Februar 2021


Hörspaß für die Ohren – und das Buch kann gleich mitentliehen werden.

Der Grüffelo, Jim Knopf und Greg von Gregs Tagebuch sind jetzt bei uns zu finden. Einfach den Tonie auf die Toniebox stellen und los geht das Hörvergnügen. Knapp 45 Tonies sind jetzt in Tingleff, im Bücherbus und der Zentralbücherei erhältlich und wer noch keine Box hat, kann sie bei uns ausleihen.

Schönes Wochenende!

Ein passender Titel in diesen Zeiten.

Gespannt warten wir auf die angekündigte Pressekonferenz am Mittwoch, ob es nach dem 28. Februar wieder zurück in die Normalität geht oder wir weiterhin geschlossen halten müssen.

Natürlich vermissen wir Eure Besuche, insbesondere die Kindergärten und Schulklassen fehlen. Aber ihr seid gut versorgt mit Büchern, die Abholung über Hintertür und Büchertisch klappt einwandfrei.

Falls die Kinder noch Lesestoff benötigen, dann haben wir diese Bücher neu im Bestand 🙂

Meldet euch – wir bemühen uns, alle Wünsche zu erfüllen. Auf ein baldiges Wiedersehen!

Lang ersehnt und jetzt zu haben –

die 14tägige Ausgabe des Nordschleswigers und Grenzland 2020

an der Hintertür zum kostenlosen Mitnehmen!

Während draußen endlich einmal Schnee fällt und ein eisiger Wind die Straßen verwehen lässt, mache ich es mir vor dem Ofen gemütlich. Ein Stapel „Louise Penny“ Krimis liegen vor mir und in Gedanken bin ich zurück in Québec, das wir vor 3 Jahren zur Weihnachtszeit besuchten. Hier sind mir die Louise Pennys Krimis zum ersten Mal begegnet.

Eiskalt fegte der Wind durch das verschneite Québec. Auf dem Sankt Lorenz Strom schoben sich dicke Eisschollen stromabwärts.

Das Morrin Centre, ein ehemaliges Gefängnis, beherbergt seit 1868 die „Literary and Historical Society of Quebec“ in einer wunderschönen Bibliothek.

Im 6. Fall „Heimliche Fährten“ muss Chief Inspector Gamache in dieser Bibliothek einen Mord an einem Hobbyarchäologen aufklären, dessen Leiche im Keller gefunden wurde.

Louise Penny ist im amerikanischen Raum eine renommierte und gern gelesene Autorin. In der Gamache Reihe sind im Original bereits 16 Bände erschienen, die vielfach ausgezeichnet und in 29 Sprachen übersetzt wurden. Eine Verfilmung als Serie ist geplant, so bald die gesundheitliche Lage es zulässt.

Nun endlich sind die ersten 8 Bände auf Deutsch erschienen. Bereits die liebevoll gestalteten Cover stimmen auf die Handlung ein. Weit entfernt von den Crime noir Krimis aus Skandinavien, die sich an brutalen Szenen übertreffen, taucht der Leser hier ein in das kanadische Landleben. Die meisten der Bücher spielen in dem fiktiven Dorf Three Pines, außerhalb Montréals gelegen.

Die Bücher haben etwas von den gemütlichen Krimis, die wir aus England kennen. Hier übertrifft sich die Autorin nicht mit Greueltaten, sondern lässt die Morde in einem begrenzten dörflichen Umkreis aufklären. Es sind Krimis in leisen Tönen. Chief Inspector Gamache ist eine charmante Hauptfigur. Ganz im Geiste der klassischen Detektive löst er die Verbrechen und taucht ein in Hintergründe der Taten.

Gleichzeitig nimmt uns die Autorin mit auf eine Reise in das malerische Kanada. Die Zweisprachigkeit des Landes wird im frankophonen Québec und Umland gerne zum Anlass genommen, sich über die Engländer zu amüsieren.

Diese warmherzige Reihe mit dem liebenswerten Ermittler und dem malerischen Dorf Three Pines wächst einem mit jedem Band mehr ans Herz und sei hiermit gerne empfohlen.

Auch wenn ihr sie nicht vor Ort durchblättern könnt, wollen wir euch sie euch anbieten. Vielleicht möchte jemand endlich gesundes Brot mit Sauerteig backen? Für die kommenden Erdenbürger kleine Geschenke nähen oder stricken? Endlich gesünder leben?

