wünschte sich eine Leserin, die Agatha Christie Krimis liebt. Die skandinavischen Krimis sind ihr zu blutrünstig, die deutschen zu langweilig. So ein richtig schöner englischer Krimi mit Dorfidylle bei einer schönen Tasse Tee schwebte ihr vor.

Also bestellten wir extra für sie ein paar „Cosy Crime“ Bücher, wie es auf Gutdeutsch heißt…..

Allein das Cover verströmt ländliche Idylle. Yorkshire mit der Dales Detective Agentur.

Thomas Chatwin entführt uns nach Cornwall zu seiner ermittelnden Postbotin Daphne Penrose.

Noch weiter weg geht es, nämlich auf die Scilly Inseln, südwestlich von Cornwall. Ben Kitto ermittelt in diesen Büchern, in denen nicht ganz so viel dörflicher Charme, als mehr die raue Kargheit der windumtosten Inseln im Vordergrund steht.

Ganz etwas anderes sind die beiden obigen Bücher. Mit englischem Humor wird im Donnerstags Mord Club ermittelt, und zwar von den Bewohnern einer Seniorenresidenz! (Teil 2 ist bereits erschienen). Kate Saunders dagegen nimmt uns mit in das Jahr 1850, hier bessert sich die gerade verwitwetete Laetitia Rodd ihr Einkommen durch diskrete Nachforschungen auf. (Teil 1-3)

Und – unter uns – unsere alten Agatha Christie Krimis haben Bestandsschutz und werden nicht gelöscht – reine Nostalgie für inkarnierte Krimifans wie mich 🙂

Rechtzeitig zum verlängerten Wochenende neu bei uns ein paar spannende Krimis und zwei Spiele. Nur noch heute ist Anja vor Ort, den Rest der Woche steht euch die Offene Bücherei zur Verfügung.

Ganz gespannt bin ich auf die neuen Krimis, die uns mit in das viktorianische England bzw. Schottland entführen.

Charles Dickens und Sherlock Holmes fallen einem zu diesem Zeitalter sofort ein. Hier wird noch ohne Computer ermittelt, man fährt Kutsche und die Kluft zwischen Schottland und England ist groß.

Oscar de Muriel nimmt uns mit nach Schottland. Im Schatten der Morde von Jack the Ripper wird Inspector Ian Frey von London ins weitentfernte Schottland versetzt, um in Edinburgh bei der Aufklärung von Morden zu helfen. Die Zusammenarbeit mit seinem schottischen Vorgesetzten Adolphus McGray erweist sich als schwierig, zu groß ist der kulturelle Unterschied zwischen dem bärbeißigen Schotten und dem versnobten Londoner. Hier wird gespielt mit den Vorurteilen, den Widersprüchen der beiden Protagonisten, die wie Feuer und Wasser sind.

Eine amüsante und spannende Reihe, in der britischen Presse hochgelobt, mit Frey und McGray erwartet uns.

Zur gleichen Zeit spielt auch die Reihe von M.R.C. Kasasian, diese ist in London angesiedelt. Nach dem Tod ihres Vaters zieht die junge March Middleton zu ihrem Patenonkel Sidney Grice, seines Zeichens Privatdetektiv. Kaum angekommen, wird eine junge Frau ermordet, der einzige Verdächtige ihr Ehemann. March Middleton ist im Gegensatz zu ihrem Onkel von seiner Unschuld überzeugt.

Detektiv im viktorianischen London? Ist das nicht schon mit Sherlock Holmes ausgereizt? Schnell merkt man aber, dass der Vergleich nicht lange standhält. Auch hier spielt der Autor mit dem widersprüchlichen Ermittlerpaar, der unangepassten March und dem erfinderischen, aber starrköpfigen Ermittler Grice. Man taucht tief ein in das viktorianische London und die damaligen Verhältnisse.

Spannende Unterhaltung ist garantiert 🙂

Während draußen endlich einmal Schnee fällt und ein eisiger Wind die Straßen verwehen lässt, mache ich es mir vor dem Ofen gemütlich. Ein Stapel „Louise Penny“ Krimis liegen vor mir und in Gedanken bin ich zurück in Québec, das wir vor 3 Jahren zur Weihnachtszeit besuchten. Hier sind mir die Louise Pennys Krimis zum ersten Mal begegnet.

Eiskalt fegte der Wind durch das verschneite Québec. Auf dem Sankt Lorenz Strom schoben sich dicke Eisschollen stromabwärts.

Das Morrin Centre, ein ehemaliges Gefängnis, beherbergt seit 1868 die „Literary and Historical Society of Quebec“ in einer wunderschönen Bibliothek.

