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Ursula Krämer vor ihrem Bücherbus

Mit dem Bücherbus durchs Grenzland -dieser spannenden Aufgabe stellt sich Journalistin Ulrike Werner für eine Reportage des NDRs.
In der deutschen Grenzregion begleitet sie den dänischen Bücherbus, in der aktuellen Folge der Reportage fährt sie mit unserer Bücherbuskollegin Ursula Krämer durch Nordschleswig, von Apenrade nach Rapstedt, Bülderup und Lügumkloster.
Das Zweikulturen-Leben der Region, die Zwei-bzw. Dreisprachigkeit schon bei den Kindern wird bei den Besuchen bei den Lesern deutlich.

Hört mal rein in die ca. 30 minütige Reportage von NDR Info.

Die Fahrt mit dem dänischen Bücherbus findet ihr hier.

Auf ein spannendes Kapitel des amerikanischen Büchereiwesens bin ich durch Zufall in den Weiten des Netzes gestoßen:

Die „Book Women“ (Bücherfrauen), die in den 1930er Jahren auf dem Pferderücken die entlegenen Bergdörfer Kentuckys mit Büchern belieferten.

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Quelle

Die Bücherei auf Pferderücken wurde durch die „Works Progress Administration WPA“ finanziert, der Arbeitsbeschaffungsbehörde, die Franklin Roosevelt 1935 ins Leben rief, um der hohen Arbeitslosigkeit im Zuge der Depression entgegenzuwirken. Auffallend war an diesem Projekt, dass die Mehrzahl der berittenen Bücherlieferanten Frauen waren.

Bezahlt wurden nur die Arbeitskräfte, für die Bücher, Zeitschriften und Zeitungen mussten die örtlichen Verwaltungen selber aufkommen, weswegen man auf Spenden angewiesen war. So bekam man die ausgeschiedenen Bücher der öffentlichen Büchereien, alte Schulbücher, alte Zeitschriften. Die Nachfrage stieg so sehr, dass man kreativ wurde und sogenannte „Scrapbooks“ aus ausgeschnittenen Zeitungsartikeln, Rezepten usw. anfertigte, die reißenden Absatz fanden.

1943 fand dieses Projekt ein Ende, als die Finanzierung durch die WPA  stoppte.

Wer mehr zu diesem spannenden Kapitel lesen möchte, wird hier und hier fündig.

Quelle

 

 

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Mitten im Munke Mose Park an der Odenseer Au, direkt neben einem fantasievoll angelegten Spielplatz (H.C.Andersens Märchen waren Vorbild für die Gestaltung), stießen wir auf dieses Bücherhäuschen.

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Hier kann man sich frei bedienen – die Kinderbücher sind zum Verschenken – und hat man selber welche über, stellt man sie einfach dazu. Weiter Richtung Innenstadt fanden wir ein zweites Häuschen mit Erwachsenenbüchern.

In Deutschland ist das Phänomen „Öffentlicher Bücherschrank“ weit verbreitet. Bereits in den 90er Jahren tauchten die ersten kostenlosen Freiluftbibliotheken auf und vermehrten sich rasant. Allein in Hannover soll es 31 Bücherschränke geben.

Fantasievoll ist die Aufmachung – mal ist es ein liebevoll geschreinertes Häuschen, wie die Villa Bücherbunt in Lauenburg ( 🙂 )

mal wird eine ausrangierte Telefonzelle umfunktioniert wie hier in Sinzig.

Bildergebnis für öffentliche BücherschränkeEs gibt Buchhaltestellen, Bücherregale, Baumstamm mit Bank auf Usedom oder den Bücherleuchtturm in Cuxhaven. Freiwillige bestücken und warten die kostenlosen Büchertauschstellen. Nicht immer sind diese allerdings vor Vandalismus gefeiht. So waren unsere Lauenburger Kolleginnen vor wenigen Tagen bestürzt:

Vielleicht habt ihr ja Lust, auf euren Reisen mal Ausschau zu halten nach solchen kostenlosen Büchertauschstellen – gerne dürft ihr uns die Bilder zukommen lassen! Eine Liste der deutschen Standorte findet ihr hier (die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit).

