Ein Katzensprung über die Grenze, in Flensburg, spielt der Nordlicht-Krimi von Anette Hinrichs. Am Sockel des Idstedt-Löwen wird der pensionierte Studienrat Karl Bentien ermordet aufgefunden. Er gehörte der dänischen Minderheit an. Medien und Behörden sehen nach dem Mordfall bereits das friedliche Zusammenleben im Grenzland in Gefahr und da zusätzlich immer mehr Hinweise nach Dänemark führen, wird eine grenzüberschreitende Ermittlergruppe ins Leben gerufen.

Die Spuren führen in die Vergangenheit und zum ehemaligen Lager in Oksbøl, in dem zehntausende deutsche Flüchtlinge und Vertriebene aus den Ostgebieten nach dem Krieg untergebracht waren. Ist Bentien bei Recherchen zu seiner Kindheit auf etwas gestoßen, was nicht ans Licht des Tages kommen sollte?

Spannend geschrieben, mit kantigen Ermittlern, die selber mit Gespenstern aus der Vergangenheit kämpfen.

Freude bereitete mir die unmittelbare Nähe und der aktuelle Bezug der Geschichte. Der Wildschweinzaun und die Ausländerpolitik der Dansk Folkeparti bekommt kritisch ihr Fett weg. Eine Spur führt an Saxburg vorbei nach Lund (ziemlich weit auf dem Lande…). Die Minderheiten werden ebenso thematisiert wie die alljährliche Kulturnacht in Kopenhagen.

Hut ab, gut recherchiert – so macht ein Küstenkrimi Spaß!