45 Zuhörer ließen sich gestern von einem interessanten, humoristischen und informativen Vortrag fesseln, der, ausgehend von der eigenen Familiengeschichte, 101 Jahre deutsche Minderheit in 2 Stunden zusammenfasste. „Von Feindschaft zu Freundschaft“ so der Titel des Vortrages.

Mit Hinrich Jürgensen, Hauptvorsitzendem des Bund deutscher Nordschleswiger, konnten wir einen Experten gewinnen, der um die Ecke wohnt. Er ist schon lange im Geschäft und vermittelte verständlich die historischen und politischen Herausforderungen der letzten 100 Jahre deutscher Minderheit in Dänemark.

„Und auch, wenn es noch einiges zu tun gibt, geht es uns, verglichen mit anderen Minderheiten in Europa, doch sehr gut“, so der zufriedene Hauptvorsitzende.

Volker Heesch Hauptredaktion 04. November 2020 Der Nordschleswiger

Begeistert musizierten und tanzten die Kinder aus dem Kleinkinderhaus des Deutschen Kindergartens Tingleff mit Jesper Westergaard, ihren Erzieherinnen und Büchereimitarbeiterin Anja Fritsche. Foto: Volker Heesch

Knapp zehn Mädchen und Jungen aus dem Deutschen Kindergarten Tingleff sangen unter Anleitung von Jesper Westergaard. Erzieherinnen freuen sich über das Angebot in der Deutschen Bücherei Tingleff.

In der Deutschen Bücherei Tingleff haben am Mittwoch erstmals im Rahmen eines neuen Projektes zur frühkindlichen musikalischen Erziehung Kinder aus der Kleinkindergruppe des Deutschen Kindergartens Tingleff gemeinsam mit dem professionellen Musiker Jesper Westergaard musiziert. Auf Einladung der deutschen Bücherei kommen die Mädchen und Jungen, die das Pinguinhaus des Kindergartens besuchen, einmal pro Woche in den mit Matten und Sitzgarnituren ausgestatteten Bereich der Einrichtung an der Hovedgade. Am Mittwoch wurden die Kinder, die von ihren Erzieherinnen Heike Schumann und Sabine Ankert begleitet wurden, von der Büchereimitarbeiterin Anja Fritsche empfangen. Sie ist die Großmutter eines der Kleinkinder, die schon vor der Ankunft von Jesper Westergaard fröhlich verschiedene Lieder sangen.

Jeden Tag Gesang

„Wir singen im Pinguinhaus jeden Tag“, erzählte Heike Schumann, die sich wie ihre Kollegin über das Angebot der Bücherei freut, dort in gemütlicher Atmosphäre die Musikstunde zu verbringen. Jesper Westergaard, der aus Pattburg (Padborg) stammt, ist professioneller Musiker, der auch öfters in Nordschleswig auftritt. Er zeigte sein Können auch als Musikpädagoge beim gemeinsamen Singen mit den Kindern. Dazu spielte er auf der Gitarre. Die Kinder reagierten lebhaft auf die Musik. Lampenfieber war nicht zu verzeichnen. Auch muntere Tanzeinlagen gab es, und während der Musikstunde herrschte durchweg beste Stimmung. Lieder wie „Wir sind zwei dicke Tanzbären“ wurden ebenso gesungen wie das Stück von der kleinen Wanze, von dem auch das dänische Pendant zu Gehör gebracht wurde. Knapp zehn Kinder waren bei dem musikalischen Vormittag dabei. Während der Veranstaltung wurden die vorgeschriebenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Ansteckungen eingehalten.

Noch sind ein paar Plätze frei – aber nicht mehr viele. Nach erfolgreichen Musiziervormittagen in Sonderburg mit Susanne Heigold und Tondern mit Jesper Westergaard konnten wir Jesper dazu gewinnen, auch in Tingleff mit den Kleinsten zu musizieren.

In Zusammenarbeit mit dem BDN kommt Jesper mit Musikinstrumenten bepackt mittwochs in die Bücherei. Start ist der 28.10. um 9 Uhr.

Für insgesamt 6 Termine wird ein einmaliger Unkostenbeitrag von 50 Kronen erhoben. Teilnehmen können alle Kinder zwischen 1/2 und 3 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen.

Wer zuerst kommt, ergattert noch einen der begehrten Plätze. Wir freuen uns auf euch!

1 Million Unterschriften für Minderheitenrechte in Europa

Viele werden sich wundern, dass in der EU nationale Minderheiten gar nicht geschützt sind oder gefördert werden. Das möchten wir ändern.

Der Weg geht über eine Europäische Bürgerinitiative. Dafür müssen wir 1 Million Unterschriften sammeln, davon 10.000 in Dänemark.

Die Minority SafePack Initiative fordert die Europäische Union auf, den Schutz für Angehörige nationaler Minderheiten und Sprachminderheiten zu verbessern sowie die kulturelle und sprachliche Vielfalt in der Union zu stärken. Die EU soll Maßnahmen durchführen in Bereichen wie Regional- und Minderheitensprachen, Bildung und Kultur, Partizipation, Gleichheit und Medien. Bei mehr als einer Million Unterschriften ist die EU Kommission verpflichtet zu handeln.

