August 2022


Keiner kam mit trockenen Füßen in die Bücherei, als es am Freitagnachmittag gegen 16 Uhr anfing, in Strömen zu gießen.

Die Glückstädterin Heidrun Schaller, Jahrgang 1943, hatte zum Vortrag eingeladen. Sie hatte 6 Jahre ihrer Kindheit kurz nach dem Krieg in Oranienbaum / Lomonossow bei Sankt Petersburg verbracht, nachdem der Vater nach Ende des Weltkrieges eine Stellung als Ingenieur in der Sowjetunion angenommen hatte. Diese Jahre prägten die kleine Heidrun, sie war glücklich in der Schule und bei den Pionieren.

Nach dieser Zeit zog die Familie erst nach Ostberlin, dann noch rechtzeitig in den Westen.

Viele Kindheitserinnerungen verflocht sie mit zeitgeschichtlichen Ereignissen, berichtete von der Reise der familieneigenen Möbel, die der Großvater in der Tschechei erbaute, die das jungvermählte Paar in Eckernförde als Aussteuer bekam, die im zerbombten Nachkriegsdeutschland in die Sowjetunion transportiert und 6 Jahre später erst nach Ostberlin, dann nach Köln reisten.

Die rund zwanzig Zuhörer folgten gespannten der Erzählung von Heidrun, während es noch eine Weile weiter draußen blitzte, donnerte und in Strömen regnete.

Das Buch „Nemetskaja Dewuschka – Deutsches Mädchen“, in dem Heidrun Schaller ihre Erinnerungen aufgeschrieben hat, ist in der Bücherei erhältlich.

„“Eine Frage der Chemie“ ist eines der besten Bücher, das ich seit langem zum Thema Frauen gelesen habe!! Vielen Dank dafür!!“

(So die begeisterte Rückmeldung unserer Leserin)

Elizabeth Zott ist eine Frau mit dem unverkennbaren Auftreten eines Menschen, der nicht durchschnittlich ist und es nie sein wird. Doch es ist 1961, und die Frauen tragen Hemdblusenkleider und treten Gartenvereinen bei. Niemand traut ihnen zu, Chemikerin zu werden. Außer Calvin Evans, dem einsamen, brillanten Nobelpreiskandidaten, der sich ausgerechnet in Elizabeths Verstand verliebt. Aber auch 1961 geht das Leben eigene Wege. Und so findet sich eine alleinerziehende Elizabeth Zott bald in der TV-Show „Essen um sechs“ wieder. Doch für sie ist Kochen Chemie. Und Chemie bedeutet Veränderung der Zustände … (Piper Verlag)

Seit 20 Wochen steht das Buch auf der Spiegel Bestsellerliste, die letzten vielen Wochen unangefochten auf Platz 1.

Unsere Leserin erzählt weiter:

„Ich hab’s in 3 Tagen gelesen – nachdem ich erstmal damit anfing, konnte ich nicht mehr aufhören…

Denke, man muss einige Kenntnis davon haben, wie Frauen in „Männerdomänen“ behandelt werden, um nicht in den Glauben zu verfallen, dass da was übertrieben ist…“

Wenn man da nicht Lust bekommt, in das Buch hineinzulesen….

Nur ein wenig Geduld müsst ihr haben – wir setzen euch aber gerne auf die Warteliste.

Habt ihr auch einen Buchtipp? Dann her damit! Wir freuen uns alle über neue Anregungen!

Ich hätte nicht gedacht, dass ich dies jemals einen unserer Leser fragen müsste …….

Aber bei der Rückgabe des Spieles „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“ fehlten zwei „Haufen“ / Spielsteine. Und wie formuliert man nun die Frage so, dass es nicht anstössig oder unhöflich ist?

Mit einem Lächeln geht es ins Wochenende 🙂

Nach Tiptoi und Tonies noch ein elektronischer Spielkram in der Bücherei?

Sami, der Lesebär ist in der Bücherei eingetroffen. Was kann er und warum haben wir ihn angeschafft?

Mit den Tiptoi-Stiften kann man sich interaktiv mit dem Buch auseinandersetzen, kleine Spiele, Lieder usw. können angetippt werden. Tonies verschaffen reinen Hörgenuss, ähnlich der Kassetten oder CDs der Kindheit.

Sami, der Lesebär liest vor. Man setzt ihn an ein Sami-Buch und schon liest die Figur Wort für Wort vor.