Im 6. Fall „Heimliche Fährten“ muss Chief Inspector Gamache in dieser Bibliothek einen Mord an einem Hobbyarchäologen aufklären, dessen Leiche im Keller gefunden wurde.

Louise Penny ist im amerikanischen Raum eine renommierte und gern gelesene Autorin. In der Gamache Reihe sind im Original bereits 16 Bände erschienen, die vielfach ausgezeichnet und in 29 Sprachen übersetzt wurden. Eine Verfilmung als Serie ist geplant, so bald die gesundheitliche Lage es zulässt.

Nun endlich sind die ersten 8 Bände auf Deutsch erschienen. Bereits die liebevoll gestalteten Cover stimmen auf die Handlung ein. Weit entfernt von den Crime noir Krimis aus Skandinavien, die sich an brutalen Szenen übertreffen, taucht der Leser hier ein in das kanadische Landleben. Die meisten der Bücher spielen in dem fiktiven Dorf Three Pines, außerhalb Montréals gelegen.

Die Bücher haben etwas von den gemütlichen Krimis, die wir aus England kennen. Hier übertrifft sich die Autorin nicht mit Greueltaten, sondern lässt die Morde in einem begrenzten dörflichen Umkreis aufklären. Es sind Krimis in leisen Tönen. Chief Inspector Gamache ist eine charmante Hauptfigur. Ganz im Geiste der klassischen Detektive löst er die Verbrechen und taucht ein in Hintergründe der Taten.

Gleichzeitig nimmt uns die Autorin mit auf eine Reise in das malerische Kanada. Die Zweisprachigkeit des Landes wird im frankophonen Québec und Umland gerne zum Anlass genommen, sich über die Engländer zu amüsieren.

Diese warmherzige Reihe mit dem liebenswerten Ermittler und dem malerischen Dorf Three Pines wächst einem mit jedem Band mehr ans Herz und sei hiermit gerne empfohlen.

Ein Katzensprung über die Grenze, in Flensburg, spielt der Nordlicht-Krimi von Anette Hinrichs. Am Sockel des Idstedt-Löwen wird der pensionierte Studienrat Karl Bentien ermordet aufgefunden. Er gehörte der dänischen Minderheit an. Medien und Behörden sehen nach dem Mordfall bereits das friedliche Zusammenleben im Grenzland in Gefahr und da zusätzlich immer mehr Hinweise nach Dänemark führen, wird eine grenzüberschreitende Ermittlergruppe ins Leben gerufen.

Die Spuren führen in die Vergangenheit und zum ehemaligen Lager in Oksbøl, in dem zehntausende deutsche Flüchtlinge und Vertriebene aus den Ostgebieten nach dem Krieg untergebracht waren. Ist Bentien bei Recherchen zu seiner Kindheit auf etwas gestoßen, was nicht ans Licht des Tages kommen sollte?

Spannend geschrieben, mit kantigen Ermittlern, die selber mit Gespenstern aus der Vergangenheit kämpfen.

Freude bereitete mir die unmittelbare Nähe und der aktuelle Bezug der Geschichte. Der Wildschweinzaun und die Ausländerpolitik der Dansk Folkeparti bekommt kritisch ihr Fett weg. Eine Spur führt an Saxburg vorbei nach Lund (ziemlich weit auf dem Lande…). Die Minderheiten werden ebenso thematisiert wie die alljährliche Kulturnacht in Kopenhagen.

Hut ab, gut recherchiert – so macht ein Küstenkrimi Spaß!

Die besten sind schnell ausgeliehen. Sagt Bescheid, dann reservieren wir euch die Bücher.

Vieles ist geschlossen in diesen Tagen, so auch die Büchereien. Ganz auf uns verzichten braucht ihr aber nicht. Die Zentralbücherei hat ein paar Aktionen zum digitalen Mitmachen und Vorlesen gestartet.

Lest es hier im Nordschleswiger.

Alle Bücher sind eingearbeitet und klar zur Ausleihe. Solltet Ihr einmal bestimmte Wünsche zu Neuerscheinungen haben, dürft Ihr gerne Bescheid geben.

Schönes Wochenende!

Es ist nicht zu übersehen, die Weihnachtszeit ist eingeläutet. Überall in den Geschäften dominieren die Weihnachtsartikel, die ersten Weihnachtsmärkte kündigen sich an, Weihnachtsmänner werden geweckt….

HIER in diesem Artikel garantiert OHNE Weihnachten, neue Bücher im Regal!!