Wir sammeln die Unterschriften nicht nur für uns, sondern für die vielen unterdrückten Minderheiten in Osteuropa, die sehr weit entfernt sind von den Vorteilen, die die deutsche Minderheit genießt mit eigenen Kindergärten, kostenlosen Schulen, Büchereien, Zeitung etc.

Jede Stimme (EU-Bürger über 18 Jahre) zählt, frage also gerne Familie, Freunde, Nachbarn und Arbeitskollegen. (Quelle: BDN)

Wer mehr wissen möchte, findet auf der Homepage weitere Informationen.

Unterschreiben könnt ihr online oder per Karte, die in der Bücherei ausliegt. Wir schicken sie gerne an den BDN, so dass keine Portokosten auf euch zukommen.

aa

Nordschleswiger, 6.11.2015

Nordschleswiger, 6.11.2015

Wer kurzfristig morgen abend Zeit hat, dem sei die Lesung mit Jan Christophersen in Tondern empfohlen:

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Gestern abend war es soweit – die dritte und vorerst letzte Musikalische Kaffeetafel wurde eröffnet – und das Publikum strömte erwartungsvoll herbei. Es hatte sich herumgesprochen, daß es sich sowohl wegen der geselligen musikalischen Unterhaltung als auch wegen der ausgesuchten Torten lohnte, dafür den Fernsehabend zu opfern. Das Ganze dann auch noch für einen guten Zweck.

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Der Saal füllte sich schnell und die letzten mussten im Gang stehen – oder sich, wie diese nicht bezahlenden, aber sehr neugierig- interessierten Zaungäste, vor dem Fenster den Schnabel platt drücken.

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Hinrich Jürgensen, Hauptvorsitzender der deutschen Minderheit in Dänemark, hielt die Eröffnungsrede – und, wie es sich hier im Grenzland gehört und passend zur Intention der Veranstaltung, unterhaltsam auf deutsch und sønderjysk.

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Die Minikonfirmanten der Tinglev Skole sangen den Frühling ein,

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gefolgt von den „Solstrålerne“, einem Chor von jungen Menschen mit Behinderung, die ihrem Namen alle Ehre machten und voller Enthusiasmus ihre Lieder vortrugen.

 

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Ruhiger ging es zu, als Bodil Eskildsen ihr Cello hervorholte und begleitet von Judith Brandenhoff am Klavier drei Stücke spielte.

026Dann war es aber auch mit der Ruhe vorbei, denn nach der traditionellen humoristischen Einlage von Arne Lunding (ohne geht es nicht bei einer echten Musikalischen Kaffeetafel) kam QuerBlech hereinspaziert. Und wer so langsam begann, vor sich hin zu schlummern, wurde jetzt schlagartig wach. Das deutsch-dänische Blechensemble aus dem Grenzland wusste durch eine bunte Mischung ihres Repertoires zu glänzen, das von kirchlicher Musik bis zu Procol Harum reichte. Sie begleiteten die gemeinsamen deutsch-dänischen gemeinschaftlichen Lieder, die das Publikum gerne mitsang und untermalten ein gekonnt vorgetragenes „Capri-Fischer“-Solo.

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Und was wäre die Musikalische Kaffeetafel ohne Ines´ berühmte Torten, von denen reichlich da waren? Da lief einem schon beim Hinsehen das Wasser im Munde zusammen.

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Wohlgesättigt ging es in die zweite Runde. Die neue Pröbstin Kirsten Sønderby hielt eine kurze Ansprache, die Tingleffer Pastorin Trine Parbro beglückwünschte die Leiterin des Tingleffer „Kirkens Korshær“ zum 25jährigen Bestehen des gemeinnützigen Geschäftes.

 

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QuerBlech forderte die Zuschauer noch einmal heraus zu einem musikalischen Quiz, einem dänischen und einem deutschen Potpourri aus bekannten Liedern, die erraten werden sollten. Das weckte Begeisterung, es wurde geraten, mitgesungen und geschunkelt.

Der krönende Abschluß war wieder einmal das Tingleffer Feuerwehrorchester, das das Publikum mitriss.

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Bürgermeister Thomas Andresen war leider durch eine akute Sitzung verhindert, deswegen übernahm Trine Parbo die ehrenvolle Aufgabe, den Scheck mit dem Überschuß der drei Veranstaltungen an das Pflegeheim Grønningen zu überreichen.

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Wir Veranstalter (Tinglev Bibliotek, Deutsche Bücherei Tingleff, Ines Jensen und Lars Myhre) sind überwältigt von dem Erfolg der drei Veranstaltungen, der unser aller Erwartungen bei weitem überstiegen hat. Die gute deutsch-dänische Zusammenarbeit ist gerne vom Publikum beider Volksgruppen angenommen worden. An dieser Stelle noch einmal ein Dank an alle, die durch ihr ehrenamtliches Auftreten am Erfolg beteiligt waren, sowie an alle, die durch ihr Erscheinen einen Beitrag dazu geleistet haben, dass den Bewohnern von Grønningen eine Freude gemacht werden konnte!

Zum Abschluss noch ein paar Stimmungsbilder:

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