Gestern abend fand unter großem Interesse das erste Treffen der drei nordschleswigschen Lesekreise und daran Interessierten in Apenrade statt, organisiert durch die Literatur AG des BDN Kulturausschusses. Die Lesekreise / Literaturclubs aus Tondern, Apenrade und Sonderburg präsentierten sich und konnten sich mit den anderen Anwesenden bei einem leckeren Imbiss austauschen: Neue Mitglieder sind herzlich willkommen. Aber auch neue Lesekreise dürfen sich gerne zusammenfinden. Die Büchereien stehen gerne mit Rat und Tat bereit – mit der Einrichtung der Offenen Büchereien ist ein Treffen in unseren Räumlichkeiten jederzeit möglich und gerne gesehen.

Ingela Wieking und Marieke Heimburger von der Literatur AG – BDN Kultur präsentierten an diesem Abend eine Liste mit möglichen Literatur-Events im Norden. Diese möchte ich euch nicht vorenthalten – sie liegt auch als Printausgabe in der Bücherei aus. Vielleicht möchte ja der eine oder andere zu einer Lesung fahren?

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Ein äusserst spannender Artikel findet sich in der Geo-Ausgabe 09/2016, den ich euch gerne ans Herz legen möchte:

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Provokant der Untertitel: „Warum die ersten 50 Millionen Wörter über unser Leben entscheiden“. Der Unterschied im Spracherwerb und Wortschatz zwischen Kindern des gehobenem Mittelstand und von Sozialhilfeempfängern ist eklant. Während Eltern mit hohem Schulabschluss in den ersten drei Lebensjahren des Kindes ungefähr 45 Millionen Worte mit ihrem Kind gesprochen hatten, so eine Studie aus den USA, so waren dies bei ärmeren Familien und niedrigerer Bildung nur 13 Millionen. „The 30 million word gap“ – die Kluft der 30 Millionen Wörter, die sich langfristig in den Schulnoten widerspiegelte.

Die menschliche Interaktion in der Kommunikation und die Zuwendung zum Kind ist beim Spracherwerb entscheidend, eine Berieselung durch den Fernseher ist wirkungslos.

Und hier kommt wieder das Vorlesen, das Miteinanderlesen zum Tragen – in vertrauensvoller entspannter Atmosphäre sich gemeinsam einem Buch widmen, sich darüber austauschen, in einen Dialog kommen fördert den Aufbau des Wortschatzes ungemein.

Und noch ein wichtiger Hinweis der Autoren, der auch für unsere zweisprachigen Familien interessant ist: Für den Erwerb der deutschen (bzw. dänischen) Sprache ist es nicht von Bedeutung, welche Muttersprache zu Hause gesprochen wird  – solange die Eltern ihre Kinder anregen, sich wortreich und differenziert auszudrücken. „Eine niederländische Langzeitstudie etwas zeigte, dass es Migrantenkindern, deren Eltern ihnen regelmäßig in der Familiensprache vorlasen, deutlich leichter fiel, das Niederländische zu erlernen“ (Zitat aus dem Artikel).

geoBei Interesse an dem Artikel meldet euch, die Zeitschrift ist in der Bücherei entleihbar.

Auch wenn wir in der Bücherei noch keinen Pokémon gesichtet haben, so ganz unbemerkt geht die neue Erscheinung nicht an uns vorbei. Plötzlich bewegen sich müde Teenager freiwillig(!) auf kilometerlange Spaziergänge an die frische Luft, statt im tropisch warmen, muffigen Zimmer vor dem Bildschirm zu kleben. Alles nur, um kleine Wesen mit Namen wie Pikachu, Nidoran oder Vulpix in der Nachbarschaft per Handy und PokémonGo-App einzufangen.

