November 2019


Am Jubiläumsjahr 2020 kommt keiner vorbei, egal ob man auf dänischer Seite die Wiedervereinigung oder auf deutscher Seite 100 Jahre deutsche Minderheit feiern kann.

Auch in Tingleff wird es dazu Veranstaltungen geben. „100 Jahre Miteinander in Tingleff“ wird mit einem Theaterevent am 16. Mai auf der Waldbühne gefeiert.

Aber lest selbst den Artikel.

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Das offizielle Logo zum Jubiläumsjahr

Die Freude ist groß, wenn sich die Praktikantin als sehr künstlerisch herausstellt. Flugs darf sie ihre eigene, erste Ausstellung konzipieren. Und da auch Mutter Heike kreativ ist, freuen wir uns über eine Doppel-Ausstellung mit Zeichnungen und gehäkelten Figuren.

Zusätzlich zum Erstellen, Aufhängen und Beschriften der Ausstellung sollte Jana auch einen Text über sich, ihre Arbeiten und ihr Praktikum verfassen:

„Hallo, mein Name ist Jana, ich bin 16 Jahre alt und habe eine Woche Praktikum in der Deutschen Bücherei Tingleff gemacht. Hauptsächlich habe ich Bücher ausgebucht, eingebucht und organisiert. Ich musste aber auch eine Ausstellung aus meinen Zeichnungen und den Häkelfiguren meiner Mutter erstellen. Das Zeichnen, Basteln und Malen habe ich von meiner Mutter. Ihr zufolge mache ich das schon seit meinem dritten Lebensjahr. Ob es gut aussah, ist eine andere Sache, aber es hat mir damals und auch heute noch Spaß gemacht. Am liebsten zeichne ich mit Bleistift und Fineliner und wenn ich mich besonders „funky“ fühle, auch mit Acryl und Wasserfarben.

Wenn ich male oder zeichne, habe ich immer eine Inspiration im Kopf, sei es eine Person, die ich einmal gesehen habe oder etwas aus dem Fernsehen. Manchmal suche ich im Internet, um herauszufinden, wie ich etwas genau zeichnen kann. (..) Es braucht seine Zeit, das richtige Gefühl dafür zu finden.

Meine Mutter hat früher auch gezeichnet und gemalt, jetzt häkelt sie lieber. Alle Figuren sind ohne Vorlagen gemacht.

Ihre Figuren sind sehr zeitaufwändig mit sehr vielen Details und Aufwand. Sie häkelt ebenfalls, weil es ihr Spaß macht und sie entspannt.

Die coolste Aktion, die sie meiner Meinung nach macht, ist, dass sie „Tröstemäuse“ (trøstemus) häkelt. Diese Mäuse gehen an Organisationen und Krankenhäuser, wo sie an Kinder verteilt werden, die sich bisher immer über eine kleine Maus gefreut haben.

In der Ausstellung hängen Zeichnungen von mir, die ich in den Jahren 2015 – 2019 gemalt habe. Von meiner Mutter sind Schlüsselanhänger, Schnullerketten, Babytiere und Figuren zu sehen, die sich mein Bruder gewünscht hat. Ein Teil steht zum Verkauf.

Zum Praktikum selber muss ich sagen, dass es mir überraschend gut gefallen hat. Man hat durchgängig etwas zu tun gehabt, und dadurch, dass sie viel mit Kindergärten und Schulen machen, war auch immer etwas Neues zu tun.

Als ich anfing, dachte ich, dass ich nur Bücher einsortieren und etwas über den Beruf zu wissen kriegen sollte. So war es aber überhaupt nicht. Es steckt so viel mehr dahinter.

Sollte ich jemals wieder ein Praktikum machen und kann keine andere Stelle finden, würde ich gerne wieder herkommen.“

 

Liebe Jana, es hat Spaß mit dir gemacht – und solche Praktikantinnen wie dich nehmen wir gerne wieder!

 

Frühmorgens in der Bücherei: Es wurde eifrig geschnippelt, geklebt und gefaltet.

Hexentreppen, Sterne und Ketten wurden fertiggestellt, damit die Bücherei ab nächster Woche weihnachtlich geschmückt werden kann.