„Jetzt brauchen wir unserem Nachwuchs gar nicht mehr vorlesen…“ mag der eine denken. Sinnvoll eingesetzt macht der Sami Bär aber Sinn. Leseanfänger können im Tandem-System gemeinsam mit der Figur lesen, um hinterher den Text alleine zu bewältigen. Unsere Kinder in Nordschleswig, oft mit einem dänischsprachigem Elternhaus, können den Text und Aussprache hören und üben.

Der Sami Bär ist also in der Schule und im Elternhaus einsetzbar.

Und was das Vorlesen angeht: Etwas Schöneres, als zusammengekuschelt bei einer spannenden Geschichte den Tag in Ruhe ausklingen zu lassen, gibt es nicht. Schade, wenn man sich um diese Zeit des Miteinanders bringt.

Schaut rein, vielleicht ist etwas Strandlektüre dabei.

Hannah Dobiaschowski vom Nordschleswiger kommt in die Bücherei und stellt sich euren Fragen zum Umgang mit der digitalen Zeitschrift. Bringt gerne euer Ipad, den Laptop oder das Handy mit.

Montag, 29. August

14 Uhr

in der Deutschen Bücherei Tingleff

Eine Zusammenarbeit des BDN Tingleffs, des Nordschleswigers und der Bücherei Tingleff

So eindeutig war die Aussage von Künstlerin Gabriele Beismann, als sie vor den Sommerferien mit der Rapstedter Kindergartengruppe zu Besuch war. Zugegebenerweise war der Ausstellungsraum leer, die Sommerferien nahten auch.

Kurzentschlossen packte Gabriele beim nächsten Mal nicht nur die Kinder, sondern auch einen ganzen Stapel ihrer Bilder ins Auto, um die Bücherei zu verschönern, Sommerferien hin oder her.

Und damit alle in den Genuss ihrer Bilder kommen können, hängen diese noch bis zum Ende des Monats.

Gabriele arbeitet gerne in Serien. Bei diesem Zyklus hat sie sich mit Kindheit auseinandergesetzt. Wie habe ich gespielt? Auch filmisch hat sie Kinder beim Spielen beobachtet und diese Erfahrungen in die Bilder einfliessen lassen.

Am liebsten verwendet sie Mischtechniken, experimentiert mit verschiedenen Materialien. Mit Tusche wird die Grundzeichnung hergestellt, diese dann mit Schellack übergossen und mit Marmormehl bestäubt.

Gabriele wohnt seit 30 Jahren in Dänemark und wohnt mit ihrem Mann auf Løjt Land.

1946 zog der Vater von Heidrun Schaller mit seiner Familie nach St. Petersburg, um als Diplom Ingenieur an der Entwicklung von Torpedos mitzuarbeiten. Die 3jährige Heidrun fühlte sich dort wohl, sprach russisch und ging dort vier Jahre in die Schule. Doch nach dem Tod Stalins zog die Familie zurück, erst nach Ostberlin, flüchteten dann nach Köln.

Die Eltern zeigten kein Verständnis dafür, dass sich die Elfjährige nicht nahtlos in die streng geführte Klosterschule einlebte. Zur Strafe wurde sie erst vom Gymnasium genommen, dann mit 14 Jahren in die Lehre geschickt, ohne auf die Ausbildungswünsche der Tochter einzugehen.

All diese Erfahrungen haben die heute 78jährige Glückstädterin geprägt. Ihr ganzes Leben hat sie den Kindern gewidmet. Sie mahnt:“ Kinder in ihrer Not nicht alleine lassen!“

Heidrun Schaller kommt am Freitag, 26. August, um 16 Uhr in die Bücherei Tingleff und erzählt aus ihrem Leben.

Die Veranstaltung ist kostenlos, um Anmeldung wird gebeten.

In mühsamer Kleinstarbeit habt ihr, liebe Leserinnen und Leser, in den letzten Wochen eure Ausleihen einzeln per Hand aufgeschrieben, als unser Selbstverbucher in unseren Ferien streikte. Stapelweise Zettel mit Namen und Mediennummern haben wir vorgefunden, die wir so problemlos auf euer Konto verbuchen konnten. Das hat uns sehr geholfen, vielen Dank für eure Mühe und Geduld!

Wir sind zurück aus den Sommerferien, die ersten beiden Veranstaltungen für Ende August sind geplant, eine Ausstellung hängt, neue Medien warten auf die Einarbeitung. Lasst euch überraschen, bald gibt es nähere Informationen!