommerurlaub – Silke Amthor aus der Zentralbücherei Apenrade schickt uns ihre Buchempfehlung per Mail:

Bildergebnis für 1793

1793

 

von

Niklas Natt och Dag

Erschienen 2019 bei Piper. 494 Seiten

Was verspricht man sich von einem historischen Roman? Spannung, Unterhaltung und Information. Das Buch muss so gut sein, dass man es nicht aus der Hand legen kann. So ging es mir mit 1793.

Geradezu meisterhaft erschafft der Autor ein Bild jener Zeit eingebettet in eine kriminalistische Handlung.  Ein verstümmeltes Bündel treibt in der schlammigen Stadtkloake Stockholms. Es sind die Überreste eines Menschen, fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Die Protagonisten sind ungewöhnlich und bizarr. Zum einen ist das der Jurist Winge, bei der Stockholmer Polizei für ungewöhnliche Verbrechen zuständig und zum anderen Cardell, ein Kriegsveteran mit einem Holzarm. Blutig geht es zu in diesem historischen Krimi, gewaltig und fast monströs, aber unglaublich fesselnd und unterhaltend. Wer sich nicht scheut vor blutigen Bildern und den menschlichen Abgründen, die es in jeder Zeit gab und gibt, ist mit diesem Buch bestens bedient.

Niklas Natt och Dag verstehet es meisterhaft zu schreiben und ist mehrfach ausgezeichnet worden für dieses Krimidebüt, unter anderem mit dem Schwedischen Krimipreis.

Als kostenloses Lesevergnügen erhältlich in den Bibliotheken des  Verbandes Deutscher Büchereien.

 

 

Land und Leute, Sprache, Kultur und Literatur – nach 6 Jahren in Norwegen ist Annegret aus der Bücherei Hadersleben immer noch fasziniert von unserem Nachbarn im Norden.

Jostein Gaarder mit Übersetzerin Nann Moldskred, Flensburg 23.07.2019 ©mpote

Dass das Land neben Fjorden und Fischen auch literarisch etwas zu bieten hat, beweist die Frankfurter Buchmesse, die dieses Jahr Norwegen als Gastland gewählt hat. Hier kann man viele der norwegischen Autoren und Autorinnen treffen. Wem der Weg nach Frankfurt zu weit ist, besucht den Literatursommer in Schleswig-Holstein, auch hier liegt dieses Jahr der Schwerpunkt auf Norwegen.

Jostein Gaarder ist hierzulande einer der bekanntesten norwegischen Autoren, seit er mit „Sofies Welt – Roman über die Geschichte der Philosophie“ aus dem Jahre 1991 einen Welterfolg schrieb. Über 40 Millionen weltweite verkaufte Exemplare eines Jugendbuches, das quasi durch die Hintertür einen Einblick in die Geschichte der Philosophie gibt.

Der ehemalige Lehrer und Dozent (1952 in Oslo geboren), der Philosophie, Theologie und Literaturwissenschaft studiert hat, schreibt vorzugsweise für Kinder und Jugendliche. Sein großes Interesse an philosophischen Fragen lässt sich nicht verleugnen.

Annegret hebt das Buch „Das Orangenmädchen“ hervor, das im Jahre 2003 erschien und mittlerweile auch verfilmt ist. Der 15jährige Georg findet an ihn gerichtete Briefe, die sein Vater ihm vor Jahren kurz vor seinem Tod geschrieben hat. Sein Vater schreibt  von seiner Suche nach dem Orangenmädchen und greift gleichzeitig dialogisch die existenziellen Fragen auf, die seinen Sohn (und damit den Leser) zum Nachdenken bringen sollen.

Das Leben ist kurz für alle, die wirklich begreifen können, dass die Welt eines Tages definitiv ein Ende nimmt.
Aber nicht alle können erfassen, was es wirklich heißt, irgendwann für alle Ewigkeit fort zu sein.
Es gibt so viel, was diese Erkenntnis erschwert, Stunde für Stunde, Minute für Minute.

(aus „Das Orangenmädchen“ von Jostein Gaarder)

Jostein Gaarder signiert © mpote

Zur Auftaktveranstaltung des Literatursommers las Jostein Gaarder aus seinem neusten Buch „Genau richtig“, das in Kürze in Hadersleben zu erhalten ist. Mit kraftvoller Stimme, voller Temperament und auf singendem Norwegisch begeisterte Gaarder bei der Lesung das Publikum, das sich durch das Klangerlebnis faszinieren ließ und den Inhalt erst durch die deutsche Übersetzung, gelesen von Christian Kämpfer, verstand.

Zeit für ein Autogramm und einer persönlichen Widmung in das von ihren Kindern geliebte „Weihnachtsgeheimnis“ blieb im Anschluß an die Lesung.

Besonders hervorheben möchte Annegret die wunderbaren Übersetzungen durch Gabriele Haefs, deren Verdienst es ist, dass das deutsche Publikum einen Einblick in die norwegische Literatur nehmen darf.

 

Soll es einmal nicht Norwegen sein, greift Annegret gerne zu Biografien. Joachim Meyerhoffs vierbändige Biografie, die auszugsweise durch seine Mutter bei einer Veranstaltung in der Bücherei Sonderburg vorgestellt wurde, hat sie gerne gelesen, sind wir doch in einem Band in Schleswig unterwegs. Auch Christian Berkel „Der Apfelbaum“ ist lesenswert, so Annegret.

Christian Berkel: "Der Apfelbaum" (Cover) © Ullstein

Der Schauspieler Berkel hat in seinem Buch das Leben seiner jüdischen Mutter aufgeschrieben, die unter den Verfolgungen in der Nazi-Zeit zu leiden hatte und über Frankreich nach Argentinien emigrierte. Gründliche Recherchen supplieren die Erinnerungen der Mutter und lassen Vergessenes ans Tageslicht kommen. „Eine Liebeserklärung an seine Mutter“ so bezeichnete Berkel seinen Roman. Ein Interview des NDR mit Berkel ist hier nachzulesen und zu hören.

© Illustration: Regina Kehn

 

Rieke Patwardhans Kinderbuch „Forschungsgruppe Erbsensuppe“ möchte sie hervorheben. Ganz neu auf dem Buchmarkt verbindet dieses Kinderbuch Detektivgeschichte und Kinderbande mit der aktuellen und damaligen Flüchtlingssituation. Die Großmutter von Nils fängt in letzter Zeit an, Erbsensuppe zu horten und Koffer zu packen. Was ist da los? Wie gut, dass mit Lina aus Syrien ein Mädchen mit detektivischem Spürsinn neu in die Klasse kommt. Zusammen mit Evi bilden sie die „Forschungsgruppe Erbsensuppe“, die dem Geheimnis auf die Spur kommen will.

Blåhøj, Løjt Land © mpote

Um einen Ausflugstipp in die nähere Umgebung (NICHT Norwegen!)  ist sie nicht verlegen. Blåhøj – einer der höchsten Punkte auf Løjt Land ist einen Besuch Wert. Von weitem sieht der Hügel („Klein sind deine Berge“) nicht beeindruckend aus. Fast fährt man vorbei, wenn man den Skrevenstenvej entlangkommt. Ein kleiner Trampelpfad am Feldesrand führ zur Hügelkuppe, von der man einen wunderschönen Blick über Løjt Land, Barsø bis Alsen hat.

Aussicht über Løjt Land ©mpote

 

Der Sage nach kann man des Nachts den kopflosen Pastor sehen, der wegen Landesverräterei hier hingerichtet wurde.

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