Presse


Piratenautor enterte die Tingleffer Schule

Kjeld Thomsen

Kjeld Thomsen Lokalredakteur

10. November 2022 Tingleff/Tinglev

Lukas Hainer empfängt die neugierigen Zuhörenden. Foto: kjt

Büchereileiterin Mareike Poté hat mit Lukas Hainer einen vielseitigen Verfasser für eine Lesung im Rahmen der Kinder- und Jugendbuchwochen angeln können. Der 34-Jährige ist nicht nur Buchautor, sondern auch ein erfolgreicher Liedtextschreiber. Die Kinder erfuhren unter anderem, dass Hainer eng mit der bekannten Band „Santiano“ verknüpft ist.

Mit der Familie ist er mittlerweile ganz nach Flensburg gezogen. Zur Lesung in der Deutschen Schule Tingleff hatte es der aus München stammende Autor Lukas Hainer somit nicht weit.

Mareike Poté, Leiterin der Deutschen Bücherei Tingleff, hatte den 34-Jährigen im Rahmen der Kinder- und Jugendbuchwochen für einen „Auftritt“ gewinnen können.

Dreh- und Angelpunkt seiner Lesung für die Klassen eins bis vier der Deutschen Schule Tingleff war sein Kinderbuch „König der Piraten“.

Lukas Hainer nahm die Kinder mit in die Piratenwelt. Foto: kjt

Dass der Autor ein Faible für Seeräubergeschichten hat, kommt nicht von ungefähr.

Musikautor und Buchschreiber

Lukas Hainer ist seit vielen Jahren in erster Linie Liedtextschreiber und hat für namhafte deutsche Künstler und Bands geschrieben, darunter für die bekannte Seemannsband „Santiano“.

Über die Zusammenarbeit mit dieser Gruppe hat sich sein Interesse an Piratengeschichten verfestigt, so Hainer zum jungen Publikum, das in der Aula mehrmals die Gelegenheit bekam, Fragen zu stellen.

„Ich schreibe am liebsten Fantasiegeschichten und mag es, wenn ein besonderer Humor dabei ist“, erwähnte Hainer.

Der Kinoklassiker „Fluch der Karibik“ habe ihm gefallen und ihn inspiriert, eigene Seeräubergeschichten zu schreiben.

Lukas Hainer bei der Lesung in der Aula der Deutschen Schule Tingleff Foto: kjt

Wie der 34-Jährige vor der Lesung dem „Nordschleswiger“ verriet, war der Ursprung seiner mittlerweile zwei Piratenbücher ein Kinder-Musical im Stile des Formates „Tabaluga“, das in Zusammenarbeit mit „Santiano“ entstanden war.

Schiffskunde

Bevor der vielseitige, musikbewanderte Autor Auszüge aus dem Piratenbuch vorlas, gab es noch Schiffs- und Piratenkunde.

An einem Schiffsmodell, „das leider etwas ramponiert ist, weil ich es zu lange meinen Kindern überlassen habe“, so Hainer, wurden die wichtigsten Dinge durchgegangen.

Die Kinder konnten dabei viele Details benennen. Insbesondere die Drittklässlerinnen und Drittklässler wussten gut Bescheid. Im Vorfeld hatten sie sich mit Lehrerin Rikke Jakobsen bei einem Projekt mit dem Thema der Piraten auseinandergesetzt.

Lukas Hainer las aus dem Kinderbuch „König der Piraten“ vor. Foto: kjt

Die Zuhörenden lernten den jungen Freddy kennen – die Hauptfigur der Geschichte.

Abenteuerliche Suche nach dem Vater

Freddy erfährt vom alten Seebär Kork, dass der Kaiser in weiter Ferne den König aller Piraten krönen will.

Mit dem etwas schrulligen Seemann und dessen sehr heruntergekommenen Schiff, macht sich Freddy auf eine Seereise zur Krönung. Er macht sich die große Hoffnung, dass sich sein verschollener Vater und Vollblutpirat dieses Ereignis nicht entgehen lassen wird und er ihn endlich wiedersehen kann.

Wie die Geschichte wohl ausgehen wird, fragten sich sicherlich viele Kinder nach der Lesung.

Die Lösung: Nachlesen oder auch nachhören – das Buch gibt es auch als Hörspiel.

Fairnesspreis für Lærke beim Vorlesewettbewerb

Kjeld Thomsen

Kjeld Thomsen Lokalredakteur

29. Oktober 2022 Tingleff/Tinglev

Traten beim Vorlesewettbewerb gegeneinander an und gingen fair miteinander um: Lærke (l.) und Isabella. Foto: kjt

Isabella Pacelli wird die Deutsche Schule Tingleff beim Vorlesewettbewerb der deutschen Schulen in Nordschleswig vertreten. Sie setzte sich gegen Lærke Wickenhauser durch, die sich als faire „Verliererin“ zeigte und einen Sonderapplaus bekam.

„Es gehört Mut dazu, vor Publikum bei so einem Wettbewerb vorzulesen. Dafür habt ihr schon mal Respekt verdient“, so Deutschlehrerin Birte Kristensen am Freitag beim Vorlesewettbewerb der Deutschen Schule Tingleff, der erneut in der Deutschen Bücherei ausgetragen wurde.

