„Humans of New York“ (Die Menschen von New York) begann als ein Fotoprojekt im Jahre 2010. Brandon Stanton wollte 10.000 Menschen dieser pulsierenden Großstadt fotografieren und damit einen Katalog der Einwohner erstellen. Im Verlaufe dieser Fotosessions, die spontan auf der Straße entstanden, unterhielten sich die Beteiligten ungezwungen und ehrlich mit Stanton.

Diese Porträts mit kürzeren und längeren Zitaten veröffentlichte er auf seinem Blog und in den sozialen Medien – in kürzester Zeit ein Riesenerfolg. Über 20 Millionen Menschen weltweit verfolgen die neuesten Fotos und Geschichten.

Ermutigt von diesem Erfolg entwickelte Stanton sein Konzept weiter. Er bereiste mit seiner Kamera die Welt und traf auf Menschen in Pakistan, Ghana und Vietnam, Peru und Kanada. Überall erlaubten sie ihm Einblick in ihr Leben, ließen ihn an ihren Träumen und Gefühlen teilhaben.

Diese Porträts sind nun auch auf Deutsch in Buchform erschienen. Mit 450 Seiten sind es zwei schwere Bände, passend zu der Vielzahl an Menschen, die hier verewigt sind. Man taucht tief ein in den Schmelztigel New Yorks, trifft auf Alltägliches und Kurioses, Menschen aller Kulör und Alters versammeln sich vor der Kamera.

Die Porträts ergreifen, erstaunen, erschüttern und erheitern. Es sind Büchern zum Blättern und zum Schauen. Brandon Stanton geht liebevoll mit jedem seiner „Subjekte“ um. Egal, wie skurill, absonderlich oder verrückt die Menschen und ihre Geschichten sind, bringt er ihnen Respekt entgegen. Dies ist der Grund dafür, dass sich ihm wildfremde Menschen öffnen und ablichten lassen.

Die neueste Entwicklung sind die Serien zu bestimmten Themen und Populationen, die er in den sozialen Medien veröffentlicht. „Invisible wounds“ (Unsichtbare Verletzungen), „Inmate Stories“ (Geschichten aus dem Gefängnis) oder“Refugee Stories“ (Flüchtlingsgeschichten) gehen unter die Haut. Er gibt den Menschen Raum und Zeit, um ihre Geschichten zu erzählen, oft zum ersten Mal. Hier ist jemand, der wirklich zuhören kann.

Und wenn man die Anzahl der Kommentare und Likes zu den jeweiligen Foto-Stories sieht, werden die Zuschauer im Innersten berührt. Und so schafft es Stanton, die Menschen weltweit mit seinen Porträts zu erreichen und ihre Herzen zu öffnen.