Dezember 2021


WIEDERANGLIEDERUNG NORDSCHLESWIGS

Kjeld Thomsen Lokalredakteur Der Nordschleswiger

Zu „100 Jahre Miteinander in Tingleff“ ist eine kleine Chronik verfasst worden.Foto: DN

Gelungener Plan B: Statt eines Theaterstücks anlässlich 100 Jahre dänische Wiederangliederung Nordschleswigs haben deutsche Institutionen und Vereine coronabedingt ein kleines Geschichtsheft mit Anekdoten aus dem Tingleffer Raum herausgebracht. Das informative und zugleich amüsante Werk kann ausgeliehen werden.

Wie war es eigentlich damals in Tingleff und Umgebung, als die Grenze neu gezogen wurde und als mit der Wiederangliederung Nordschleswigs (Genforening) 1920 auf einen Schlag alles wieder dänisch wurde? Wie lief das gesellschaftliche Leben damals zwischen den deutsch und dänisch gesinnten Menschen ab, und welche Ortsansässigen nahmen damals besondere Rollen ein?

All diese Fragen und Ansätze könnte man doch anlässlich des Grenzjubiläums szenisch auf die Bühne bringen, so die Idee der deutschen Einrichtungen und Institutionen.

Der BDN-Ortsverein Tingleff, die deutsche Bücherei, die Nordschleswigsche Gemeinde und die Jündewatter Laienspielgruppe um Rolf Pfeiffer taten sich zusammen und beantragten erfolgreich Zuschüsse für eine Veranstaltung im Jubiläumsjahr der Wiederangliederung.

Corona kam dazwischen

An der Freilichtbühne sollte das Event stattfinden. Rolf Pfeifer, treibende Kraft der Jündewatter Laienspieler, machte sich ans Werk und begann, Theaterszenen auf Grundlage lokalhistorischer Informationen zu verfassen und dabei amüsante Momente einfließen zu lassen.

Dann kam Corona! Das Projekt mit Theater und Feier an der Waldbühne konnte nicht umgesetzt werden.

Was nun, fragten sich die Initiatoren. Sie hatten sich schon so viele Gedanken gemacht und auch Fördermittel über den Bund Deutscher Nordschleswiger, von der Kommune und dem „Genforenings“-Topf erhalten. Da müsste es doch eine Alternative geben.

Gesagt, getan. Statt kleiner Theaterszenen ist ein Chronikheft auf Deutsch entstanden mit Ereignissen und besonderen Persönlichkeiten im Raum Tingleff während und nach der Grenzziehung.

„100 Jahre Tingleff Miteinander – 100 år Tinglev i fælleskab“ lautet der Titel des 51-seitigen Heftes, das als „geschichtlicher und humorvoller Abriss des gemeinsamen Miteinanders in unserer Gemeinde“ gedacht ist.

Im Miteinander-Heft wird unter anderem auch die damalige Volkshochschule erwähnt.Foto: DN

Rolf Pfeifer stöberte in lokalhistorischen Werken und Archiven nach markanten und eben auch lustigen Ereignissen der damaligen Zeit und griff exemplarisch besondere Personen auf.

Beim Verfassen arbeitete das Redaktionsteam mit Rolf Pfeifer, Betty Weinschenck (BDN-Ortsvereinsvorsitzende), Büchereileiterin Mareike Poté und den Pastoren Astrid und Ole Cramer mit Hauke Grella zusammen, der als Leiter des Deutschen Museums in Sonderburg (Sønderborg) ein Auge auf die geschichtlichen Daten hielt.

So findet unter anderem die Geschichte der Volkshochschule mit der legendären Leiterin Martha Werther Erwähnung, die die Einrichtung von 1912 bis 1945 leitete.

Informationen und Anekdoten

Auch der Bürgermeister der ersten Stunden nach der Wiederangliederung, der Pastor, der Polizist, die Gemeindeschwester, ein bekannter Bauer, der Bibliothekar, die Lehrkräfte und sogar ein Hexenmeister jener Zeit werden in der Chronik beschrieben, stets ergänzt mit ausgefallenen Randnotizen zum deutsch-dänischen Miteinander.