Mit Isabella „Bella“ Pacelli und Lærke Wickenhauser hatten sich beim Wettbewerb der sechsten Klasse aus Tingleff nur zwei Schülerinnen an die Aufgabe herangewagt.

Vor Publikum

Beide Mädchen lasen vor den Augen und Ohren der fünften Klasse einen obligatorischen bekannten Text aus einem Buch ihrer Wahl und einen unbekannten Text aus einem Buch, das Birte Kristensen ausgesucht hatte.

Birte Kristensen (l.) bei der Begrüßung zum Vorlesewettbewerb in der Bücherei Foto: kjt

Das Lesen des unbekannten Textes hatte letztlich den Ausschlag gegeben.

Nach Auffassung der Jury, bestehend aus Birte Kristensen, Siebtklässlerin Freya Lemke, Büchereileiterin Mareike Poté und Freya Ulrich, Deutschlehrerin der kommenden sechsten Klasse, hatte „Bella“ die Passagen aus dem Werk „Allein unter Dieben“ etwas sicherer und lebendiger vorgelesen.

Lærke bei ihrem Vorleseauftritt Foto: kjt

Sie wird die Tingleffer Schule in der kommenden Woche beim Vorlesewettbewerb aller deutschen Schulen in Nordschleswig vertreten.

Dafür wünschte ihr Lærke alles Gute. Bella habe verdient gewonnen, meinte Lærke, die sich als überaus faire Verliererin präsentierte und dafür einen Sonderapplaus bekam.

Die beiden Kontrahentinnen ließen eine freundschaftliche Umarmung folgen.

Bella hatte aus der Jugendromanserie „Model undercover“ und Lærke aus dem Pferderoman „Mein Sommer mit den Feuerpferden“ vorgelesen.

Hannah Dobiaschowski vom Nordschleswiger kommt in die Bücherei und stellt sich euren Fragen zum Umgang mit der digitalen Zeitschrift. Bringt gerne euer Ipad, den Laptop oder das Handy mit.

Montag, 29. August

14 Uhr

in der Deutschen Bücherei Tingleff

Eine Zusammenarbeit des BDN Tingleffs, des Nordschleswigers und der Bücherei Tingleff

Der Nordschleswiger. Eine deutsche Tageszeitung in Dänemark

Anke Haagensen

Anke Haagensen

„Hochstaplerin“ à la Tingleff: Büchereileiterin Mareike Poté hat kurz vor ihrem Ferienbeginn noch eine Bücherlieferung eingearbeitet. Foto: Anke Haagensen

Quasi auf den allerletzten Drücker hat die Tingleffer Büchereileiterin eine Bücherlieferung erhalten, die einigen ihrer großen und kleinen Leserinnen und Leser sicherlich die Herzen kleine Hüpfer machen lässt.

„So! Geschafft!“ Tingleffs Büchereileiterin Mareike Poté steht vor einem großen Stapel Bücher, die noch bei jedem Öffnen einen besonderen Knack-Laut von sich geben, wie es nur ganz neue Bücher tun.

Und genau darum handelt es sich bei dem Stapel um ganz neue Bücher, die zum Teil noch nach Druckerschwärze duften. Sie hat nun auch alle Bücher „eingearbeitet“, wie sie sagt. Sie sind mit speziellen Chips versehen, eingescannt und damit für den Verleih fertig.

Die Buchbestellung kam quasi auf den allerletzten Drücker in Tingleff an, sodass sie den kleinen und großen Leserinnen und Lesern noch während der Sommerferien Spannung und Entspannung zugleich bringen kann.

„Einige der Bücher sind schon vorbestellt. Von anderen weiß ich, dass sich meine Leserinnen und Leser schon richtig darauf freuen“, sagt Mareike Poté.

YouTuber Arazhul (bürgerlicher Name: Roman Fink ) ließ sich von seinen Followern zunächst beim Minecraft-Spielen über die Schulter schauen. Inzwischen ist der junge Mann aus Baden-Württemberg Bestseller-Autor und Herausgeber einer eigenen Comicserie. Foto: Anke Haagensen

Neues Comic-Universum

Ganz neu im Comic-Regal stehen künftig fünf Bände der Arazhul-Reihe. Eher zufällig war die Büchereileiterin über das Angebot des in Deutschland bekannten Game-YouTubers „gestolpert“, der besonders durch seine Videos zum Spiel Minecraft beliebt wurde. Nun gibt es auch Comics aus seiner Hand. „Gerade in dieser Woche hatte ich eine konkrete Anfrage und konnte sagen, dass ich die Comics schon ganz bald dahabe“, freut sich Mareike Poté, dass ihr Riecher, was dieses Arazhul-Universum angeht, offensichtlich richtig war. „Ganz bald“ heißt nun „ab sofort“.

Das Manuskript zu diesem Krimi wurde im Nachlass von Lucinda Riley gefunden. Foto: Anke Haagensen

Rileys erster und letzter Krimi

Gespannt ist die Tingleffer Büchereileiterin auch darauf, was ihre Leserinnen von einem posthum herausgegebenen Krimi der Bestseller-Autorin Lucinda Riley halten. Riley war vor allem der weiblichen Leserschaft von ihrer Sieben-Schwestern-Reihe ein Begriff. Die Nordirin erlag im Sommer 2021 im Alter von nur 56 Jahren einem Krebsleiden. „In ihrem Nachlass wurde das Manuskript eines Krimis gefunden, der jetzt herausgebracht worden ist. Das Manuskript soll aus dem Jahr 2006 stammen“, erzählt Mareike Poté. „Die Toten von Fleat House“ lautet der Titel des ersten und einzigen Riley-Krimis.