Gegner dieses neuen Hypes beschwören Schreckszenarien von Nichtachtung privater und sakralen Orten sowie von verkehrsgefährdenden Situationen durch unachtsame Pokémon-Jäger herauf. Andere warnen vor dem Suchtfaktor.

Wie sollen sich unwissende Eltern nun diesem neuen Phänomen gegenüber verhalten? Worum geht es? Was kostet es? Welche Gefahren bestehen?

Eine schöne differenzierte Aufarbeitung findet ihr bei saferinternet.at. Einfach dem Link (und nicht Pikachu) folgen:

https://www.saferinternet.at/news/news-detail/article/was-eltern-und-lehrende-ueber-pokemon-go-wissen-muessen-596/

Die Spiele-App Pokémon Go ermöglicht auch in der realen Welt die Jagd auf die kleinen Monster und sorgt gerade weltweit für Furore. Saferinternet.at erklärt, was hinter dem Hype steckt und geben Tipps zur sicheren Nutzung.

Smartphone-Grafiken  Designed by Freepik

E-Book vs. Papierausgabe –

Laut einer norwegischen Studie schneiden bei der Wiedergabe eines vorgegebenen Textes diejenigen besser ab, die die Papierausgabe gelesen haben, im Gegensatz zu den Lesern des digitalen Textes.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, unterstützt das Fühlen der Seiten die Merkfähigkeit des Lesers. (Artikel hier).

„Das Fazit“, so das Zitat aus dem Artikel, „könnte an dieser Stelle lauten: Gedruckte Lektüre ist also gut fürs Hirn des Lesers, elektronische weniger.“

Dass man sich auch mehr merkt, wenn man etwas per Hand schreibt statt mit der Tastatur, wissen bereits Grundschullehrer zu berichten. Auf videnskab.dk wird ausführlicher auf die Studie eingegangen. Professorin Anne Mangen warnt zusammenfassend davor, aus blindem Vertrauen auf die digitalen Möglichkeiten die Bücher in den Schulen abzuschaffen.

Ob das für jeden Einzelnen gilt, sei dahin gestellt.

Zum Glück bieten unsere Büchereien sowohl die Möglichkeit der Onleihe als auch eine große Auswahl an gedruckten Werken an plus freundlicher Betreuung vor Ort – DAS vergisst man dann doch nicht so schnell 🙂

Gute Nacht 2

 

 

 

 

Nicht mit der kostenlosen Museumscard!

Ein supertolles Angebot vom Land Schleswig-Holstein, den Sparkassen, Nahverkehr und Landesjugendring:

Mit der bei uns erhältlichen Museumscard haben Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren freien Eintritt in über 80 Museen in Nordschleswig und Schleswig-Holstein. Bei uns dabei ist das Schulmuseum in Apenrade und das Deutsche Museum Nordschleswig in Sonderburg.

Aber auch die Nolde-Stiftung, das Flensburger Schifffahrtsmuseum oder das Industriemuseum in Kupfermühle sind in der Nähe und können kostenlos besichtigt werden.

Nach drei besuchten Museen kann man an einem Gewinnspiel mit tollen Preisen teilnehmen. Die Museumscard ist bis zum 1. November 2015 gültig.

Am 22. und am 29. Oktober (ja, ich weiß, noch lange hin) gilt die Museumscard außerdem als Fahrkarte für alle Busse und Bahnen in Schleswig-Holstein bis Hamburg!

Die Museumscard ist bei uns in den Büchereien erhältlich und als App downloadbar.

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Psst!! psst

Diese Zeiten in der Bücherei sind zum Glück schon lange vorbei. Unsere Büchereien können und wollen viel mehr als verstaubte Regale sein: Veranstaltungen, Computerarbeitsplätze, Zeitschriftenleseecken, Bilderbücher, Zugang zu E-Büchern und und und…..