Oder sich auf verzwickte Rätsel in Escape-Room Stil einlassen? Dank Berit ist unser Bestand an diesen Rätselbüchern ausgebaut 😉

Ihr dürft die Bücher gerne bestellen, dann legen wir sie euch bereit.

Mit ganzem Herzen Einsatz für die deutschen Büchereien

Volker Heesch Hauptredaktion 09. Februar 2021 Der Nordschleswiger

Für Claudia Knauer ist während ihrer rund 25-jährigen Tätigkeit in Nordschleswig das deutsch-dänische Grenzland zur Heimat geworden. Foto: Karin Riggelsen

Büchereidirektorin Claudia Knauer vollendet am Mittwoch, 10. Februar, ihr 60. Lebensjahr. Die studierte Politologin engagiert sich nach 25 Jahren leben und arbeiten in Nordschleswig für Kultur und Bildung innerhalb der deutschen Minderheit.

„Für mich waren die deutschen Büchereien kein unbekanntes Terrain. Gleich nach unserem Umzug nach Apenrade war bei uns der Besuch in der Deutschen Zentralbücherei am Sonnabendvormittag zur schönen Gewohnheit geworden“, berichtet die Direktorin der deutschen Büchereien in Nordschleswig, Claudia Knauer, die inzwischen seit gut fünf Jahren das Büchereiwesen der Minderheit als ein kulturelles Flaggschiff der deutschen Nordschleswiger leitet. 25 Jahre nach ihrem beruflichen Wechsel nach Apenrade vollendet Claudia Knauer am Mittwoch, 10. Februar, ihr 60. Lebensjahr.

„Nordschleswig und Dänemark sind für mich zur Heimat geworden“, bilanziert die studierte Politikwissenschaftlerin, die 1961 in Hattingen an der Ruhr geboren worden ist.

„Meine Eltern waren dort nach ihrer Flucht aus der DDR im Jahr vor dem Bau der Berliner Mauer gelandet“, berichtet die Büchereidirektorin und stellt in der Rückschau fest, dass auch sie vom schweren beruflichen Neuanfang der Eltern in Westdeutschland und dem familiären Hintergrund in Bad Düben in Sachsen geprägt worden ist.

„Nach der Einschulung in Koblenz sind wir nach Kiel gekommen“, berichtet sie über ihre Familiengeschichte.

Abitur und Studienabschluss in Kiel

In Kiel, wo sie zusammen mit einer älteren Schwester und einem jüngeren Bruder aufgewachsen ist, hat sie nach dem Abitur an der Ricarda-Huch-Schule studiert. Zum Studium der Politologie zählten auch die Nebenfächer Philosophie und öffentliches Recht.

„Ich habe auch eine Zeitlang Orientalistik studiert“, berichtet sie, doch nach einem wertvollen einjährigen Studienaufenthalt am State College im Bundesstaat Pennsylvania hat sie sich zunächst im Bereich der Politik engagiert. Mitgenommen hat sie aus den USA der 1980er Jahre, dass die Menschen dort sehr auf die eigene, oft recht enge Welt bezogen lebten.

„Ich war für die liberale Hochschulgruppe im Studentenparlament an der Christian-Albrechts-Universität“, erzählt sie.

Claudia Knauer
Für Claudia Knauer waren die deutschen Büchereien kein unbekanntes Terrain. Foto: Karin Riggelsen

Tätigkeit in Hamburger Bürgerschaft

Nach dem Abschluss des Studiums folgte eine Tätigkeit als Geschäftsführerin und Pressesprecherin der FDP-Bürgerschaftsfraktion in Hamburg.

„Das war eine interessante Zeit. Die Hamburger FDP war sozialliberal geprägt, in einer Koalition mit dem Sozialdemokraten unter den Bürgermeistern von Dohnanyi und Henning Voscherau“, so Claudia Knauer, die nach dem Abschied aus der Politik, 1991 war ihr Sohn Erik geboren worden, verheiratet ist sie mit dem in Kiel beheimateten Soziologen Prof. Carsten Schlüter-Knauer, eine Tätigkeit als freie Journalistin aufgenommen hatte.

„Ich habe über Themen wie Bildung, Medien, Wissenschaft, aber auch Lokales geschrieben“, berichtet sie rückblickend.

Vor allem für die Kieler Nachrichten, aber auch überregionale Blätter wie „Die Welt“ oder die „Süddeutsche Zeitung“. Nach dieser Phase, in der sie auch spannende Themen wie ein Interview mit Professor Lars Clausen, den Überbringer des Lösegeldes vor der spektakulären Freilassung des 1996 entführten Unternehmersohns Jan Philipp Reemtsma bearbeitet hat, erfolgte im selben Jahr der Eintritt in die Redaktion des „Nordschleswigers“ in Apenrade.