Miss Fischer ist eine emanzipierte junge Frau, die eine Leidenschaft für Mordfälle hat. Sie schert sich dabei nicht um Konventionen, wie sie in den 1920er Jahren im australischen Melbourne an der Tagesordnung waren. Foto: Anke Haagensen

Miss Fisher und ihre mysteriösen Mordfälle

Die Büchereileiterin selbst freut sich auf die Miss-Fisher-Krimis von Kerry Greenwood. „Das ist aktuell meine TV-Lieblingsserie“, gesteht sie. „Ich habe noch keines der Bücher gelesen, die dann schließlich in der TV-Serie verarbeitet wurden, aber ich habe mir erzählen lassen, dass die Bücher sogar noch besser sind. Das ist ja meistens so“, stellt sie augenzwinkernd fest.

Mareike Poté macht keinen Hehl daraus, dass sie Krimis mag. Nur zu blutrünstig sollten sie nicht sein, findet sie. „Und wenn man nebenbei noch etwas über die jeweilige Zeit, die zeitgenössische Politik oder das Land erfährt, dann finde ich es besonders interessant“, sagt sie und erzählt, dass sie ab und zu beim Lesen auch ihr Mobiltelefon zur Hand nimmt, um bei Bedarf etwas nachschlagen oder vertiefen zu können.

In Louise Pennys Krimi erfährt man viel über Land, Leute und Gesellschaft Kanadas. Foto: Anke Haagensen

Ihr Lieblingskommissar heißt Armand

„Meine Lieblings-Krimibuchserie ist derzeit die Chief-Inspector-Armand-Gamache-Serie von Louise Penny. Ihre Krimis spielen in der kanadischen Provinz Québec. Man lernt daher – ganz nebenbei – einiges über Kanada, über den Sprachenkonflikt englisch/französisch, über den Umgang mit der indigenen Bevölkerung und vieles andere mehr. Ich finde es immer toll, wenn mir Bücher einen Mehrwert geben wie diese Krimis von Louise Penny“, sagt Mareike Poté.

In dem großen Bücherstapel befinden sich auch wieder etliche Kinderbücher. Darunter auch besondere Leicht-Lese-Lektüre. Bei der Bestellung hat die Büchereileiterin besonders an die Mädchen und Jungen gedacht, die das Lesetraining-Angebot der Bücherei in Anspruch nehmen.

Besonders bei Mädchen ziehen Pferdebücher nach wie vor. Großen Gefallen haben die Jüngsten jedoch an den Geschichten von Ulf Blanck. Foto: Anke Haagensen

Kinderfavorit: Blanck

Das neueste Buch von Ulf Blanck darf natürlich auch nicht bei den Neuanschaffungen fehlen. „Blanck war im Rahmen der Kinderbuchwochen im vergangenen Herbst bei uns in Tingleff. Seitdem lieben ihn ,meine’ Kinder. Natürlich habe ich jetzt auch das neueste Buch der Drei-Fragezeichen-Kids beschafft“, unterstreicht Mareike Poté.

Die Bücher sind in die Regale einsortiert. Auch wenn die Leiterin ab Montag im Urlaub ist, so ist die Tingleffer Bücherei doch bis zum kommenden Donnerstag besetzt. Dann aber wird die Einrichtung bis zum 7. August nur noch als Offene Bücherei zur Verfügung stehen.

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Kjeld Thomsen

Kjeld Thomsen Lokalredakteur

Die Lesetrainerinnen und ihre „Spieler“ in der Deutschen Bücherei Tingleff Foto: kjt

Büchereileiterin Mareike Poté hat in Absprache mit der Schule ein Lesetraining für Schülerinnen und Schüler ins Leben gerufen und kann dabei auf Mitstreiterinnen mit Erfahrung setzen. Pensionierte Lehrkräfte stellen sich kostenlos zur Verfügung. Mit den Trainerinnen wird nicht nur gelesen.

Kürzlich war Abschluss des Trainingsbetriebes. In der Deutschen Bücherei Tingleff trafen sich Schülerinnen und Schüler des Lesetrainings mit ihren Coaches, um die Lesesaison mit Eis und geselligem Beisammensein ausklingen zu lassen.

Büchereileiterin Mareike Poté hatte die Idee, ein kostenloses Lesetraining anzubieten und fand dafür Unterstützer.

Mit Brigitte Schumacher und Birte Nicolaisen stellten sich zwei ehemalige Lehrerinnen der Deutschen Schule Tingleff für ein wöchentliches Üben zur Verfügung. Auch Mareike Poté gehört dem Trainerstab an.

Haben eifrig in der Bücherei trainiert: (vorn v. l.) Waldemar (9 Jahre), Sebastian (9), Merle (11), Isabella (11) und Melanie (9). Hinten die Lesecoaches (v. l.) Brigitte Schumacher, Büchereileiterin Mareike Poté sowie Birte Nicolaisen. Foto: kjt

In der Hinterhand gebe es weitere Coaches, die einspringen können, wenn im kommenden Schuljahr neue „Spieler“ dazukommen sollten, so die Büchereileiterin.