Es gibt einiges zu schmunzeln, wie zum Beispiel über den Pastor, der damals eine Kutsche mit einem störrischen Pony zur Verfügung gestellt bekommt und seine Schäfchen nicht so richtig erreichen kann, oder über den dreisten Silberbesteck-Dieb von Jündewatt (Jyndevad), der sich schließlich als Elster entpuppt.

Das neue Auto für den Pastor, der mit einem Ponygespann einst nicht so gut zurechtkamFoto: DN

Amüsant auch die Geschichte über den Hofbesitzer Christian Jessen aus Brauderup (Broderup), der als begeisterter Leser Ende des 19. Jahrhunderts bei sich in der Stube die erste Bibliothek einrichtete und mit einem Holzkasten auf dem Rücken auch Bücher zu Leuten brachte. Er war gewissermaßen die erste (gehende) Fahrbücherei der Gegend.

Bringservice mit Hindernissen

Dass bei den Hausbesuchen auch mal der eine oder andere Schnaps angeboten wurde und Jessen am nächsten Tag die Route noch einmal ablaufen musste, da er nicht mehr wusste, wo er im Rausch den Bücherkasten gelassen hatte, lässt den Leser ebenfalls schmunzeln.

Polizisten von einstFoto: DN

Besonders lustig ist der Hausbesuch von Bürgermeister Martin B. Petersen 1928, als er auf der Suche nach Einnahmequellen für die Gemeinde als Vertreter der Versicherungsgesellschaft „Ny Danske“ bei einem deutsch gesinnten Bürger, ebenfalls mit Namen Petersen, anklopfte und sich mit „Petersen, Nye Danske“ vorstellte.

Der Heimdeutsche, als lustiger Zeitgenosse bekannt, antwortete mit: „Petersen, gammel Tysker“.

Die Leser können sich auf lustige Momente freuen. Das Heft ist nicht im Handel erhältlich, kann in der Deutschen Bücherei und in der dänischen Bibliothek aber ausgeliehen werden.

„Es sind mehrere Exemplare vorhanden. Jeweils so an die sechs Stück. Wir haben zudem den deutschen Schulen Hefte zukommen lassen“, so Rolf Pfeifer, der auch dem „Nordschleswiger“ ein Heft zur Verfügung stellte.

Das Jubiläumsheft zu 100 Jahre Grenzziehung kann in der Deutschen Bücherei und in der dänischen Bibliothek in Tingleff ausgeliehen werden.Foto: DN

Die büchereiegenen Exemplare werden gerade in der Zentralbücherei eingearbeitet und können voraussichtlich im Neuen Jahr ausgeliehen werden.

im Kreise eurer Familie wünschen wir euch.

Wir möchten uns für das vergangene Jahr bedanken, für die Unterstützung im Lockdown genauso wie in der Zeit danach. Trubelige Klassenbesuche, täglich nette Gespräche, alte wie neue LeserInnen, die ihren Weg in die Bücherei finden, all das bringt uns in unserem Bibliotheksalltag so große Freude.

Wir sind am 3. Januar wieder für euch da, in der Zwischenzeit steht euch die Offene Bücherei zur Verfügung (bis auf den 31.12).

Bleibt gesund und wir freuen uns auf ein Wiedersehen im neuen Jahr!

Räuber Hotzenplotz, Pippi Langstrumpf und Benjamin Blümchen – unsere Auswahl vergrössert sich.

Märchen von Sterntaler und Pinocchio, Heidi und Kikaninchen – sucht euch etwas für die Weihnachtszeit zum Hören aus.