Gleich nach dem Umzug der Familie, die sich 2000 um Tochter Sofie vergrößert hat, lernte Claudia Knauer die pädagogischen und schulischen Angebote der deutschen Minderheiten kennen und schätzen.

Kultur als Arbeitsbereich

Während ihr Mann als Hochschullehrer bis heute nach Kiel pendelt, wo er im Notfall bei Familienangehörigen übernachten kann, war Claudia Knauer froh über die Möglichkeiten der Betreuung ihrer Kinder, wenn sie für die Zeitung mit unregelmäßigen Arbeitszeiten im Einsatz war.

Ihre Kinder waren im deutschen Kindergarten, der Deutschen Privatschule Apenrade und am Deutschen Gymnasium für Nordschleswig.

„Als Städterin hatte ich bei der Zeitung im ländlichen Nordschleswig auch schöne Erlebnisse, wenn mich zum Beispiel ein freundlicher Altbauer darauf aufmerksam machte, dass ich in einer Bildzeile einen stattlichen Bullen als Kuh tituliert hatte“, erinnert sie sich.

Schon während ihrer Zeit beim „Nordschleswiger“, wo sie bis zu ihrem Wechsel ins Büchereiwesen viele Jahre die Funktion der stellvertretenden Chefredakteurin ausgeübt hat, galt Claudia Knauers Interesse dem Bereich Kultur, obwohl Organisatorisches ihre Hauptaufgabe bei der Zeitung war.

Sie war lange Mitglied im Kulturausschuss des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) und auch der Bereich Büchereiwesen war nicht nur durch Besuch von Vorträgen, Generalversammlungen und Ausstellungen ihr Steckenpferd.

„Mein Mann war viele Jahre im Vorstand des Büchereiverbandes aktiv“, erzählt sie und fügt hinzu, dass er nur ungern aus dieser Funktion ausgeschieden ist, als sie die Position der Büchereidirektorin übernommen hat. Obwohl sie in der Leitungsfunktion viel Organisationsarbeit zu erledigen hat, schreibt sie weiterhin gern, vor allem auch für den „Nordschleswiger“.

Seit der Übernahme der Aufgabe versucht Claudia Knauer auch neue Akzente im deutschen Büchereiwesen zu setzen, in dem 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter außer in der Zentralbücherei Apenrade in Büchereien in Hadersleben, Sonderburg, Tingleff und Tondern sowie in den Fahrbüchereien beschäftigt sind.

„Den Büchereien in Dänemark werden in jüngster Zeit vielfach neue Aufgaben als Treffpunkte für die Menschen zugeschrieben“, so die Büchereidirektorin, die aber nach wie vor die Versorgung der Bevölkerung mit Medien als Kernaufgabe sieht. „Wir sind das Schwarzbrot“, so ihr Motto und erinnert daran, dass die Büchereien zwar nicht Teil des Schulwesens sind, aber gerade auch im Bereich der deutschen Schulen in Nordschleswig eine wichtige Aufgabe erfüllen, die Lesefähigkeiten der Mädchen und Jungen zu fördern.

„Lesen lernt man nur, wenn man liest“, so Claudia Knauer, die vor allem Wert darauf legt, dass der Umgang mit Büchern in den Bibliotheken Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Spaß machen soll.

Raum für Diskurs bieten

„Ich sehe auch im Bereich der deutschen Minderheit die wichtige Aufgabe der Büchereien, Raum für Diskurs zu bieten“, stellt sie mit Hinweis auf Veranstaltungen während der vergangenen Jahre fest, in denen es beispielsweise um das Für und Wider einer möglichen Umbenennung des Langbehnhauses auf dem Knivsberg oder das heiße Eisen Sexismus ging.

„Wir sind nicht parteipolitisch festgelegt, aber unser Auftrag ist es, solche Debatten zu führen, als Teil der gesellschaftlich-demokratischen Debatte“, fügt sie hinzu.

Wichtige Büchereien in Corona-Krise

Wie wichtig das Angebot der deutschen Büchereien in Nordschleswig nicht nur für Leserinnen und Leser aus dem Kreis der deutschen Nordschleswiger ist, ist während der inzwischen fast ein Jahr andauernden Corona-Krise deutlich geworden.