Schule mit im Leseboot

Das Lese-Fitnesstraining wird über die Schule an die Elternhäuser weitervermittelt. Wer möchte, kann sein Kind einmal die Woche zum Training in die Bücherei bringen oder selbst hingehen lassen.

In der Auftaktsaison war eine kleine Mannschaft von knapp zehn Akteuren zusammengekommen, die Woche für Woche mit den Coaches nicht nur gelesen, sondern auch geschnackt und gespielt haben, denn das Lesetraining soll ein ganz ungezwungenes Miteinander sein.

Genau das sei für sie ausschlaggebend gewesen, sich von Mareike Poté überreden zu lassen, sagt Lesecoach Birte Nicolaisen.

Sie ist pensionierte Sonderschulpädagogin mit Fachgebiet Förderunterricht. Das Leseangebot sei aber kein Förderunterricht und keine Nachhilfe. Es sei ein Üben und Trainieren in lockerer Atmosphäre. Das sei ihr wichtig gewesen, wie sie sagt.

Lesen, spielen, schnacken

„Und dann ist die Bücherei ein sehr geeigneter Ort. Hier wird man ja regelrecht zum Lesen animiert, und es ist ganz normal, Bücher um sich herum zu haben“, so Birte Nicolaisen.

In der Bücherei gibt es nicht nur jede Menge Lesematerial, sondern auch Spiele, die bei jeder Trainingseinheit gespielt werden. Das Motto „Lesen macht Spaß“ soll vollends zum Tragen kommen.

Mit Erdbeeren bedankte sich Büchereileiterin Mareike Poté bei den Lesetrainerinnen Brigitte Schumacher und Birte Nicolaisen (v. r.). Foto: kjt

Die meisten des Leseteams mit Zweit- und Viertklässlerinnen und -klässlern signalisierten beim Abschlusstreffen gegenüber dem „Nordschleswiger“, eine weitere Saison nach den Sommerferien dranzuhängen zu wollen.

Sollten sich Neuzugänge ankündigen, dann ist Managerin Mareike Poté gern bereit, zusätzliche Coaches zu mobilisieren.

Interessierte Eltern und deren Kinder brauchen sich einfach nur an die Bücherei wenden, um im Trainingsbetrieb aufgenommen zu werden.

Hannah hilft dir beim digitalen „Nordschleswiger“

Der Nordschleswiger

27. Juni 2022 Apenrade/Aabenraa

Hannah Dobiaschowski kommt zu euch und hilft bei Fragen zum digitalen „Nordschleswiger“. Foto: Karin Riggelsen

Wenn du findest, dass es mit dem digitalen „Nordschleswiger“ nicht so rund läuft, mach es einfach wie der Sozialdienst Lügumkloster oder Betty Weinschenck aus Tingleff: Lade unsere Projektmitarbeiterin Hannah Dobiaschowski ein und klär bei einem hyggeligen Schnack alle offenen Fragen.

Die Digitalisierung des „Nordschleswigers“ liegt nun knapp anderthalb Jahre zurück. Wir finden, dass es richtig gut läuft und sind stolz auf alle unsere Leserinnen und Leser, die diesen Weg trotz mancher Herausforderung mit uns gegangen sind.

Soweit es in dieser Zeit möglich war, waren wir unterwegs und haben in gemütlichen Runden erklärt, wie man einen Benutzeraccount anlegt oder welche Funktion ein bestimmter Knopf hat. Im Großen und Ganzen konnten wir alle Fragen ziemlich einfach klären.

In der Deutschen Bücherei Hadersleben half Projektmitarbeiterin Hannah Dobiaschowski einigen Stammlesern beim Umgang mit dem digitalen „Nordschleswiger“. Foto: Annika Zepke

Wichtiger Kontakt zur Leserschaft

Vor allem Projektmitarbeiterin Hannah Dobiaschowski hat viele dieser Termine durchgeführt. „Ich habe sehr viel Freude an den Treffen gehabt. Einerseits, weil ich ziemlich unkompliziert helfen konnte, andererseits, weil ich immer sehr nette Menschen kennengelernt habe,“ erzählt sie.

Der Kontakt zur Leserschaft sei das Allerwichtigste für ihre Arbeit in der Marketingabteilung.

Neue Anfragen

Deshalb freut sie sich, wenn wieder neue Anfragen kommen. „Der Sozialdienst in Lügumkloster hat micheingeladen, und auch in der Bücherei in Tingleff darf ich wieder ein Treffen veranstalten, da suchen wir gerade nach einem Termin.“

Betty Weinschenck war hier die Initiatorin, die in ihrem Umfeld darauf aufmerksam geworden ist, dass manche noch Fragen zur Bedienung des digitalen „Nordschleswigers“ haben.

Ich komme überall hin. Hannah Dobiaschowski

„Ich finde es richtig toll, dass sich Leute an mich wenden und möchte gerne alle auffordern, es ebenfalls zu tun, wenn sie meine Hilfe brauchen,“ bietet Hannah Dobiaschowski an und ergänzt: „Ich komme überall hin, wo sich mehrere Menschen treffen. Ob es nun ein Strickklub ist oder ein Verein, das ist ganz egal.“

Hannah Dobiaschowski erreichst du unter hdo@nordschleswiger.dk oder unter 73 32 30 28.

