das gefällt uns…


Viele unserer LeserInnen teilen meine Begeisterung der Reihe „Little people, big dreams“ des Suhrkamp Verlages, das zeigen die leeren Tröge, wo sich die Reihe eigentlich befinden sollte:

Von unseren knapp 40 verschiedenen Exemplaren sind nur 4 Bücher „zu Hause“.

Zum Glück haben wir uns die neuesten Neuerscheinungen gesichert:

Aber es verwundert auch nicht: In kindgerechter Weise werden hier berühmte, bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten vorgestellt, die ihren Traum verfolgt haben und erfolgreich wurden.

Schriftsteller, Wissenschaftler, Bürgerrechtler, Sportler, Musiker und Politiker, eine Mehrzahl davon weiblich, werden hier auf eine anschauliche, knappe Weise porträtiert, die Lust macht, sich mehr mit diesem Menschen zu beschäftigen.

Und wer liest jetzt diese Bücher?

3. und 4. Klässler greifen hier gerne zu, wenn ihnen der Name etwas sagt. Und wenn man das erste Buch gelesen hat, blättert man gleich im zweiten weiter.

Lehrer, die ihren Schüler Vorlagen für das erste Referat besorgen. In jedem der Bücher ist am Schluß noch eine ausführlichere Faktensammlung zur Person.

Eltern, die zusammen mit ihren Kindern erst bekannte, dann unbekanntere Persönlichkeiten entdecken wollen.

Und Erwachsene, die diese Bücher angeblich für ihre „Neffen, Nichten oder Nachbarskinder“ ausleihen, in Wahrheit aber mitreden wollen.

Welcher Grund auch immer, schaut sie euch einmal an, wenn denn welche da sind.

Ich bin ja neugierig: was hat meinen Kolleginnen und Kollegen letztes Jahr besonders gefallen? Gibt es Highlights im Buch-, Film- oder Musikbereich? Lasst euch überraschen von ihren Antworten – vielleicht ist ja für euch auch etwas dabei.

Den Anfang macht Ira aus der Zentralbücherei Apenrade. Sie ist eine ausgesprochene Vielleserin und man geht nie vergebens zu ihr, wenn man neue Anregungen braucht. Sie hat verwandschaftliche Wurzeln in Belarus, deshalb hat sie die Lockdown-Zeit genutzt, sich näher mit Land und Autoren zu befassen.

Zum Einstieg empfiehlt sie folgende Bücher, die ihr besonders gefallen haben und bei uns im Bestand sind:

Die Frauen von Belarus

Die Frauen von Belarus“ von Alice Bota. Der Untertitel „Von Revolution, Mut und dem Drang nach Freiheit“ sagt fast alles: am Beispiel der drei maßgeblichen Protagonistinnen erzählt die Autorin vom friedlichen Aufstand gegen ein brutales Regime.

Die weißen Tage von Minsk“ von Vitali Alekseenok. Der Dirigent Vitali Alekseenok hat eine Heimat in Deutschland gefunden, fährt aber zur Wahl zurück nach Minsk. Dort wird er Zeuge der Protestbewegung gegen das Gewaltregime von Lukaschenko. In diesem persönlichen Bericht gibt er uns Einblicke in Land und Leute.

Der ehemalige Sohn by Sasha Filipenko

Der ehemalige Sohn“ von Sasha Filipenko. Der Autor, 1984 in Minsk geboren, ist für Irina eine Neuentdeckung. Auch er setzt sich mit den Gegebenheiten in Belarus auseinander. Seine Hauptfigur, der junge Franzisk, fällt nach einem Unfall ins Koma und erwacht erst 10 Jahre später, nachdem die meisten seiner Freunde und Angehörige die Hoffnung aufgegeben haben. Franzisk als Allegorie? Der Bayrische Rundfunk hat dazu eine detaillierte Analyse geschrieben.

In der Corona Lockdown-Zeit war nicht nur Zeit zu lesen, Irinas Familie hat auch ausgiebig Serien gesehen. Hervorheben möchte sie:

  • Maid – in der Hauptrolle eine überzeugende Margaret Qualley, Tochter von Andie Mac Dowell. Alex flieht aus einer gewalttätigen Beziehung und versucht ihre Tochter und sich mit Reinigungsjobs über Wasser zu halten, ohne ganz ihre Träume aufgeben zu müssen.
  • Squid Game – ein Tipp von Irinas Tochter, die ein großer Korea-Fan ist. Eine spannende, nicht unumstrittene Serie, bei der die Teilnehmer eines Wettbewerbes nicht nur um Preisgeld, sondern auch um ihr Leben kämpfen.
  • Springflut – eine spannende Krimiserie aus Schweden, eine Verfilmung der Bücher von Cilla und Rolf Börjlind
  • Yellowstone – mit Kevin Costner. Eine spannende Serie über die Dutton-Familie, die als Rinderzüchter in Montana ums Bestehen ihrer Farm kämpfen müssen. Gerade die Problematik des Umgangs mit den Natives wird hier gut wiedergegeben.