„Wir erleben große Dankbarkeit der Nutzerinnen und Nutzer“, so Claudia Knauer, die beeindruckt von Einsatz ihrer Kolleginnen und Kollegen ist, die oft improvisieren müssen, um alle Wünsche erfüllen zu können. „Es zahlen sich jetzt auch unsere digitalen Angebote aus“, so die Büchereidirektorin, die darum bemüht ist, den Service des deutschen Büchereiwesens noch bekannter zu machen.

Sichtbare Bibliotheken

„Wir sind bei Ausbildungsmessen präsent, in Infopoints der Touristikwirtschaft oder empfangen Besuch von Arbeitsgemeinschaften aus deutschen wie dänischen Schulen. Wir freuen uns auch über dänische Interessenten, die sich an Reiseführern oder Speziallektüre wie zu Modelleisenbahnen bedienen“, erläutert sie.

Gerne werden auch Gruppen wie aus dem Deutschen Gymnasium Einführungen in die Nutzung des Medienangebotes oder der Fernleihe gegeben. Nach Jahrzehnten in Dänemark, wo ihre Kinder studieren und beruflich tätig sind, fühlt sie sich als Mitglied der deutschen Minderheit auch zunehmend mit der dänischen Gesellschaft verbunden.

Das wird ihr deutlich bei den zahlreichen Vorträgen, die sie hält, oder beim Empfang von Besuchergruppen im Haus Nordschleswig, die aus vielen Ländern die deutsche Minderheit kennenlernen wollen.

Claudia Knauer verrät, dass sie selbst aktuell Gefallen an Thrillern aus der Kategorie Urban Fantasy wie denen des Autors John Abramowitz hat.

„Und ich beschäftige mich mit Lyrik. Das reicht von Klassikern bis hin zu Gedichten von Peter Rühmkorf, Günter Kunert oder Erich Fried. Auch gefallen mir Werke von Inger Kristensen und ,Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten‘ mit Gegenständen des Britischen Museums London“, fügt sie hinzu.

Sehnsucht nach Wiederöffnung

Mit Sehnsucht blickt die Büchereidirektorin den Zeiten entgegen, wenn nach einem hoffentlich baldigen Ende der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wieder öffentliche Veranstaltungen in den Räumlichkeiten der Büchereien stattfinden können.

„Es sind so viele Dinge ausgefallen“, so Claudia Knauer und spricht die Hoffnung aus, dass es gelingt, Autorinnen und Autoren wie Dörte Hansen, die durch ihre Werke „Altes Land“ oder „Mittagsstunde“ großen Eindruck hinterlassen hat, nach Nordschleswig zu holen, nachdem die Corona-Krise im vergangenen Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte.

Prinzesse Lillifee und Räuber Hotzenplotz

Kennt ihr es nicht auch: Bandsalat bei Cassetten oder Kratzer auf Schallplatten und CDs, frustrierte Kinder und Eltern. Konnte man früher den Bandsalat vorsichtig mit dem Bleistift wieder aufrollen, hilft bei Kratzern oft nichts mehr.

Patric Faßbender war es leid und dachte in neuen Bahnen. Einfach zu handhaben und unkaputtbar sollte das neue Abspielgerät sein. Zusammen mit Marcus Stahl entwickelte er das Tonie-Konzept.

Tonie-Box mit Janoschs Tiger-Figur

Heraus kam ein stabiler und intuitiv zu bedienender Würfel mit WLAN Verbindung. Die Toniefiguren, auf denen sich das Hörspiel befindet, werden auf die Box gestellt. Einmalig lädt man das Hörspiel auf die Cloud, dann kann es überall, auch ohne Internet-Verbindung abgespielt werden. Mittlerweile gibt es über 250 Figuren, die eine Sammelleidenschaft hervorrufen.

In Deutschland sind die Tonies seit 2016 im Handel. Da bei uns die Nachfrage steigt, haben wir die ersten 30 Tonies angeschafft und weitere 15 bestellt. Dazu stellen wir zwei Tonie-Boxen zur Verfügung, so dass man das Konzept in Ruhe zu Hause ausprobieren kann, ohne gleich kaufen zu müssen. Und um es für euch leichter zu machen, haben wir unsere Tonies auf die Boxen gespielt.

Die Hälfte der Tonies sind, kaum eingearbeitet, bereits ausgeliehen. Neugierig geworden?