Gwyn Nissen

Gwyn Nissen Chefredakteur

20. April 2022 Nordschleswig / Der Nordschleswiger

Der Vorsitzende Peter Asmussen wurde wieder in den Vorstand des Büchereiverbandes gewählt – hier im Gespräch mit Büchereidirektorin Claudia Knauer (Bildmitte) und Vorstandsmitglied Sabina Wittkopp-Hansen. Foto: Gwyn Nissen

Die positiven Erfahrungen im gemeinsamen Multikulturhaus in Sonderborg führen zu Sondierungen in Hadersleben, wo sich im Kulturzentrum Bispen neue Möglichkeiten auftun.

Das Mitwirken der deutschen Minderheit an einer gemeinsamen Bücherei-Lösung im Multikulturhaus in Sonderburg (Sønderborg) dient jetzt möglicherweise als Grundlage für eine weitere deutsch-dänische Bücherei-Nachbarschaft – diesmal in Hadersleben.

Dies teilte der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Büchereien Nordschleswig, Peter Asmussen, am Mittwochabend auf der Generalversammlung in der Zentralbücherei in Apenrade (Aabenraa) mit.

„Wir sind in Sonderburg ins Zentrum des öffentlichen Geschehens gerückt – sowohl in der Minderheit als auch in der Mehrheit“, sagt Peter Asmussen.

Zwei Büchereien im Bispen?

Durch den dortigen Erfolg werden derzeit neue Möglichkeiten in Hadersleben untersucht. Möglicherweise soll die Bücherei vom jetzigen Standort am Aastrupvej in das Kulturzentrum Bispen ziehen, wo die dänische Bücherei bereits platziert ist.

Wie in Sonderburg würde die deutsche Bücherei eine eigene Einheit bilden: Ein Eingang – zwei Büchereien.

„Das würde wie dort für mehr Präsenz der Minderheit sorgen“, sagt Peter Asmussen. Noch sei allerdings nichts entschieden – alle Möglichkeiten würden derzeit untersucht, gemeinsam mit dem Bund Deutscher Nordschleswiger sowie der Minderheit vor Ort.

„Die Arbeit unserer Büchereien ist eine Visitenkarte für die Minderheit in Nordschleswig“, sagte Peter Asmussen.

Mit fast 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gehört die Generalversammlung des Büchereiverbandes zu den besser besuchten in der Minderheit. Vorher gab es einen Bücherflohmarkt. Foto: Gwyn Nissen

Nachfolge für Bücherbusse

Viel Arbeit steckt der Büchereiverband im Augenblick auch in die Nachfolge der jetzigen Bücherbusse. Peter Asmussen erklärte, dass ein Konzept erarbeitet werden solle, und er sei hoffnungsvoll, dass dem Hauptvorstand des Bundes Deutscher Nordschleswiger bald konkrete Vorschläge gemacht werden könnten.

Büchereidirektorin Claudia Knauer erklärte, dass die Bücherei zwei neue Konzepte ausprobieren werde. Zum einen, eine feste Haltestelle bei SuperBrugsen in Fünenshaff (Fynshav) und Höruphaff (Høruphav), um sich dort sowohl an Zuzügler als auch an die Mehrheitsbevölkerung zu wenden (mit dem Aufkleber „Æ Bücherbus“), und zum anderen feste Haltestellen an deutschen Einrichtungen, zum Beispiel an deutschen Pastoraten.

„Wir sind gespannt, wie es angenommen wird“, sagte Claudia Knauer, die den Bücherbus im Sommer auch auf die Ferieninsel Röm (Rømø) schicken will. Wer nicht zur Haltestelle kommen könne, werde weiterhin persönlich bedient.

Weiterentwicklung des Büchereiverbandes

Überhaupt, so Peter Asmussen, nutze der Büchereiverband viel Energie, um sich weiterzuentwickeln. Dazu gehöre auch die digitale Entwicklung, die eine Schlüsselrolle einnehme.

„Aber stets nur als Ergänzung zu den konventionellen Medien – das Buch wird nicht verschwinden“, versprach der Vorsitzende.

Positive Entwicklung

Auch Claudia Knauer sprach die digitale Entwicklung an. Sie sei mit den Aktivitäten in den Sozialen Medien sehr zufrieden. Via Facebook und Instagram hätte die Bücherei 2021 genau 63.239 Menschen erreicht.

Überhaupt seien die digitalen Zahlen gestiegen, hätten aber den Corona bedingten Rückgang in der physischen Ausleihe nicht auffangen können. Die Ausleihe ging von 193.892 im Jahr 2020 auf 161.016 im vergangenen Jahr zurück. Die Zahl der Besucher ging von 43.134 auf 33.921 zurück.

„In Anbetracht der Tatsache, dass vom 2. Januar bis 20. April die Büchereien geschlossen waren und natürlich auch keine offene Bücherei angeboten wurde, sind das keine schlechten Zahlen“, sagte Claudia Knauer.