Wir sind voller Ideen, aber liegen wir richtig? Was können, sollen wir besser machen? Was gefällt euch, was nicht? Was vermisst ihr in den Büchereien, sei es Ausstattung oder Veranstaltung? Wollt ihr, könnt ihr euch in den Büchereialltag einbringen, sei es als Lesepate, Bücherbote, oder wollt ihr über euer Hobby berichten?

Das alles und mehr wollen wir gerne wissen – und am Sonnabend, beim Knivsbergfest, habt ihr die erste Gelegenheit  dazu. Ihr trefft uns in der Leselounge, die wir uns mit dem Nordschleswiger teilen. Wir würden uns riesig freuen, wenn ihr unsere Umfrage ausfüllen würdet, und je ausführlicher, umso besser. Kommt gerne mit euren Ideen, haltet euch nicht zurück mit außergewöhnlichen Einfällen, denkt außerhalb der gewohnten Bahnen – wir sind für jede Inspiration dankbar! Vielleicht wird nicht alles umgesetzt, aber gemeinsam können wir eine Richtung entwickeln, die unsere Büchereien zukunftsfähig und für alle interessant macht. Die Umfrage wird danach bis Ende August in den Büchereien fortgeführt, wer es also am Sonnabend nicht schafft, kann sich auch später noch einbringen!

Auch in Dänemark beschäftigt man sich mit der Zukunftsperspektive der Bibliotheken und stellt fest, daß jedes Jahr an die 36 Millionen Benutzer die öffentlichen Bibliotheken in Dänemark besuchen, auf der anderen Seite werden im digitalen Zeitalter immer weniger Bücher ausgeliehen, was sparwilligen Kommunen gute Argumente liefert, ihren Service herunterzufahren.

In einem Kommentar auf Danmarks Radio sieht man die Bibliotheken der Zukunft als Treffpunkt und Informationsstelle für die unterschiedlichsten Aktivitäten, die Bibliothekare als Kulturvermittler und Informationsspezialisten über die Welt des Buches hinaus. Mal sehen, wohin die Reise geht.

Wir sind gespannt auf eure Ideen, Kommentare und Vorschläge

– helft uns, besser zu werden!

Freundlicherweise wurden wir durch einen unserer Leser auf folgende Anzeige aufmerksam gemacht, mit der  1890 das neue Buch von Frl. Johanna von Sydow in einer Zeitschrift beworben wurde:

„Dieses reizende Buch verkörpert auf das glücklichste den Gedanken:“ Jeder Mutter ein ansprechendes Buch zu bieten, aus dem sie ihren kleinen Lieblingen herzige kleinere Gedichte oder Geschichten selbst vorlesen und dem Auge des Kleinen zugleich die entsprechende bildliche Darstellung zu weisen vermag.“ – Die zahlreichen hübschen Kinderbilder, die glückliche Wahl des textlichen Stoffes, das ansprechende Aeußere empfehlen das Buch vor vielen anderen ähnlicher Richtung ; es ist in der That ein Schatz für die Kleinen, deren Lieblingsbuch es sicher bald sein wird.“

 

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Nebenbei angemerkt:

Johanna von Sydow war unverheiratete Tochter aus einer adligen Offiziersfamilie, geboren 1850. Sie verfasste Texte für Zeitschriften und war ihrer Zeit weit voraus. Waren es erst Ratgeber zu Mode, Hausfrauentugenden und Kinderbücher, die sie veröffentlichte, forderte sie bereits 1881 in dem Ratgeber „Behalte mich lieb! Mitgabe beim Eintritt in die Welt und an das gesellschaftliche Leben“, der sich an 16jährige Töchter der gehobenen bürgerlichen und adligen Schichten richtete, eine „praktische Tüchtigung“ für ebendiese Mädchen und listet eine Reihe der beruflichen Möglichkeiten auf. Die Mädchen sollten im Falle der Not sich selber versorgen können und nicht dem nichtstuenden „Tantendasein“ ausgeliefert sein, ein sehr emanzipatorischer Aufruf in adligen Kreisen der damaligen Zeit!

behalte mich lieb

 

 

 

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