In unserem Online-Katalog könnt ihr sehen, welche Tonies wir im System haben. Und es werden immer mehr. Leicht könnt ihr die gewünschten Figuren bestellen oder reservieren und hier abholen. Sucht im Katalog unter TONIE (in Großbuchstaben). Und habt ihr Wünsche, welche Tonies wir noch anschaffen sollen, sagt Bescheid 🙂

Ausgedruckt: Der letzte „Nordschleswiger“

Gwyn Nissen Chefredakteur 01. Februar 2021 Nordschleswig/Kiel

Die letzte Ausgabe des „Nordschleswigers“ wurde am Montagabend im KN-Druckzentrum in Kiel gedruckt. Foto: Frank Peter

Das KN-Druckzentrum in Kiel druckte am Montagabend die letzte Ausgabe des „Nordschleswigers“. In Zukunft geht es in der deutschen Minderheit digital weiter.

Kurz vor 21.30 Uhr drehten sich die Druckplatten des „Nordschleswigers“ am Montagabend ein letztes Mal im KN-Druckzentrum in Kiel. Dann war Schluss. Die letzte Ausgabe des „Nordschleswigers“ als Tageszeitung der deutschen Minderheit in Nordschleswig war gedruckt.

Die Tageszeitung der deutschen Minderheit in Nordschleswig erscheint am Dienstag zum letzten Mal. Der 2. Februar ist gleichzeitig der 75. Geburtstag des „Nordschleswigers“, der am 2. Februar 1946 als erste freie deutsche Zeitung im Westen nach dem Zweiten Weltkrieg erschien.

Zunächst als Wochenzeitung und später dann als Tageszeitung. Doch nun setzen der Bund Deutscher Nordschleswiger und „Der Nordschleswiger“ auf digitale Berichterstattung auf www.nordschleswiger.dk und Apps. Hinzu kommen noch die sozialen Plattformen als Verbreitungskanal.

„So erreichen wir bereits heute mehr Menschen, als in Zeitungstagen“, erklärt Chefredakteur Gwyn Nissen.

KN-Drucker Mike Specht aus der Rotation sichert die Qualität des letzten „Nordschleswigers“. Foto: Frank Peter

Jubiläumsfeier ist verschoben

Eigentlich wäre die gesamte Belegschaft der Minderheitenzeitung gerne im Bus nach Kiel fahren, um dort die letzte Ausgabe abzuholen. Doch das Coronavirus machte einen Strich durch die Rechnung, und auch die geplante Jubiläumsfeier zum 75. Geburtstag musste verschoben werden.

So wurden die Zeitungen wie fast immer in den vergangenen 30 Jahren von Fahrer Dirk Putzki vom Fuhrunternehmen Paasch über die Grenze nach Dänemark gefahren. Normalerweise geht die Tour dann direkt ins Postzentrum nach Fredericia und zum Botendienst nach Kolding, ehe Putzki auf dem Rückweg Apenrade ansteuert, um im Medienhaus die letzten Zeitungspakete abzuliefern.

Kurier Dirk Putzke bringt seit 30 Jahren den „Nordschleswiger“ von der Druckerei nach Nordschleswig. Foto: Frank Peter

Rendezvous in Rothenkrug

Am Montagabend gab es allerdings ein frühes Rendezvous am Kreisel in Rothenkrug (Rødekro), wo Chefredakteur Gwyn Nissen die Zeitungen abholte. Die zehn letzten Zeitungen waren in einem Sonderumschlag. Putzki machte sich danach auf seine letzte Dänemark-Runde. Auf dem Vordersitz die letzte Ausgabe mit dem Titel „Wir müssen ganz neue Wege gehen“.

„Die allerletzte Ausgabe kommt bei uns in einen Rahmen, und weitere drei Exemplare gehen ins Deutsche Museum nach Sonderburg“, erklärt Nissen, der schließlich die letzte Ausgabe ins Medienhaus nach Apenrade (Aabenraa) brachte.

Und das ist sie: Die allerletzte Tageszeitung des „Nordschleswigers“ frisch aus der Druckerei in Kiel. Sie wird eingerahmt und im Medienhaus in Apenrade aufgehängt. Foto: Hannah Dobiaschowsky

Ein wenig wehmütig sei es schon, so der Chefredakteur, doch die Freude über die neuen digitalen Möglichkeiten würde überwiegen. „Wir wollen wieder das Kitt der Minderheit sein, und heute sind nun einmal die digitalen Angebote generationenübergreifend“, sagt der Chefredakteur.

Und ein wenig wird es auch in Zukunft beim „Nordschleswiger“ nach Papier riechen: Für die nicht digitalen Leser gibt es 14-täglich eine Zeitung mit Nachrichten von www.nordschleswiger.dk.