Digitales Repertoire

Video-Erzählungen und digitale Veranstaltungen gehörten in den Corona-Jahren zum Repertoire. Peter Asmussen lobte den unerschöpflichen Erfindungsreichtum und die Anpassungsbereitschaft der Bücherei-Mitarbeiter.

Die digitalen Angebote hätten laut Claudia Knauer den positiven Nebeneffekt, dass die Bücherei dadurch auch neue Nutzer erreicht, denn auch die Anzahl der Veranstaltungen sei 2021 gegenüber dem Vorjahr reduziert.

„Die Zahl der Veranstaltungen ist wieder gestiegen, die Zahl der Besucher allerdings gesunken. Wie fast alle kulturellen Einrichtungen erleben wir eine Zurückhaltung bei den Gästen. Die Sorge, sich anzustecken, ist noch nicht gewichen – trotz der Einhaltung aller Regeln. Manche haben es auch quasi ‚verlernt‘ zu Veranstaltungen zu kommen beziehungsweise gestalten ihr Leben anders als vor der Pandemie“, erklärte Claudia Knauer.

Der Vorstand konstituierte sich nach der Generalversammlung wieder mit Peter Asmussen als Vorsitzenden und Marieke Heimburger als neue zweite Vorsitzende. Foto: Gwyn Nissen

Peter Asmussen bleibt Vorsitzender

Bei den Vorstandswahlen kam es zu einer Stichwahl, als sich neben den bisherigen Vorstandsmitgliedern Peter Asmussen und Hannah Bahnsen auch Christa Kath aus Pattburg für die Vorstandsarbeit zur Verfügung stellte.

Bei der schriftlichen Wahl fielen 24 Stimmen auf Peter Asmussen und 26 auf Christa Kath. Hannah Bahnsen schied mit 21 Stimmen aus dem Vorstand aus.

Bei der anschließenden Konstituierung wurde Peter Asmussen als Vorsitzender wiedergewählt und Marieke Heimburger als neue zweite Vorsitzende (bisher Sabina Wittkopp-Hansen) gewählt.

„Der Krug an der Wiedau“ 

Volker Heesch Hauptredaktion 17. Januar 2022 Apenrade/Aabenraa , Der Nordschleswiger

Uffe Iwersen (links) hatte großen Anteil an der Realisierung der Filmproduktion „Der Krug an der Wiedau“. Foto: BDN

Vereine und Institutionen können sich für eigene Aufführungen eine Kopie der anlässlich des Grenzjubiläums produzierten Kriminalkomödie beim BDN im Haus Nordschleswig bestellen.  Interessierte müssen sich an Kulturkonsulent Uffe Iwersen wenden. 

Anlässlich des Jubiläumsjahres der Volksabstimmungen und der Neuziehung der deutsch-dänischen Grenze im Jahre 1920 hat die deutsche Minderheit in Nordschleswig gemeinsam mit dem Nordfriesischen Theater eine Kriminalkomödie mit der Vielfalt der fünf Sprachen des Grenzlandes als Anknüpfungspunkt verfilmt.

Film stößt auf positives Echo

Nachdem das finanziell mit Mitteln der EU, der Kommune Tondern, der deutschen Bundesregierung und Stiftungen realisierte Werk bei seinen bisherigen Präsentationen auf ein positives Echo gestoßen ist, stellt die Dachorganisation der deutschen Minderheit in Nordschleswig, Bund Deutscher Nordschleswiger, interessierten Vereinen und Institutionen kostenlos Kopien des Films zu Verfügung.

Das Filmplakat zum „Krug an der Wiedau“ unterstreicht die professionelle Qualität des Werkes, das zum Jubiläum der deutsch-dänischen Grenze unter Beteiligung zahlreicher Laiendarstellerinnen und -darsteller geschaffen wurde. Foto: BDN

„Wir freuen uns sehr über den Film und möchten ihn so vielen Menschen wie möglich zeigen“, erklärt der Kulturkonsulent des BDN, Uffe Iwersen.

„Es ist natürlich ein Knüller, dass Tonderns neuer Bürgermeister, Jørgen Popp Petersen, in dem Film mitwirkt“, so Iwersen, der zum Inhalt nur einzelne Hinweise gibt.

Beispielweise, dass ein Verbrechensopfer auf dem Grenzzaun hängend in der Nähe des „Krugs an der Wiedau“ entdeckt wurde und dass ein deutscher und ein dänischer Polizist mit der Aufklärung des Falls beauftragt werden, der die Harmonie im Niemandsland zwischen Deutschland und Dänemark erschüttert.

Alle verstehen sich untereinander

Die Sprachenvielfalt, jeder schnackt in der eigenen Sprache, wobei sich alle untereinander verstehen, wird vom Team der Schauspielerinnen und Schauspieler, die meisten sind in der Region zu Hause, gekonnt zum Ausdruck gebracht.

Der 90 Minuten lange Film ist in professioneller Qualität produziert worden. Er steht mit dänischen oder deutschen Untertiteln zur Verfügung. Uffe Iwersen nimmt Bestellungen unter iwersen@bdn.dk oder telefonisch unter 61 22 35 86 entgegen.