Manchen Kindern fällt das Lesenlernen schwerer als anderen, und wenn die Klassengrösse ein individuelles Betreuen nicht möglich macht, ist Not am Kind.

Hier kommen die Lesepatinnen ins Spiel („für Lese-Omas sind wir noch nicht alt genug“ Zitat), die sich 2x die Woche in der Bücherei treffen und ausgewählten Kindern beim Lesenlernen helfen.

Wir waren in der glücklichen Lage, vier pensionierte Lehrerinnen gewinnen zu können, die mit der nötigen Gelassenheit und pädagogischen Professionalität den Kindern zuhören und helfen können.

Der Kontakt wird durch die Klassenlehrerin initiiert, die das Angebot entsprechenden Eltern unterbreitet. Haben diese Interesse, ist die Bücherei die Kontaktstelle zwischen Eltern, Kind, Klassenlehrerin und Lesepatin. Wie oft und wann mit dem Kind gelesen wird, sprechen Eltern und Lesepatin individuell ab. Die Räumlichkeiten der Bücherei und Materialien stehen zur Verfügung – und natürlich ist hinterher Zeit für eine Tasse Kaffee und einen gemeinsamen Schnack, während die Kinder in Büchern stöbern können, bis sie abgeholt werden.

5 Eberharts hat Valdemar heute vorgelesen – ein Erfolgserlebnis!

Die Silbenfärbung und die verschiedenen Lesestufen machen ein indivduelles Anpassen an die Lesefähigkeit möglich und machen Mut auf mehr.

Durch gezielte Fragen kontrollieren die Lesepatinnen, ob auch verstanden wird, was entziffert wird. Was ist das Mittelalter? Was ein Berggipfel?

Wer in der 2. Klasse Schwierigkeiten mit dem Lesen hat, hat es ohne Hilfe schwer, das Versäumte aufzuholen. Wie soll man dann in Mathe Textaufgaben bearbeiten, wenn man Mühe mit dem Entziffern hat?

Bis jetzt lesen vier Kinder regelmässig – und mit Begeisterung. „Valdemar, was sagst du dazu, 2x die Woche zu lesen, statt nur einmal?“ fragte Kiki ihn gestern. Ein großes Strahlen leuchtet auf seinem Gesicht und der Daumen geht nach oben!

Noch ist Kapazität bei den engagierten Lesepatinnen, das Angebot soll jetzt auch für die anderen Klassenstufen geöffnet werden.

copyright: Büchereizentrale Schleswig-Holstein

Auch dieses Jahr begleiten Autorinnen und Autoren der Kinder- und Jugendbuchwochen mit kleinen Videos durch die Adventszeit. Auch Ulf Blanck, der bei unserer diesjährigen Lesung die Kinder nachdrücklich begeistert hat, ist dabei.

Vorgelesenbekommen ist fast so schön wie Selberlesen – schaut mal rein!

Ursula Krämer vor ihrem Bücherbus

Mit dem Bücherbus durchs Grenzland -dieser spannenden Aufgabe stellt sich Journalistin Ulrike Werner für eine Reportage des NDRs.
In der deutschen Grenzregion begleitet sie den dänischen Bücherbus, in der aktuellen Folge der Reportage fährt sie mit unserer Bücherbuskollegin Ursula Krämer durch Nordschleswig, von Apenrade nach Rapstedt, Bülderup und Lügumkloster.
Das Zweikulturen-Leben der Region, die Zwei-bzw. Dreisprachigkeit schon bei den Kindern wird bei den Besuchen bei den Lesern deutlich.

Hört mal rein in die ca. 30 minütige Reportage von NDR Info.

Die Fahrt mit dem dänischen Bücherbus findet ihr hier.

„Zack!“ von Volker Schmitt und Màriam Ben-Arab

Lesen ist langweilig und auf Prinzessinnengeschichten keine Lust? Dann ist „Zack“ genau das Richtige.

Im besten Comic-Stil verschlägt es uns in die Piratenwelt. Bonny entdeckt am Strand einen schnarchenden Mann. Wenn das kein Pirat ist, mit dem feuerroten Bart und nur einem Bein! Leider kann sich dieser an nichts mehr erinnern. Kurzentschlossen tauft Bonny ihn Zack. Und was braucht ein Pirat noch? Na klar! Ein Holzbein, ein Schiff und eine Crew. Und ehe die beiden sich versehen, sind sie mitten im spannendsten Piratenabenteuer!

Schöne Illustrationen, wenig Text und ein mutiges Mädchen, das sich alles traut und für alles eine Lösung findet, da macht Lesen nicht nur Mädchen, sondern auch Jungen Spaß! Schließlich kämpfen hier Piraten auf einem Seeräuberschiff….

