Tinglev Forum hält an den Plänen für altes „Grønningen“ fest

Kjeld Thomsen Lokalredakteur 10. März 2021 Tingleff/Tinglev Zuletzt aktualisiert um: 14:17 Uhr Teilen

In den Trakten oder auf dem Gelände des alten Pflegeheims „Grønningen“ würde „Tinglev Forum“ gern eine Begegnungsstätte für alle entstehen lassen. Foto: kjt (Archiv)

Ein Gemeinschaftshaus für ganz Tingleff auf dem Gelände des Pflegeheims „Grønningen“: Diese Vorhaben hat die Dachorganisation örtlicher Vereine und Institutionen nach wie vor im Visier.

Mund abwischen und weitermachen!

Dieser Spruch eines bekannten deutschen Fußball-Profis lässt sich auf den Gemütszustand von Tinglev Forum übertragen.

Die Dachorganisation örtlicher Vereine und Institutionen hält trotz einiger Störgeräusche an den Plänen fest, auf dem Gelände des Tingleffer Pflegeheims „Grønningen“, das demnächst durch einen Neubau in unmittelbarer Nähe ersetzt wird, eine Begegnungsstätte zu errichten.

In einer Pressemitteilung ist der Vorstand einmal mehr nicht gut auf die Sozialdemokratische Partei in der Kommune und auf den Ortsverein in Tingleff zu sprechen, hatten Parteigenossen doch nicht nur eine andere Verwendung für das alte Pflegeheim ins Spiel gebracht, sondern die Gemeinschaftshaus-Pläne als nicht realisierbar und auch als gescheitert abgestempelt.

Noch gut intakte Pflegeheimtrakte könnten als Domizil für Mitarbeiter der Heimhilfe dienen, da sie einen geeigneteren Standort benötigen, lautete ein Vorschlag aus dem Sozialausschuss mit Karsten Meyer Olsen (Soz.) als Vorsitzendem.

Band zwischen Minderheit und Mehrheit

Nach dem Tiefschlag habe man durchgeatmet, und der Gemeinschaftshaus-Ausschuss hat beschlossen, für die Gemeinschaft in Tingleff weiterzukämpfen, so die Pressemitteilung von Tinglev Forum um dessen Vorsitzenden Poul-Erik Thomsen.

„Bei den Bestrebungen, ein starkes Band zwischen der deutschen Minderheit und der Mehrheitsbevölkerung zu knüpfen, hält der Ausschuss daran fest, dass der Standort des alten Grønningen am besten ist“, so der Wortlaut.

„Es besteht kein Zweifel, dass diese Platzierung für ein modernes Versammlungshaus die naheliegendste ist, und daher richten wir unseren Fokus auf diese Lösung“, wird Claus Jørgensen zitiert, Vorsitzender des Ausschusses.

Richtungsweisende Analyse

Man werde sich allerdings nach der Analyse richten, die die Kommune zu kommunalen Gebäuden in Tingleff durchführt.

Bei den Bestrebungen, ein starkes Band zwischen der deutschen Minderheit und der Mehrheitsbevölkerung zu knüpfen, hält der Ausschuss daran fest, dass der Standort des alten Grønningen am besten ist. Aus der Pressemitteilung

500.000 Kronen sind für diese Analyse zur Verfügung gestellt worden.

Es geht darum, in welchem Zustand die Gebäude sind und wie und wofür sie genutzt werden könnten.

Bestandteil der Untersuchung ist neben dem alten „Grønningen“ unter anderem das sogenannte 1905-Gebäude der Kommunalschule an der Hauptstraße. Es wurde überlegt, daraus ein deutsch-dänisches Jugendhaus zu machen.

Die Kommune arbeitet gerade an einer Auflistung und Bewertung kommunaler Gebäude. Teil der Analyse ist unter anderem das 1905-Gebäude der Kommunalschule an der Hauptstraße. Foto: kjt (Archiv)

Tinglev Forum hatte selbst einen vorläufigen Gesamtplan an den Stadtrat weitergeleitet mit möglichen Standorten von Einrichtungen und Begegnungsstätte.

Der Ansatz: Die beiden dänischen Kindergärten an einer Adresse bündeln und damit Räume für die Heimhilfe frei machen. Die Begegnungsstätte dort planen, wo jetzt das alte Pflegeheim liegt.

Deutsche Bücherei und dänische Bibliothek Tür an Tür

Angedacht ist zudem, die deutsche Bücherei in die Ortsmitte ziehen und direkter Nachbar zur dänischen Bibliothek werden zu lassen.

Wenn es mit dem Gemeinschaftshaus klappt, dann würden die Veranstaltungsräume im Bürgerhaus neben der Bibliothek quasi übrig sein, weil das neue Haus über die entsprechenden Räume verfügt. „Im jetzigen Bürgerhaus könnte dann die deutsche Bücherei unterkommen“, so Poul-Erik Thomsen zum „Nordschleswiger“.

Der stellvertretende Vorsitzende des Hausausschusses, Hans Fr. David, seines Zeichens Volksgruppenangehöriger, ist damit beschäftigt, eine Satzung für einen Trägerverein der Begegnungsstätte auszuarbeiten zum Arbeitstitel „TINKA“ im Sinne von „Tinglev Kultur- og Aktivitetshus“.

„Sobald wir uns wieder versammeln dürfen, werden wir zu einer Gründungsversammlung für den neuen Verein einladen, der das Gemeinschaftshaus-Projekt dann durchführen wird“, so David im Schreiben von Tinglev Forum.

Alternative in Betracht ziehen

Ob Trakte des alten Grønningen für das Gemeinschaftshausprojekt genutzt werden, hänge von der Analyse ab, deren Ergebnis noch nicht vorliegt, sagt auch Poul-Erik Thomsen.

„Wir werden uns ganz klar nach dieser Analyse richten. Sollte das Gemeinschaftshaus nicht beim alten Grønningen liegen können, dann muss nach einer anderen Lösung gesucht werden“, so der Vorsitzende.