Die erste Klasse der Schule Tingleff war voller Konzentration bei der Arbeit.

Wie gut, wenn der Nachbar helfen kann, wenn die Klebe nicht halten will!

Zum Dank gab es Büchertaschen für jeden, die bemalt werden durften. Da konnten dann gleich die geliehenen Bücher sicher verstaut werden.

Kinder- und Jugendbuchwochen

Das Leben afrikanischer Kinder nähergebracht

Nasrin Siege las aus Bilderbüchern vor und erzählte viel über Afrika. Foto: kjt

Schüler der Deutschen Schule Tingleff haben eine Autorenlesung mit einem besonderen Schwerpunkt erlebt. Die Lesung regte zum Nachdenken an.

Autorin Nasrin Siege, Jahrgang 1950, stammt aus dem Iran und zog mit der Familie nach Deutschland, als sie neun Jahre alt war.

Sie wuchs in Hamburg und Flensburg auf, studierte später Psychologie und lebte viele Jahre in Afrika, wo sie sich unter anderem um Straßenkinderprojekte kümmerte.

Mit Gleichgesinnten gründete sie den Verein „Hilfe für Afrika“. Ihr Engagement in Afrika spiegelt sich viel in ihrer Arbeit als Autorin wider.

Illustration zu einer Geschichte aus Afrika Foto: kjt

Davon konnten sich am Freitag Grundschüler der Deutschen Schule Tingleff bei einer Lesung ein Bild machen. Mareike Poté, Leiterin der Deutschen Bücherei Tingleff, hatte die vielseitige Frau im Rahmen der Kinder- und Jugendbuchwochen in die Schule eingeladen.

Afrikanische Märchen

Wie ist das Leben so in Afrika, was ist da ganz typisch, und was ist ganz anders? Das erfuhren die Kinder bei den kleinen Märchen, die Nasrin Siege vortrug.

Anhand ihrer Erzählungen, die sie mit Bildern untermalte, erfuhren die älteren Zuhörer der Klassen drei und vier auch, dass es viele Kinder in Afrika gibt, die Not leiden und nicht einmal ein Zuhause haben.

Die Dritt- und Viertklässler bei der Lesung in der Tingleffer Schule. Hinten Büchereileiterin Mareike Poté, die die Lesung organisiert hatte. Foto: kjt

Sie leben auf der Straße und haben oft nichts zu essen. „Der Hunger ist wie ein Löwe. Er brüllt, wenn er unzufrieden ist“, sagte Nasrin Siege.

Die Metapher griff sie mehrmals auf, und sie bezog die Schüler bei ihrem Gastauftritt immer wieder mit ein. Es war eine Mischung aus Lesung, Erzählung und Gesprächsrunde, die die Schüler zum Nachdenken anregte.

Wusste vieles über Afrika zu erzählen: Nasrin Siege. Foto: kj

Artikel Nordschleswiger, 15. November 2019

„Brettspiele sind ein typisch deutsches Phänomen!“ So behauptete Piet Schwarzenberger am Freitag und verwies auf die Anzahl von deutschen Spieleentwicklern, Verkaufszahlen und Spieleanzahl der Brettspiele in Deutschland.

Er ist ein bekennender Spieleenthusiast und – sammler, den wir für einen vergnüglichen Nachmittag eingeladen hatten. Knapp 20 Neugierige, vom Kindergarten – bis zum Großelternalter, folgten der Einladung und hatten einen schönen Nachmittag.

Nach einer Einführung packte er seine Spiele aus, auch unsere neuen kamen zum Einsatz.

Kniffelige Spielanleitungen sind meistens die Hürde, an der die Spiellust scheitert. Wie gut, wenn man einen Experten vor Ort hat, der den Spielern die Hemmschwelle nehmen kann.

Bei den Kindern wurde eifrig „Rüsselbande“, „Colorama“ und die Memory-Variante „Memoarrr“ gespielt. Die Erwachsenen versuchten sich an „Keltis“, „Port Royal“ und „Zug um Zug“.

