Nordschleswiger, 27.02.2019

Wie versprochen, hat Annie uns ihre Empfehlungsliste zukommen lassen, die wir gerne weitergeben:

 

http://www.stereotypen-projekt.eu          das Forschungsprojekt der Christian-Alberts-Universität und Syddansk Universitet

Anne Knudsen: „Her går det godt, send flere Penge“

Bertel Haarder: „Den bløde kynisme – og selvbedraget i Tornerose-Danmark“

Otto Holzapfel: „Das deutsche Gespenst – Wie Dänen die Deutschen und sich selbst sehen“

Walter Krämer: „Wir können alles, sogar besser. Wo Deutschland wirklich gut ist.“

Imke Molkewehrum: „Typisch deutsch“

„Die Deutschen tragen Lederhosen und trinken maßweise Bier“ – „Die Dänen lieben ihre Dannebrog (dänische Fahne), zu allen Gelegenheiten wird sie gehisst: ob zu offiziellen Anlässen oder wenn das Kind Geburtstag hat oder die Schwiegermutter kommt oder die Schwiegermutter geht, die Dannebrog ist allgegenwärtig, selbst auf der dänischen (!) Weihnachtsgans.“ – „Die Deutschen stehen im Urlaub extra früh auf und reservieren ihren Liegestuhl mit einem Handtuch und wehe, jemand anderes wagt, sich darauf zu setzen.“

Es wurde kräftig gelacht, als Annie Lander Laszig uns gestern abend mit unseren stereotypen Bildern eines „Deutschen“ und eines „Dänen“ konfrontierte. Über 45 Zuschauer genossen einen unterhaltsamen Abend bei Kaffee und Kuchen (danke Anja!) mit einem Vortrag, bei dem Annie zwischen den Sprachen wechselte und sowohl die anwesenden Dänen als auch die Deutschen dem Vortrag folgen konnten.

„Das Bild über den jeweils anderen hat sich im Laufe der Jahre geändert“, so Annie. Sie verwies auf die Studie „Würstchendeutsche und Dänenwikinger“, die die Christian-Alberts-Universität Kiel und SDU herausgegeben haben. Würstchen oder Würstchen? Wie deutsche und dänische Stereotype aussehen, untersucht ein grenzübergreifendes Forschungsprojekt.
Copyright/Urheber: Franziska Neubert

 

Und während die einen von dänischer hygge und der beschaulichen Urlaubsstimmung träumen, sehen die anderen kritisch Dänemarks Umgang mit Hundegesetz, Grenzkontrollen und Wildschweinzaun. Die Deutschen dagegen werden als zuverlässig, fleissig und förmlich angesehen, die sich aber auch bei Karneval und Oktoberfest amüsieren und gut Fußball spielen können. Gleichzeitig wird Angela Merkel und der Umgang mit der Flüchtlingskrise argwöhnisch beäugt.

Wie allerdings die (Nicht-) Bekleidungsregeln in einer Sauna nördlich und südlich der Grenze aussehen, darauf konnte man sich nicht ganz einigen …. Nackt oder nicht, das ist hier die Frage!

Vielen Dank für einen vergnüglichen Abend, liebe Annie Lander Laszig, sagt nicht nur das Publikum sondern auch die beiden Veranstalter Tinglev Bibliotek und die Deutsche Büchrei Tingleff 🙂

 

Unübersehbar, worum es heute in der Schulstunde ging, die die 4. Klasse in der Bücherei verbrachte.

Deutschland und seine Bundesländer war das Thema. Jeder hatte sein Bundesland gewählt, zu dem nun viele Informationen  in den bereitgestellten Büchern gefunden werden mussten.

Wie sieht das Wappen von Rheinland-Pfalz aus? Welche Gebirge findet man in Bremen? Was sind Sehenswürdigkeiten? Wo finde ich die großen Städte in Bayern? Was liegt westlich vom Saarland?

Wie findet man überhaupt Informationen in Büchern? Hilfreich mit Inhaltsverzeichnis und Register, fanden die Schüler heraus. Manche suchten sich ein ruhiges Eckchen und arbeiteten still vor sich hin. Andere suchten die Informationen gemeinsam in einem Buch.

Die Köpfe qualmten, aber alle konnten am Ende ein zufriedenstellendes Ergebnis abliefern. Gut gemacht!

Der strenge Lehrer Jeppe

Am Stundenanfang am Platz stehenbleiben, bis der Lehrer „Setzen“ sagt, als Strafe in die Ecke verbannt werden oder mit dem Stock einen Schlag auf die Finger bekommen – leicht hatten es die Schüler in der damaligen Zeit nicht.

Gekonnt führte die 4. Klasse ein kleines selbstgeschriebenes Theaterstück auf, das sich schlagfertig dem Thema „Schule in alten Tagen“ annahm. Die Schüler nutzen ihre Büchereistunde zu einer kleinen Generalprobe, bevor das Stück vor den Eltern aufgeführt wird.

Aufstehen zum Gebet

Im zweiten Teil des Besuchs ging es um „Deutschland“. Wie groß ist Dänemark und wie groß Deutschland? Wie heißen die Bundesländer und ihre Hauptstädte?

Hier war ein bisschen Aktivität angesagt, da der eine Partner zum Tisch laufen und ein Bundesland wählen, danach der zweite Partner die dazugehörige Landeshauptstadt finden und auf der Karte plazieren musste.

Repräsentativ für Dänemark standen die drei Landsteile Sjælland, Fyn und Jylland mit den wichtigsten Städten København, Odense und ……… Tinglev!!

Das Schicksal der deutschen Flüchtlinge, die nach 1945 in Dänemark untergebracht waren – um dieses Thema ging es gestern abend. Der Vortrag von Frank Lubowitz sorgte für volles Haus.

ankunft-von-fluechtlingen-in-bollersleben-1945-advn-fotosammlung-gimm-g

55 Zuhörer kamen teilweise von weit her in die Bücherei nach Tingleff, wesentlich mehr, als wir erwartet hatten. Bis zum letzten Platz war der Raum gefüllt. Stühle wurden hervorgefunden, um auch dem letzten Zuhörer einen Platz zu ermöglichen.

Unterbrochen von einer Kaffee- und Kuchenpause (danke fürs Backen, Anja!!) folgten die Zuschauer gespannt dem Vortrag des versierten Historikers. Viele waren persönlich betroffen, hatten als Kind die Unterbringung der Deutschen erlebt oder Familienmitglieder davon erzählen hören. Im Anschluss an den Vortrag war Zeit für Fragen, aber auch Augenzeugenberichte, die auf gespanntes Interesse der Zuhörer, aber auch des Vortraghalters stießen.

Die Berichte über Unterbringung, Verpflegung und Ausbildung in den Lagern, über Akzeptanz und Toleranz im fremden Land ließen Parallelen zur heutigen Zeit anklingen.

Dies war der erste Vortrag in Zusammenarbeit mit dem BDN Ortsverein Tingleff. Der zweite folgt am 16.03.2016, wo der ehemalige Skandinavien-Korrespondent des ZDF, Hans Joachim Kürtz, von seiner Zeit beim Fernsehen und seinen Erlebnissen im hohen Norden berichtet. Die Ankündigung folgt.

collage-peter-blumeDie Collage stellte uns dankenswerter Weise Hanns Peter Blume zur Verfügung.