WIEDERANGLIEDERUNG NORDSCHLESWIGS

Kjeld Thomsen Lokalredakteur Der Nordschleswiger

Zu „100 Jahre Miteinander in Tingleff“ ist eine kleine Chronik verfasst worden.Foto: DN

Gelungener Plan B: Statt eines Theaterstücks anlässlich 100 Jahre dänische Wiederangliederung Nordschleswigs haben deutsche Institutionen und Vereine coronabedingt ein kleines Geschichtsheft mit Anekdoten aus dem Tingleffer Raum herausgebracht. Das informative und zugleich amüsante Werk kann ausgeliehen werden.

Wie war es eigentlich damals in Tingleff und Umgebung, als die Grenze neu gezogen wurde und als mit der Wiederangliederung Nordschleswigs (Genforening) 1920 auf einen Schlag alles wieder dänisch wurde? Wie lief das gesellschaftliche Leben damals zwischen den deutsch und dänisch gesinnten Menschen ab, und welche Ortsansässigen nahmen damals besondere Rollen ein?

All diese Fragen und Ansätze könnte man doch anlässlich des Grenzjubiläums szenisch auf die Bühne bringen, so die Idee der deutschen Einrichtungen und Institutionen.

Der BDN-Ortsverein Tingleff, die deutsche Bücherei, die Nordschleswigsche Gemeinde und die Jündewatter Laienspielgruppe um Rolf Pfeiffer taten sich zusammen und beantragten erfolgreich Zuschüsse für eine Veranstaltung im Jubiläumsjahr der Wiederangliederung.

Corona kam dazwischen

An der Freilichtbühne sollte das Event stattfinden. Rolf Pfeifer, treibende Kraft der Jündewatter Laienspieler, machte sich ans Werk und begann, Theaterszenen auf Grundlage lokalhistorischer Informationen zu verfassen und dabei amüsante Momente einfließen zu lassen.

Dann kam Corona! Das Projekt mit Theater und Feier an der Waldbühne konnte nicht umgesetzt werden.

Was nun, fragten sich die Initiatoren. Sie hatten sich schon so viele Gedanken gemacht und auch Fördermittel über den Bund Deutscher Nordschleswiger, von der Kommune und dem „Genforenings“-Topf erhalten. Da müsste es doch eine Alternative geben.

Gesagt, getan. Statt kleiner Theaterszenen ist ein Chronikheft auf Deutsch entstanden mit Ereignissen und besonderen Persönlichkeiten im Raum Tingleff während und nach der Grenzziehung.

„100 Jahre Tingleff Miteinander – 100 år Tinglev i fælleskab“ lautet der Titel des 51-seitigen Heftes, das als „geschichtlicher und humorvoller Abriss des gemeinsamen Miteinanders in unserer Gemeinde“ gedacht ist.

Im Miteinander-Heft wird unter anderem auch die damalige Volkshochschule erwähnt.Foto: DN

Rolf Pfeifer stöberte in lokalhistorischen Werken und Archiven nach markanten und eben auch lustigen Ereignissen der damaligen Zeit und griff exemplarisch besondere Personen auf.

Beim Verfassen arbeitete das Redaktionsteam mit Rolf Pfeifer, Betty Weinschenck (BDN-Ortsvereinsvorsitzende), Büchereileiterin Mareike Poté und den Pastoren Astrid und Ole Cramer mit Hauke Grella zusammen, der als Leiter des Deutschen Museums in Sonderburg (Sønderborg) ein Auge auf die geschichtlichen Daten hielt.

So findet unter anderem die Geschichte der Volkshochschule mit der legendären Leiterin Martha Werther Erwähnung, die die Einrichtung von 1912 bis 1945 leitete.

Informationen und Anekdoten

Auch der Bürgermeister der ersten Stunden nach der Wiederangliederung, der Pastor, der Polizist, die Gemeindeschwester, ein bekannter Bauer, der Bibliothekar, die Lehrkräfte und sogar ein Hexenmeister jener Zeit werden in der Chronik beschrieben, stets ergänzt mit ausgefallenen Randnotizen zum deutsch-dänischen Miteinander.

Es gibt einiges zu schmunzeln, wie zum Beispiel über den Pastor, der damals eine Kutsche mit einem störrischen Pony zur Verfügung gestellt bekommt und seine Schäfchen nicht so richtig erreichen kann, oder über den dreisten Silberbesteck-Dieb von Jündewatt (Jyndevad), der sich schließlich als Elster entpuppt.

Das neue Auto für den Pastor, der mit einem Ponygespann einst nicht so gut zurechtkamFoto: DN

Amüsant auch die Geschichte über den Hofbesitzer Christian Jessen aus Brauderup (Broderup), der als begeisterter Leser Ende des 19. Jahrhunderts bei sich in der Stube die erste Bibliothek einrichtete und mit einem Holzkasten auf dem Rücken auch Bücher zu Leuten brachte. Er war gewissermaßen die erste (gehende) Fahrbücherei der Gegend.

Bringservice mit Hindernissen

Dass bei den Hausbesuchen auch mal der eine oder andere Schnaps angeboten wurde und Jessen am nächsten Tag die Route noch einmal ablaufen musste, da er nicht mehr wusste, wo er im Rausch den Bücherkasten gelassen hatte, lässt den Leser ebenfalls schmunzeln.