„Das bringt Spaß“ so das einhellige Urteil nach 2 1/2 Stunden Spielspaß. Hier und da wurden Telefonnummern ausgetauscht, damit man sich mal zum Spielen verabreden kann. Die neuen Spiele wurden ausgeliehen und schon mit Hinblick auf Weihnachten mitgenommen.

Der Artikel des Nordschleswigers für Interessierte findet sich in der Online-Ausgabe.

 

 

„Haus – hus“ – „Maus – mus“ – „Hund – hund“ – Dänisch ist ganz einfach zu lernen, oder? Aber auch nach zahlreichen Sprachkursen stösst der Deutsche auf sich ähnelnde Worte und Wortwendungen im Dänischen, die eine andere Bedeutung im Deutschen haben, als der ahnungslos Lernende sich denkt, siehe die Beispiele oben. Der „bløde hund“ ist beileibe nicht ein verdummter, irritierender Hund, sondern ein Hund mit weichem Fell.

Es gibt auch Worte, die zwar gleich sind, aber in der einen Sprache negativ, in der anderen Sprache positiv bis neutral sind. Eine „Visage“ ist im Dänischen eine neutrale Beschreibung des Gesichts, im Deutschen ist eine Visage etwas abwertendes („Der hat aber eine Visage!“).

Eckhard Bodenstein, der u.a. Skandinavistik studiert hat und jahrelang als Rektor der Sankt Petri Schule in Kopenhagen gearbeitet hat, nahm uns gestern auf Einladung des Sozialdienstes Tingleff mit in die Feinheiten der beiden Sprachen.

15 Zuhörer, viele davon vom Fach, hatten sich eingefunden und besonderen Spaß hatte derjenige, der in beiden Sprachen zu Hause war.

„Laß uns die beiden 7. Klassen gleich zu Anfang des Schuljahres zusammenschlagen!“ so der Vorschlag der burschikosen Sportlehrerin bei einer Lehrerkonferenz an der Kopenhagener Schule. Keiner lachte, alle verstanden – slå sammen – zusammenlegen.

Auch auf die unterschiedliche gesellschaftliche Entwicklung der beiden Sprachen im Bezug auf die Gleichberechtigung der Geschlechter ging Bodenstein ein. Während es in Dänemark im letzten Jahrhundert noch männliche und weibliche Berufsbezeichnungen gab, verschwand die weibliche Form im Zuge der Gleichberechtigung mehr und mehr. Es ist heutzutage nicht anstössig, von einem „lærer“ zu sprechen und eine Frau zu meinen. Bei der Krankenschwester geht man noch einen Schritt weiter. Die weibliche Berufsbezeichnung sygeplejerske deckt auch die männlichen Kollegen ab.

In Deutschland geht der Weg entgegengesetzt. Nach jahrzehntelangen gleichen Berufsbezeichnungen für beide Geschlechter („Frau Professor“) trennen sich jetzt die Wegen und es wird sehr stark darauf geachtet, dass man sich an die „Bürgerinnen und Bürger, Wählerinnen und Wähler“ wendet.

Stoff zum Nachdenken gab es für den Nachhauseweg und auch geschmunzelt wurde bei den genannten Besipielen. Wer Lust hat, sich näher mit den Sprachunterschieden zu befassen, dem sei Bodensteins Buch „Falske Venner“ zu empfehlen, in der Bücherei erhältlich.

 

Das letzte Erzählcafé im September wurde gut angenommen. Wieder laden die deutschen Vereine und Verbände in Tingleff ein. Diesmal steht das Erzählcafé unter dem Motto „Mein Lebensweg – Wege in Nordschleswig“. Die Leitung haben unsere beiden Pastoren Astrid und Ole Cramer.

Kommt gerne zu einem gemütlichen Abend bei Wein und Käsehappen im Gemeinschaftsraum der Deutschen Schule.

Piet Schwarzenberger, Spielexperte, hat uns im Vorwege seine Liste der besten 50 Spiele geschickt. Viele davon wird er am Freitag Nachmittag vorstellen. Von dieser Liste haben wir einen Teil gekauft, der dann auch zur Ausleihe bereit stehen wird.