„Alle Schafe sind hellwach und gucken mit großen Augen in den Nachthimmel. Da oben steht ein neuer Stern und strahlt wie ein schönes Morgenlicht. Das ist bestimmt kein gutes Zeichen. Vielleicht sollte mal jemand die Hirten fragen. „Unsere Hirten sind weg! Spurlos verschwunden!“

So was ist noch nie vorgekommen. „Das wird bestimmt eine Katastrophe.““

Völlig allein stehen die Schafe auf der Weide und versuchen sich ein Reim davon zu machen, was in dieser Nacht wohl los ist. Mit gekonntem Witz wird die Weihnachtsgeschichte aus der Sicht der Schafe erzählt: dem Schaf mit dem Gipsbein, dem Schaf mit dem Seitenscheitel (das ist auch das einzige Schaf, das sich noch jeden Morgen von den Hirten kämmen lässt, wie peinlich!), dem Schaf mit der Zahnspange, um die sie von allen anderen Schafen beneidet wird, und den anderen.

„Mitten in der Nacht bin ich aufgewacht“ fängt das Schaf mit der Mütze mit krächzender Stimme zu erzählen an. „Zuerst habe ich so ein komisches Prickeln und Kribbeln am ganzen Körper gefühlt. Dann schwebte völlig lautlos eine riesige leuchtende Erscheinung herab. Aus heiterem Himmel fing eine hohe Stimme zu singen an – Fürchtet euch nicht. Ich bringe euch eine frohe Botschaft!“

Bei diesen Worten läuft den Schafen ein eiskalter Schauer über den Rücken. „Unsere Hirten aber fürchteten sich sehr. Plötzlich schwebten scharenweise leuchtende Gestalten auf unser Feld. Das war ein Singen und Jubilieren. Ich glaube, ich hab sogar irgendwo Trompeten gehört – “ „Und die Botschaft?“ drängelten die anderen. „Wie lautet die Botschaft?“

Das Schaf mit der Mütze denkt kurz nach. „Hab ich vergessen.“

Und so geht es weiter in der Geschichte, bis die Schaf endlich an der Krippe angekommen sind. Zu viel soll nicht verraten werden, aber lustig ist es allemal.

Eine schöne Vorlesegeschichte zur Weihnachtszeit ab 8 Jahren, die aber garantiert auch Erwachsenen Spaß macht.

(Ulrich Hub – Das letzte Schaf ) Zum Interview mit Ulrich Hub.

Bis zum 21.12. sind wir noch vor Ort, danach haben wir Weihnachtsferien bis zum 02.01.

Die Offene Bücherei steht euch täglich von 7 – 22 Uhr zur Verfügung (nur am 31.12. ist ganz geschlossen).

Peppa Pig / Peppa Wutz oder Gurli Gris – eure Kinder wissen es sicher am besten. Drei neue Bücher des beliebten Schweinchens sind angekommen.

Minecraft und Tiptoi sind unverändert nachgefragt.

Viel Spaß mit den neuen Büchern!

Wegen steigender Nachfrage nach Medien zur Sprach- und Leseförderung haben wir jetzt folgende neu im Bestand :

Die Babblarnas

Die deutschen Kindergärten in Rapstedt, Bülderup und Tingleff arbeiten in frühkindlichen Spracförferung nach dem schwedischen Karlstad-Modell, entwickelt von Iréne Johansson. Mit Reimen, Liedern und den bunten Babblarna Figuren wird bereits im Krippenalter die Sprache gefördert. Drei verschiedene Babblarna-Boxen können bei uns ausgeliehen werden.

Auch diese Bildkarten werden zur spielerischen Sprachförderung eingesetzt, empfohlen ab 3 Jahren aufwärts.

Lesestart mit Eberhart

Fast wären wir verzweifelt: unser ”Eberhart” wurde und wurde nicht vom Buchhandel geliefert -der Grund für die 5 wöchige Lieferzeit: dem Verlag war das Papier ausgegangen….

Die ”Lesestart mit Eberhart”Bücher eignen sich wunderbar für die Leseförderung. Farblich abgetrennte Silben machen es einfach, auch längere Wörter zu lesen. Die über 50 Heftchen sind in 5 Schwierigkeitsstufen eingeteilt. Gerade schwächere Schüler können hier erste Erfolgserlebnisse sammeln.

Und spielerisch lässt es sich noch besser üben. Auch die ”Lese-Ratte” verwendet das Silbenprinzip der Eberhart-Bücher.

Von Pädagogen und Lehrern empfohlen!