Irina empfiehlt uns „Das Beste von Jon Krakauer“

Classic Krakauer von Jon Krakauer

Jon Krakauer, geb. 1954, ist begeisterter Bergsteiger und hat sich als Autor und Reporter einen Namen gemacht. Er begleitete 1996 eine Expedition auf den Mount Everest, bei der es auf Grund von extremen Wetter zahlreiche Tote und Verletzte gab. („In eisigen Höhen“). Sein Buch „In die Wildnis“, in dem er dem kurzen Leben des Aussteigers Christopher McCandless folgt, wurde mit Sean Penn verfilmt.

In „Classic Krakauer“ sind die besten Essays und Reportagen der letzten drei Jahrzehnte versammelt. Wir lesen über Big Wave Surfing, kommen in die Nähe eines Vulkanausbruchs und erleben die Lawinenkatastrophe am Mount Everest.

„Spannend und sehr gut geschrieben“, so das Urteil von Irina.

Weiter geht es nach Südtirol:

Ich bleibe hier von Marco Balzano

Das Buch lässt uns eintauchen in die harte Geschichte der Südtiroler Bevölkerung rund um den Reschensee. Während des 2. Weltkrieges wird die Landbevölkerung aufgefordert, nach Deutschland auszuwandern oder als Bürger zweiter Klassse in Italien angesehen zu werden. Wer bleibt, hat unter den Faschisten zu leiden. „Ich bleibe hier!“, so der Entschluss von Trina. Da sie nicht mehr als Lehrerin arbeiten daf, unterrichtet sie heimlich in Kellern und Scheunen. Nach dem Krieg will ein Energiekonzern einen Stausee zur Stromerzeugung bauen und das gesamte Dorf fluten. Trina weigert sich zu gehen. Ein Buch über Mut und Widerstand, über Heimat und Vertreibung.

Auf dem Cover ist der Kirchturm der ehemaligen Pfarrkirche Sankt Katharina von Graun im Reschensee zu sehen, der als einziges Gebäude aus dem Stausee ragt. Was heute als Touristenmagnet dient, ist in Wirklichkeit ein tragisches Zeugnis von Profitgier und Nichtachtung einer gesamten Dorfbevölkerung. 1939 reichte der italienische Energiekonzern „Montecatini“ einen Antrag auf Bau eines Staudammes zur Stromgewinnung bei der Regierung ein. Die Bevölkerung von Reschen und Graun wird dabei nicht gefragt. Der Krieg bescherte einen Aufschub, aber 1950 kam es zur gewaltsamen Umsiedlung und Zerstörung der Dörfer. Die Reschener und Grauner wurden in Baracken umgesiedelt und für ihren Verlust nur minimal entschädigt.

Im Mai 2021 wurde das Wasser des Stausees wegen Reparaturarbeiten abgelassen und die Überreste des Dorfes kamen wieder zum Vorschein – ein Mahnmal aus der Vergangenheit.

Auch wenn der Fußball Belarus aus den Schlagzeilen vertrieben hat, ist die Lage dort noch immer katastrophal. Der mittlerweile in Deutschland lebende Dirigent Vitali Alekseenok beschreibt in seinem Buch die Lage im Lande.

Die weißen Tage von Minsk von Vitali Alekseenok

Als er zu den Wahlen im August 2020 zurück nach Belarus fährt, erlebt er bewusst die Proteste gegen die Herrschaft von Präsident Lukaschenko, der seit 1994 an der Macht wird. Um Demonstrationen zu verhindern, wird tagelang das Internet ausgeschaltet, Zeitungen beschlagnahmt, die U-Bahn gesperrt, willkürliche Verhaftungen vorgenommen, von der Flugzeugentführung einer Ryanair-Maschine, die auf dem Weg von Athen nach Vilnius war, ganz zu schweigen.

Doch das Volk solidarisert sich und protestiert mit friedlichen Mitteln, ganz in weiß. Mit diesem sehr persönlichen Buch will Alekseenok über die Geschehnisse dort berichten und uns aufrütteln – Demokratie und Freiheit ist nicht selbstverständlich!

Zum Entspannen und Urlaub machen empfiehlt Irina uns die Gegend um Hvide Sande bei Ringkøbing. Wunderbar, die Dünenlandschaft und die breiten Strände. Hvide Sande, ein kleiner Fischerort, liegt auf der langen schmalen Landzunge, die von Nymindegab bis Søndervig führt. Hier lässt es sich wunderbar wandern, baden, erholen, „wie in einer andern Welt“, schwärmt Irina – „aber bitte außerhalb der Touristensaison“, so der Rat.