Für geübtere Leseanfänger und insbesondere Lesemuffel bis 5. Klasse ein tolles Buch – sehr empfohlen und mit Spaß gelesen 🙂

Lesen bringt Spaß

Mit Begeisterung kommen die frischgebackenen Vorklässler in die Bücherei, so viel gibt es da zu entdecken. Nach einem Bilderbuchkino ist dann Zeit zum Selberstöbern.

Alle zwei Wochen ist der Dienstag für die 0. Klasse reserviert. Da diese Woche Projektwoche ist, kommen die Kinder 2x in den Genuß der Bücherei. Am heutigen Montag gab es ein Bilderbuchkino in der Schule, am Freitag kommen sie in die Bücherei. So bringt Schule Spaß!

und deshalb ist die Freude groß, dass jetzt die Kleinen des Pinguinhauses (Deutscher Kindergarten Tingleff) zu Besuch kommen.

Sechs Zweijährige lernen so von klein auf, wie schön es in der Bücherei ist. Zusammengekuschelt auf dem Sitzsack dürfen sie in Büchern blättern und die ersten Gegenstände erkennen und benennen.

Da gibt es Mähdrescher und Traktoren zu sehen. Bei dem einen Buch kann man die Seiten verlängern, indem man vorsichtig zieht, ein anderes Buch mäht wie die Ziege, um die es darin geht. Bei einem dritten kann man Klappen öffnen und nachschauen.

Schau mal, ein Traktor!

Jedes Kind durfte ein Buch verbuchen und bekam einen Stempel vor der Nachhausefahrt in ihrem Kindergartenmobil.

Nichtsahnend komme ich morgens in die Bücherei und sehe, dass sich die Tonies gestern vergnügt haben.

Der Kleine Rabe, Tigerente und die Maus hängen kopfüber am Regal

und schauen auf Biene Maja und Kater Findus herunter.

Wer das wohl war?

Last but not least – Hans aus Apenrade rundet unsere Sommerempfehlungen für dieses Jahr ab.

Seine Vorschläge beweisen, dass man nicht unbedingt in den Süden muss, um Urlaub zu machen. Das Schöne liegt so nah.

Hans nimmt uns mit nach Ringkøbing und Umgebung, wo er ein paar Tage in einem Bed & Breakfast Urlaub gemacht hat. Folgende Ausflugstipps hat er uns mitgebracht:

Flamingo Naturpark

copyright: Flamingo Naturpark

Einen Wunschbrunnen, die westjütische Freiheitsgöttin und die Klosterruine von Slyk, Biber, Pfauen und Eisvögel – all das findet man hier auf 60.000 m2, nur keine Flamingos.

Wieso heißt es dann Flamingo Naturpark? Besitzer und Frontmann Knud Christensen hat einen abwechslungsreichen Lebenslauf und liebt es, Geschichten zu erzählen. In früheren Jahren betrieb er die Flamingo Bar in Holstebro und züchtete Traber unter dem Namen „Flamingo Stutteri“. Deshalb gebot es sich fast von selbst, die Parkanlage „Flamingo Naturpark“ zu nennen.

Hier kann man in Ruhe spazieren gehen, sich im Café ausruhen oder auch im eigenen Zelt übernachten.

Enemærkets Hostagarten

Enemærkets Hostahave
copyright: Enemærkets Hostahave

Über 1700 verschiedene Hostas, sowie Rhododendren, Lilien, Hortensien und andere Immergrüne sind in diesem schönen Garten versammelt.

Hier kann man an einem Sommertag im Schatten spazierengehen und die Vielfalt bewundern. Auch eine Übernachtung kann man buchen und die Ruhe geniessen.

Laubjergs Rosengarten

copyright: Laubjergs Planteskole

Hier handelt es sich um ein Gartencenter mit angeschlossenem Rosengarten. Auf 10.000 m2 findet man über 5000 verschiedene Rosensorten. Viele davon kann man im Gartencenter käuflich erwerben, nachdem man sie in Blüte vor Ort erlebt hat.

Etwas ganz anderes ist das Luftfahrtsmuseum in Stauning.

Danmarks Flymuseum Stauning

copyright: Danmarks Flymuseum

Hier schlägt das Herz jedes Flugzeug-Fans höher. 50 verschiedene Flugzeuge aus den Jahren 1911 – 2000 kann man unter die Lupe nehmen. Verschiedene Propeller und Motoren sowie Modelle einzelner Flugzeuge komplettieren die Ausstellung.

„Alle, und jede für sich, sind einen Besuch wert“, urteilt Hans über seine Ausflugsziele.

Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht, unsere Sommerempfehlungen zu lesen und ihr habt Anregungen für euch mitnehmen können. Vielen Dank an die Kolleginnen und Kollegen für ihre Ideen.

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