Polizisten von einstFoto: DN

Besonders lustig ist der Hausbesuch von Bürgermeister Martin B. Petersen 1928, als er auf der Suche nach Einnahmequellen für die Gemeinde als Vertreter der Versicherungsgesellschaft „Ny Danske“ bei einem deutsch gesinnten Bürger, ebenfalls mit Namen Petersen, anklopfte und sich mit „Petersen, Nye Danske“ vorstellte.

Der Heimdeutsche, als lustiger Zeitgenosse bekannt, antwortete mit: „Petersen, gammel Tysker“.

Die Leser können sich auf lustige Momente freuen. Das Heft ist nicht im Handel erhältlich, kann in der Deutschen Bücherei und in der dänischen Bibliothek aber ausgeliehen werden.

„Es sind mehrere Exemplare vorhanden. Jeweils so an die sechs Stück. Wir haben zudem den deutschen Schulen Hefte zukommen lassen“, so Rolf Pfeifer, der auch dem „Nordschleswiger“ ein Heft zur Verfügung stellte.

Das Jubiläumsheft zu 100 Jahre Grenzziehung kann in der Deutschen Bücherei und in der dänischen Bibliothek in Tingleff ausgeliehen werden.Foto: DN

Die büchereiegenen Exemplare werden gerade in der Zentralbücherei eingearbeitet und können voraussichtlich im Neuen Jahr ausgeliehen werden.

Büchereien im Einsatz für deutsche Sprache und Kultur

Volker Heesch Hauptredaktion 19. August 2021 Apenrade/Aabenraa Zuletzt aktualisiert um: 12:22 Uhr

Bei der Generalversammlung des Verbandes Deutscher Büchereien Nordschleswig waren rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer anwesend. Foto: Anke Haagensen

Generalversammlung in Apenrade: Peter Asmussen lobt als Vorsitzender des Verbandes Deutscher Büchereien Nordschleswig die Anpassungsbereitschaft und Kreativität des Personals in der Corona-Pandemie. Die Modernisierung der Bibliotheksarbeit steht weiter auf der Tagesordnung.

Der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Büchereien Nordschleswig, Peter Asmussen, hat dem Personal der Zentralbücherei in Apenrade, den Filialen und den Bücherbussen seiner Organisation „Anpassungsbereitschaft und Kreativität“ in den zurückliegenden Monaten bescheinigt. „Auch in diesem Jahr hieß der Slogan außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen“, sagte Asmussen in seinem Bericht während der Generalversammlung des Verbandes im am Mittwoch im Haus Nordschleswig. Er spielte damit auf die seit der Jahresversammlung vor gut einem Jahr erneut zeitweise wirksamen Betriebseinschränkungen im Zuge der Anti-Corona-Maßnahmen in Dänemark an.

Virtuelle Sitzungen

„Wir haben fünf Vorstandsitzungen abgehalten, davon einige virtuell“, so der Verbandsvorsitzende und berichtete, dass geplant sei, auch in Zukunft teilweise auf Zusammenkünfte am Bildschirm zu setzen, denn das habe eine höhere Präsenz ermöglicht. „Ich bin aber am liebsten persönlich mit den Kolleginnen und Kollegen zusammen“, fügte Asmussen hinzu. Er erläuterte, dass die Modernisierung der Bibliotheksarbeit weiter auf der Tagesordnung stehe. „Wir erweitern virtuelle Angebote und Nutzungen im Netz, aber auch die konventionellen Medien werden nicht verschwinden“, erklärte er.

Rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren zur Generalversammlung des Verbandes Deutscher Büchereien Nordschleswig ins Haus Nordschleswig in Apenrade gekommen. Es wurden am Rande der Veranstaltung lebhaft Gespräche geführt. Foto: Volker Heesch

Ziel Exponierung in der Gesellschaft

„Unser Kernauftrag ist die Förderung der deutschen Sprache und Kultur“, sagte Asmussen und ging damit auf die zusammen mit der Geschäftsführung des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) verfolgte Linie ein, Angebote des deutschen Büchereiwesens noch stärker „in der öffentlichen Gesellschaft Nordschleswigs zu exponieren“. Mit dem Einzug der deutschen Bücherei ins Multikulturhaus in Sonderburg sei das bestens gelungen, was auch die Nutzungszahlen belegten. „Ein ähnliches Konzept hat sich in Hadersleben leider zerschlagen“, teilte Asmussen mit und nannte dafür „liegenschaftliche Gründe“.

In Hadersleben bleibt Filiale am aktuellen Standort

„Wir halten an unserer Filiale am Aastruper Weg fest, dort sind wir gut aufgestellt“, erläuterte der Verbandsvorsitzende die Zukunftplanungen in Hadersleben (Haderslev) und lobte die Büchereien als „Visitenkarten der deutschen Minderheit in Nordschleswig“, die im Zentrum der Gesellschaft platziert seien. Asmussen sprach den Vertretern der Schleswigschen Partei seinen Dank aus, die in allen Kommunen die Anliegen der deutschen Büchereien unterstützten. Dabei unterstrich er die Bedeutung der deutschen Einrichtungen, die örtliche Kulturszene zu bereichern: „Wir bedienen unsere Stammkundschaft, aber spielen auch eine Rolle als Förderer der deutschen Sprache und als Kulturvermittler gegenüber der Mehrheitsbevölkerung.“

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