Piet bringt ebenfalls eine Auswahl an Spielen mit, die nach einer kurzen Einleitung ausprobiert werden können. Alle Spieleinteressierten und -enthusiasten und alle, die noch Ideen für Weihnachtsgeschenke brauchen, bekommen hier die richtigen Empfehlungen.

 

Laufend Erfolgsgeschichten posten kann jeder – aber nicht immer klappt der Ablauf so, wie man es im Voraus geplant hat.

Die eine Hälfte der 0. Klasse kam zum Thema „Roboter“. Nach einem schönen Bilderbuchkino zu Wendelins Robotern sollte es ans Basteln gehen.

Roboter-Schneekugeln – von Anja bereits liebevoll ausprobiert und für gut befunden. Aber – wir sind ja nicht Anja….. Und so rollten die Kinder eifrig Streifen, während die Erwachsenen sich fluchend am Heißkleber verbrannten. Der Kleber haftete besser an den Fingern als an den Robotern, die Kinder riefen fröhlich und stolz:“ Ich bin FERTIG!“, während die Erwachsenen langsam, aber sicher ins Schwitzen kamen.

Ganz fertig wurden wir nicht, es sollten ja auch noch die BeeBots ausprobiert werden. Kleine „Bienen“, die die Kinder per Knopfdruck programmieren können: ein Schritt geradeaus, einmal drehen, zwei Schritte nach rechts.

Und um zu verstehen, was das bedeutet, durfte eine von ihnen das auf dem Raster vormachen, während die anderen die Bienen programmierten – ein großer Spaß, wenn die Bienen überall hinfuhren, nur nicht dahin, wo sie sollten……

Wir üben noch…..

 

 

Um es gleich vorweg zu sagen – für Lissabon braucht man starke Wadenmuskeln. Steile, schmale Gassen führen im Altstadtviertel Alfama die  Hügel hinauf, enge Bürgersteige lassen dem Fußgänger nur wenig Platz.

Wunderschöne fliesenverzierte Häuser stehen neben Bauruinen, vor den Fenstern im zweiten, dritten Stock hängt die Wäsche zum Trocknen.

Laut rattert die überfüllte Strassenbahn im raschen Tempo um die Kurven, bergaug, bergab.

Wer Glück hat, ergattert einen Sitzplatz und kann sich bei geöffnetem Fenster den Fahrtwind um die Nase wehen lassen.

Bei einem Kurzbesuch bleibt nicht viel Zeit für Bücherei- bzw. Buchhandlungsbesuche, insbesondere, wenn man dem Portugiesischen nicht mächtig ist. Diesen Herren aber konnten wir trotz Sprachschwierigkeiten wiedererkennen…

Die „Biblioteca Municipal Central – Palácio das Galveias“ ist in einem ehemaligen Palast gelegen.

Hohe Säle zeugen von der Vergangenheit, an der mittlerweile auch der Zahn der Zeit nagt.

Der mit kunstvollem Parkett und stuckverzierten Decken ausgestattete Lesesaal war stark frequentiert mit internetsurfenden Lesern, in der Kinderabteilung wurde Nachhilfe gegeben. Im Innenhof ist ein kleiner Park mit Erfrischungskiosk, in dem im Sommer kulturelle Veranstaltungen stattfinden.

Im Küstenort Cascais, der im Sommer von Touristen überlaufen ist, findet man im Park in der Nähe des Spielplatzes die Kinderbibliothek.

Innen ist sie unspektakulär, drei Räume grenzen aneinander.

Besonders war aber der Ausblick aus dem Fenster

Freilaufende Hühner und Hähne tummelten sich auf der Suche nach etwas Essbarem und schaute man auf, wenn man aus der Tür trat, sah man diesen stattlichen Herren im Baum sitzend

Faszinierend die Buchhandlung „Ler Devagar“ im kultigen Ambiente der LX Factory.

In den Räumlichkeiten einer alten Druckerei gelegen lässt es sich in meterhohen Regalen stöbern – da darf man keine Höhenangst haben.

Die ehemalige Druckerpresse ist noch zu bestaunen.

Wer Lust hat, holt sich die Bücher selbst aus den obersten Regalen

Oder man genießt bei einer Tasse Kaffee das urige Ambiente.Auf ein Wiedersehen in Lissabon!

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